Die Hexen von Salem

Originaltitel: Les sorcières de Salem
Alternativtitel: Hexenjagd
The Crucible
The Witches of Salem
Herstellungsland: DDRDDR, FrankreichFrankreich
Erscheinungsjahr:  1957
Regie: Raymond Rouleau

Darsteller

Figur

Yves Montand  John Proctor
Simone Signoret  Elisabeth Proctor
Mylène Demongeot  Abigail Williams
Alfred Adam  Thomas Putnam
Pierre Larquey  Francis Nurse
Jean Debucourt  Reverend Paris
Jean Gaven  Peter Corey
Jeanne Fusier-Gir  Martha Corey
Françoise Lugagne  Jane Putnam
Coutan-Lambert  Rebecca Nurse
Raymond Rouleau  Gouverneur Danforth
Darling-Legitimus  Tituba
  
Genre: Okkult, Fast vergessene Filme
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Inhalt

Salem, Massachusetts, 1692: Der Bauer John Proctor wird seit Monaten von seiner Frau Elisabeth zurückgewiesen. Die Magd Abigail hat sich ihn John verliebt, doch nachdem er dem Verlangen seiner Lenden nachgegeben hat, weist er sie zurück. Als Elisabeth von der Affäre erfährt, verweist sie Abigail vom Hof. In ihrer grenzenlosen Eifersucht schwört Abigail Rache.

Monate später beobachtet Reverend Paris, wie junge Mädchen bei Vollmond Tanzen, während eine Negerin Beschwörungsformeln aufsagt, um ihre Wünsche nach Liebe und Rache zu erfüllen. Unter der Leitung von Gouverneur Danforth wird ein Schauprozess veranstaltet, um die Hexen zu überführen. Im Prozess werden Unschuldige angeklagt und verurteilt, um die eigene Haut zu retten. Aus Hass bezichtigt Abigail Elisabeth der Hexerei, wodurch sie und ihr Mann an den Galgen kommen. Die Situation eskaliert, der Prozess zieht sich über Monate hinweg und die puritanische Bevölkerung erkennt, welche Farce sich vor ihren Augen abzeichnet. Trotz des Wissens um die Unschuld der zum Tode verurteilten lässt Gouverneur Danforth das Urteil vollstrecken, worauf hin die Bevölkerung ...

Kommentar

1957 verfilmte die DEFA das Theaterstück "Hexenjagd" von Arthur Miller als deutsch-französische Produktion. Das Thema basiert auf wahren Begebenheiten. Die Hexenprozesse von Salem 1692 waren der Anfang einer ganzen Reihe von Schauprozessen in Neuengland, die unzählige Menschen mit dem Leben bezahlten. Während Hexenverfolgung in Europa an der Tagesordnung war, fand diese in Nordamerika kaum statt.

Der belgische Regisseur Raymond Rouleau, der im Film die Rolle des Gouverneur Danforth übernahm, inszenierte dies nach dem Drehbuch von Jean-Paul Sartre. Gedreht wurde in Frankreich, wo das schlichte, puritanische Dorf Salem aus dem 17. Jahrhundert zeitgemäß in Szene gesetzt wurde. Die beiden Hauptrollen wurden mit Yves Montand (Lohn der Giganten) und Simone Signoret (Das Fleisch der Orchidee) sehr gut besetzt. Sie schaffen es, die trostlose Situation sehr gefühlvoll zu vermitteln. Beide hatten zuvor die selben Rollen im zugehörigen Theaterstück gespielt und konnten sich entsprechend gut in die Rolle hineinversetzen.

Der Film wurde in schwarzweiß mit starkem Kontrast gedreht, was perfekt zur Atmosphäre passt. Natürlich gibt es in diesem ergreifenden Drama keine echten Hexen, alles ist inszeniert und zeigt eindrucksvoll, welche Macht die Kirche einst hatte und wie schändlich diese missbraucht wurde. Das Volk stand unter der Kontrolle der Kirche, die Kirchengesetze mussten streng befolgt werden. Din der Gemeinde wurde nicht die Liebe zu Gott gepredigt, der Priester versucht die Furcht vor dem Teufel und der Hölle zu schüren. Im Film prangert dies Yves Montand auch während der Predigt an und wird dafür als Abtrünniger der Kirche verwiesen. Durch Hass, Fanatismus und Intoleranz sind die Hexenprozesse von Salem ausgeufert und schlugen immer größere Wellen, die auch nie Nachbargemeinden befielen. Unschuldige Menschen wurden im Namen der Kirche wider besseren Wissens ermordet. Ein Thema, welches auch heute noch zu fesseln vermag und von der Kirche sicherlich nicht gerne gesehen wird. Mit solchen Graultaten zeigte die Kirche ihr wahres Gesicht, es ging allein um Macht und Geld. Und angesichts der Kriege, die auch heute noch im Namen irgendwelcher Religionen geführt werden, erscheint die Thematik immer noch aktuell, der Film selbst ist mittlerweile jedoch in Vergessenheit geraten und ist quasi nicht mehr zu bekommen.

Der Film wirkt von der Darstellung her heutzutage etwas altbacken und braucht eine gewisse Anlaufzeit, wird aber zunehmend spannender und zieht den Zuschauer nach und nach unwiderruflich in seinen Bann. Wirklich ein toller Film mit einem ergreifenden Ende. 1997 drehte Nicholas Hytner ein amerikanisches Remake mit Daniel Day-Lewis und Winona Ryder.

Filmreview von: Marcus Littwin / Alle Reviews von Marcus Littwin

Veröffentlichungen

Der Film lief in Deutschland bisher nur im Fernsehen.

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Weitere Kommentare zum Film

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Seward, 16.12.09
sieh mal an, von der version wußte ich noch gar nichts! (dabei hab ich selber auf der bühne schon mal den francis nurse verkörpert...) und dann auch noch: drehbuch SARTRE nach MILLER - wow, ist ja direkt ein künstlerisch-intellektueller overkill! ich kenn dafür noch eine deutsche konkurrenzproduktion von 1960 (vom süddeutschen rundfunk fürs tv gedreht, regie: ludwig cremer) - in schwarzweiß und recht spröde und düster, aber jedenfalls sehenswert, vor allem wegen hans-christian blech als proctor, der ebenfalls zuvor schon mit der rolle auf der bühne aufgetreten war. die version ist aber auch nur im fernsehn gelaufen, habs zum glück auf video aufgenommen. das stück selber ist jedenfalls eine der erschreckendsten studien zum thema massenwahn und menschlicher grausamkeit (im zeichen der "moral") überhaupt, das ist ganz echter horror, ganz ohne übernatürliches und splatter - umso mehr, als fast alles darin auf fakten beruht!
 
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