John Carpenters Vampire
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Inhalt
Im ländlichen New Mexiko ist das Team von Jack Crow im Auftrag des Vatikans unterwegs um Vampire auszurotten.
In einem alten, verlassenen Farmhaus stoßen sie auf eine Gruppe der aggressiven Blutsauger und vernichten sie. Am Abend feiern sie mit reichlich Alkohol und einigen Prostituierten in einem nahegelegenen Motel die erfolgreiche Jagd. Die Party wird jäh durch das Auftauchen des Vampirmeisters Valek unterbrochen, der unter den Anwesenden ein Massaker anrichtet. Nur Jack, sein Partner Tony und die von einem Biss Valeks infizierte Prostituierte Katrina können entkommen.
Zwischen Katrina und Valek besteht eine telepathische Verbindung, mit derer Hilfe Jack und Tony die Verfolgung aufnehmen, im Schlepptau den unerfahrenen Pater Guiteau, der ihnen von Seiten der Kirche zugeteilt wurde.
Derweil ist Valek einer alten religiösen Reliquie auf der Spur, mit der er seine letztes Handicap loswerden könnte: ihm und seinen vampirischen Nachkommen wäre es dann möglich auch am Tage aktiv zu sein.
Kommentar
Vampire war John Carpenters erster Film nach dem katastrophalen "Flucht aus L.A." und ich war wirklich erleichtert, dass der Meister es doch noch draufhat, auch wenn der Streifen nicht den hohen Standard von Halloween oder Das Ding aus einer anderen Welt erreicht.Die beliebten Blutsauger in einem Western einzusetzen, bzw. einen Vampirfilm im Westernmilieu anzusiedeln ist schon öfter vorgekommen, aber Carpenter hat die Idee nicht überstrapaziert. Die Schauplätze in der Wüste und der, wie fast immer vom Regisseur selbst kreierte Score, schaffen eine Atmosphäre in der die Truppe Vampirjager wie eine Mischung aus "The Wild Bunch" und "Die glorreichen Sieben" erscheint.
Wenn die Ausrottung des Vampirnestes zu Beginn nicht schon so detailiert gezeigt worden wäre, hätte das Auftauchen des Vampirmeisters Valek bei der Siegesfeier beinahe den Schockfaktor von dem Genre-Schwenk aus From Dusk Till Dawn erreichen können; hier wird gemetzelt, dass die Fetzen nur so fliegen. Angenehmerweise wird dabei auf CGI verzichtet und die Make-Up-Effekte der K.N.B. Group (Wishmaster, Geschichten aus der Schattenwelt) sind sehr gut gelungen.
James Woods (Videodrome) spielt den zynischen, fanatischen Jäger mit reichlich Machismo. Bei den menschenverachtenden Sprüchen die er rüberbringt ("Hast du dich etwa in die Zombie-Nutte verknallt?") wäre allerdings die etwas dezentere Synchronstimme von Frank Glaubrecht (sprach Woods u.a. schon in Wehrlos) angemessener gewesen, Gudo Hoegel (Jeffrey Combs Stimme im ersten Re-Animator) macht seine Sache zwar nicht grundsätzlich schlecht, nur hat er bei solchen Gelegenheiten einen ironischen Unterton, der dem ernst gemeinten Inhalt etwas die Schärfe nimmt.
Thomas Ian Griffith (Excessive Force, Timecop 2) hat als Vampir-Urvater erstaunlich wenig zu tun, macht das aber ganz überzeugend. Warum Valek sich in 600 Jahren menschlicher Modesünden ausgerechnet den Gruftie-Look als bevorzugtes Outfit ausgesucht hat, dürfte wohl auf einen Griff in die Klischeekiste zurückzuführen sein.
Maximilian Schell (Das schwarze Loch) agiert zunächst noch ganz gesittet, zum Ende hin übertreibt er aber zu sehr und sein Charakter verkommt zu einer grinsenden Karrikatur.
