Vulkan

Originaltitel: Vulkan
Alternativtitel: Der Vulkan
Herstellungsland: DeutschlandDeutschland
Erscheinungsjahr:  2009
Regie: Uwe Janson

Darsteller

Figur

Matthias Koeberlin  Michael Gernau
Katharina Wackernagel  Andrea Matting
Yvonne Catterfeld  Daniela Eisenach
Heiner Lauterbach  Gerhardt Maug
Armin Rohde  Walter Röhricht
Katja Riemann  Kirsten Friedrichs
Jenny Elvers  Yvonne
Christian Redl  Ludwig Schöngau
Tim Oliver Schultz  Maggi
Tom Lass  Lupo
Peter Benedict  Prof. Dominic Merkt
  
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Inhalt

Der erloschen geglaubte Vulkan unter einem See in der idyllischen Kleinstadt Lorchheim in der Eifel beginnt zu brodeln, zuerst steigen nur giftige Gase auf, die junge Geologin Daniela Eisenach verzeichnet leichte Erdbeben und reist vor Ort, um dies zu Untersuchen. Als die Erdbeben stärker werden schlägt sie Alarm, der Vulkan kann ausbrechen, doch keiner nimmt ihre Hinweise ernst. Keiner kann sich vorstellen, dass mitten in Deutschland ein Vulkan ausbricht. Erst zu spät reagieren die Verantwortlichen. Als es zum Ausbruch kommt haben Evakuierungsarbeiten gerade erst begonnen, für viele zu spät. Auch der Notfallplan ist unkoordiniert, die Rettungskräfte sind hilflos, während sich in Lorchheim die letzten Überlebenden in einem Höhlenkomplex verschanzt haben und auf Rettung hoffen.

Kommentar

Mit diesem zwei mal 90 Minuten Katastrophendrama unter der Regie von Uwe Janson (Koma - Lebendig begraben) schickt RTL ihre mit 9 Millionen Euro bislang teuerste Produktion ins Rennen und verwandelt die Idyllische Eifel zur Hölle auf Erden. Denn in der Vulkan-Eifel fängt ein erloschen geglaubter Vulkan an zu brodeln, natürlich kommt es wie es kommen muss, der Vulkan bricht aus. Mit aufwendigen Spezialeffekten wird dies anschaulich und glaubhaft rübergebracht. Das Ganze wird dem Zuschauer anhand von Einzelschicksalen nähergebracht. Hierzu konnten etliche bekannte, deutsche Gesichter verpflichtet werden, die allesamt irgendwelche Klischeetypen spielen. Matthias Koeberlin (Das Jesus Video) spielt den heldenhaften Feuerwehrmann, die deutsche Sängerin Yvonne Catterfeld (U-900) ist die vorausschauende Geologin, die als einzige die Gefahr erkannt hat, Armin Rohde (666 - Traue keinem, mit dem du schläfst!) ist als Versager zu sehen, Heiner Lauterbach (Männer) als Bankier, der selbst in so einer Situation zuerst an sein Geld denkt, etc. Dennoch finde ich, dass die emotionale Tiefe nicht genug herausgearbeitet war, da hat mich kein Schicksal wirklich ergriffen.

Der Film zeigt, wie unterschiedlich sich die Menschen in solchen Extremsituationen verhalten, der eine wächst über sich hinaus und wird zum Helden, andere werden panisch und rücksichtslos. Der Film ist durchwegs spannend und interessant, es wird vor Augen geführt, welche Auswirkungen ein Vulkanausbruch in Deutschland haben könnte. Und um das ganze wissenschaftlich zu stützen und noch mehr Nachdruck zu geben hat RTL nach dem ersten Teil noch eine einstündige Reportage ausgestrahlt, in der Wissenschaftler bestätigen, dass ein Vulkanausbruch in der Eifel quasi jederzeit möglich wäre und dass dies Deutschland fast unvorbereitet treffen würde. Na ja, der letzte Vulkanausbruch war dort wohl vor ca. 10.000 Jahren.

