Der Hammermörder

Originaltitel: Der Hammermörder
Herstellungsland: DeutschlandDeutschland
Erscheinungsjahr:  1990
Regie: Bernd Schadewald

Darsteller

Figur

Christian Redl  Erich Rohloff
Ulrike Kriener  Christa Rohloff
Silvan Oesterle  Steffen
Timmy Vetter  Andy
Ulrich Pleitgen  Soko-Beamter
Oliver Stritzel  Kreditsachbearbeiter
Verena Plangger  Monika
Walter Kreye  Kurt
Christoph Hofrichter  Kostmann
Peter Rühring  Allgöver
  
Genre: Fast vergessene Filme
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Inhalt

Irgendwo in der schwäbischen Provinz, in der Umgebung von Stuttgart lebt eine Vorzeigefamilie mit liebevollem Vater/Polizist, hübscher Mutter und zwei Kindern, die nach einem Lottogewinn in ein schmuckes Eigenheim übersiedelt sind und sich sogar einen Mercedes leisten können.
Nach außen hin scheint alles perfekt. Doch der Schein trügt, denn hinter der Fassade spielt sich ein Drama ab, weil sich die Rohloffs total übernommen haben und mittlerweile völlig überschuldet sind. Nichts zu Essen, kein Geld für Reparaturen, und auch das Haus scheint bald der Bank zu gehören, ändert sich das eines Tages schlagartig als Erich mit einem Haufen Geld nach Hause kommt das er angeblich von einem Nebenjob dazu verdient hat.
Genau zu diesem Zeitpunkt beginnt in der Gegend eine Serie von Banküberfällen wobei der Täter um zu einem Fluchtauto zu kommen die Fahrer erschießt, und dann mit einem Vorschlaghammer die Bank stürmt. Die Presse nennt ihn schnell den „Hammermörder“ der die Polizei ein Jahr lang in Atem hält. Nachdem sich bald heraus stellt, dass es sich um einen Polizisten handeln muss, gerät auch Erich Rohloff in Verdacht. Die Schlinge dreht sich immer enger um seinen Hals und auch seine Frau beginnt ihn zu verdächtigen. Als sie ihren Mann schließlich anzeigen will, löst dies eine Katastrophe aus…

Kommentar

Dieses deutsche, mehrfach preisgekrönte TV-Kriminal Drama hat mich berührt wie schon lange kein deutscher Film mehr.
Fred Breinersdorfer, der nach seinem grandiosen gleichnamigen Roman in dem er die authentische Mordfallserie die sich in den 80iger Jahren in Schwaben zugetragen hatte, rekonstruierte und sehr großen Erfolg mit seinem Werk hatte, schrieb auch das Drehbuch zu diesem beklemmenden und feinfühligen Psychodrama.
Ein Film über die wahre Geschichte des damals von der Presse betitelten Hammermörders Norbert Poehlke. Wie er nach Grundlage der vielen Aussagen von Freunden, Kollegen, Journalisten und Kripo-Beamten in jener Zeit zum Täter wurde und wie es zu all dem Unglück kommen konnte. Schritt für Schritt erlebt man hier das tragische Schicksal einer Familie mit, mit der sich wohl viele identifizieren können weil sich mehr Menschen als man denkt in einer ähnlichen (Schuldenfalle)-Situation befinden.

Trotz dem Fehlen von Spezialeffekten oder sonstigem Schnick Schnack, kann man sich nur schwer der fesselnden und berührenden Story entziehen die Dank der großartigen Darsteller absolut überzeugend umgesetzt wird. Christian Redl (Vulkan, Tattoo, Das jüngste Gericht) und Ulrike Kriener als verzweifelte, ausgebrannte Ehefrau wurden völlig zu Recht mit dem Adolf-Grimme-Preis für ihre Leistung ausgezeichnet.
Was für mich so besonders schlimm war, ist der unerwartete Schock beim Finale. Selbst wenn man die Geschichte kennt und nach dem Mitverfolgen in der Presse damals auch den tragischen Ausgang kennt, so trifft es einen doch mit voller Wucht als es dann wirklich passiert da man keine Sekunde Zeit zum nachdenken hat. Zack! Wumm! Und das Blut spritzt und ich saß mit offener Kinnlade da weil ich damit nicht gerechnet hätte. Im Kinderzimmer kamen mir dann die Tränen und bei der Schluss-Szene am Meer als er mit seinem Sohn das Lied summte, wartete ich nur noch auf das wohl unvermeidbare, vorhersehbare, traurige Ende das mich dann doch noch tief berührte.
Wenn man liebe Menschen kennt, denen es ähnlich geht und die in solcher Geldnot leben, kann man die tiefe Verzweiflung mitfühlen die einen zu so einer Tat wie dem Banküberfall treibt. Doch warum er zum Schluss dann SO ein dramatisches Ende wählte und keinem mehr eine Chance ließ, das ist doch schon mehr als tragisch und nicht mehr nachvollziehbar.
Was man im Film nicht erfährt ist, warum die kleine Tochter der Familie mit drei Jahren gestorben ist. Man sieht immer nur den Vater wie er am Friedhof trauert. Tatsächlich ist die Kleine einem Gehirntumor erlegen. Und auch auf dem Leben vor dem Lottogewinn wo sie sich das Haus gekauft, aber damit übernommen haben, wird auch nicht näher eingegangen. Der Film handelt nur von dem einen Jahr als er als Hammermörder aktiv war, doch die Morde oder harmlos dargestellten Leichen werden nicht allzu aufwendig präsentiert. Ich kann mir gut vorstellen dass dieser Film vielen vielleicht zu langweilig ist weil irgendwo nicht wirklich viel „passiert“ und das Ganze sehr textlastig ist, abgesehen von dem stellenweise argen schwäbischen Dialekt bei dem ich mir manchmal schwer getan hab alles zu verstehen. Die Filmmusik ist absolut hervorragend und trägt zu der Spannung bei als sich alles Scheibchenweise zusammen spitzt.
Fans des erst kürzlich verstorbenen Eduard Zimmermann können diesen noch einmal in einem eingeblendeten Beitrag der unvergesslichen Krimiserie „Aktenzeichen XY ungelöst“ erleben.

Fazit: Ein Film mit Anspruch und hohem Niveau, den ich nur jenen empfehle, die die Geduld aufbringen sich in ein ruhiges Drama mit Tiefgang hineinversetzen zu können, sich mit dem heiklen Thema Geldschulden identifizieren können oder generell auf deutsche Krimidramas stehen.

Filmreview von: Berti / Alle Reviews von Berti

Veröffentlichungen

Der Film lief bisher nur im Fernsehen.

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Weitere Kommentare zum Film

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schnuff, 03.11.09
Der Film hat sich bei mir festgebrannt. Ich habe ihn damals in der Erstausstrahlung im TV gesehen und seither nicht mehr vergessen. Der Film weiss auch ohne große Action zu beeindrucken. Und das Ende hat mich dann damals doch schockiert. Ich kannte die Geschichte des Hammermörders vorher nicht. Ein toller Film, der nicht in Vergessenheit geraten sollte.
 
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