Für Tim Guinee war es, nach "Blade", bereits der zweite Vampirfilm in nur einem Jahr, wobei er hier die größere Rolle bekleidet. Er gibt den naiven Anfänger, der mit James Woods' rücksichtslosem Charakter ebensowenig umzugehen weiß wie mit den monströsen Blutsaugern, am Schluß aber im richtigen Moment die richtigen Schlüsse zieht.
Bleiben noch Daniel Baldwin (Knight Moves) und Sheryl Lee (Twin Peaks). Baldwin wird gern als schauspielerischer Schwachpunkt des Films aufgeführt, mir persönlich ist er hier aber nicht negativ aufgefallen. Bei Katrina, Sheryl Lees Charakter, liegt das Problem darin, dass sie kaum zwei Sätze gesprochen hat, als sie von Valek gebissen wird und dann zunächst nur benommen umhertorkelt. Später hat sie aber ein paar starke Szenen, wenn die junge Frau mehr und mehr unter den Einfluß der Vampirkräfte gerät und mitansehen muß, welches grausame Ende den Blutsaugern von den Jägern bereitet wird, wohl wissend, dass ihr das gleiche Schicksal blüht, sollte die Umwandlung nicht durch den Tod Valeks aufgehalten werden.
Baldwin und Lee bilden eines der für Carpenter typischen Liebespaare ohne Zukunft. Beziehungen in Carpenters Filmen sind stets flüchtig (Tom Atkins & Jamie Lee Curtis in The Fog), unausgeglichen (Arnies Eltern in Christine) oder von früheren, gescheiterten Verbindungen überschattet (Adrienne Barbeau, ebenfalls "The Fog" & Lisa Blount in Die Fürsten der Dunkelheit). Wenn also die beiden am Ende den Schauplatz auch gemeinsam verlassen, so wissen sie doch, ebenso wie das Publikum, dass sie dem Untergang geweiht sind.
Wie oben bereits erwähnt, wird stellenweise heftig gesplattert, auch wenn sich einige Effekte wiederholen. Als der Streifen seinerzeit veröffentlicht wurde, gab es schnell Stimmen die besagten, dass er 'auf gar keinen Fall' ungekürzt duch die FSK-Prüfung kommen würde. Der Erfolg, den der Film an den deutschen Kinokassen hatte (deutlich mehr Zuschauer als der gelackte "Blade"), ist sicher auch auf die Tatsache zurückzuführen, dass er eben doch in einer uncut Version herausgebracht wurde (die ungeschnittenen Video- & DVD-Ausgaben wurden später allerdings indiziert).
Was Carpenters Vampiren fehlt ist die dezentere Symbolik, die man aus älteren Streifen wie Draculas Blutnacht oder auch Dracula '79 kennt. Wie schon in dem oben bereits erwähnten "From Dusk till Dawn" sind die Vampire hier gierige, brutale Monstren, die schon fast zombieähnliche Tischmanieren haben. Lediglich in zwei Szenen, als Katrina in Jacks Motelzimmer von Valek gebissen wird und bei Tonys Gesichtsausdruck als sie sich ihrerseits über ihn hermacht, wird klar was früher nur angedeutet wurde: das Beißen und Blutsaugen dient nicht allein der Nahrungsaufnahme, es ist auch Sex!
Ein wenig (zynischer) Humor, Spannung, Grusel, Splatter, derbe Sprüche, derbe Effekte; alles dabei was ich für einen vergnüglichen Filmabend brauchen kann. Sicher kein Meisterwerk aber solide Unterhaltung und somit für mich glatte 4 Schädel wert.
Filmreview von: Bad Moon / Alle Reviews von Bad Moon
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Der Film wurde von VCL in mehreren Auflagen als VHS und auf DVD veröffentlicht, sowohl in der ungekürzten FSK 18, als auch der um ca. 3 Min. geschnittenen FSK 16 Fassung. Auf Blu-Ray ist bisher nur die gekürzte Version erhältlich.
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