Fazit: Gelungenes und aufwendiges Fernsehspektakel mit guter Besetzung.

Filmreview von: Marcus Littwin / Alle Reviews von Marcus Littwin

Veröffentlichungen

Der Film ist bei Warner Home Video / teamWorx / RTL auf DVD erschienen.

Filmbewertung

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Weitere Kommentare zum Film

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Wollo, 21.10.09
An und für sich sehe ich mir Filme dieses Kalibers - also sogenante "Event-Movies" aus den "Kreativschmieden" deutscher Privatsender - beinahe kategorisch gar nicht an. Klar, man könnte hier als Argument pro solcher Streifen ins Feld führen, das sei ja durchaus zumeist trashige, kunterbunte Unterhaltung der exploitationelen Art, oft unfreiwillig komisch und manchmal sogar richtig gelungen. "Das Jesus Video", in welchem ebenfalls Herr Koeberlin mitwirkte, wäre da exemplarisch als solch ein gelungeneres Teil anzusehen, obschon die Story der guten Buchvorlage ziemlich krude verbogen worden ist, und die Prämisse des Eschbach Buches erst recht, aber da soll es jetzt nicht drum gehen. Hier und in diesem Fall, beim "Vulkan" also, lässt sich das mit Sicherheit nicht behaupten. Warum ich mir das dann überhaupt angeschaut habe? Weil mich ein viraler Infekt darnieder warf und ich eh nichts besseres zu tun hatte als in die Röhre zu schauen, zumal das Rauschen im Blätterwald (respektive online) im Vorfeld zur TV-Ausstrahlung auch gehörig war und dann doch irgendwie neugierig machte. Neun Millionen Euriomünzen hatten RTL und wer sonst noch beteligt war in die Produktion investiert und versprachen Blockbustergedöhns a la Hollywood. Nun bin ich ja nicht unbedingt der größte Freund von teurer, praller, besser, aber mit Verlaub, für die Kohle kriegt man drüben nicht mal einen veritablen Hauptdarsteller. Hier warf man dann zumindest diesbezüglich in den Topf, was der hiesige Markt zu bieten hat, Namen wie Lauterbach, Koeberlin, Wackernagel, Rohde, Catterfeld und Riemann ließen sich vernehmen - eine illustre Truppe zumindest, die einen nicht unerheblichen Teil des Geldtopfes vereinnahmt haben dürfte. Einige dieser Mimen beherrschen ihr Handwerk ganz sicherhlich ohne jede Frage. Über Heiner Lauterbach kann man zum Beispiel sagen/schreiben, was man möchte, doch vom Schauspiel versteht er was. Im vorliegenden Fall ist er zweifelsohne noch einer der überzeugenderen Darsteller, auch wenn seine Figur keine echte Tiefe auslotet. Die wohl größte Verschwendung ist sicherlich die Rolle der Katja Riemann, die wahrscheinlich die beste Schauspielerin der gesamten Truppe ist, und die hier eine lächerliche Nebenrolle einnimmt. Auch Armin Rohde ist ja normalerweise ein überaus Guter. In ernsthafteren Produktionen wirkt er oftmals wie ein Method Actor amerikanischer Prägung. Hier allerdings erscheint sein Spiel total überdeht und over the Top. Auch Katharina Wackernagel kann eine ganze Menge, doch wirkt sie in dieser Produktion wie eine mäßige Theaterschauspielerin aus der Provinz, was absolut schade ist, da sie beispielsweise auch zur Stammbesetzung der guten "Bloch" Reihe in der ARD an der Seite von Dieter Pfaff gehört und dort überzeugt. Die größte Fehlbesetzung ist natürlich das Soap- und Schlagersternchen Yvonne Catterfeld in der Rolle einer ernsthaften Wissenschaftlerin, die wohl eh nur aufgrund ihrer Popularität gecastet worden ist. Die Dame hat leider nur zwei Gesichtsausdrücke, einmal künstlich bestürzt, einmal mehr oder minder verschmitzt lächelnd. Beides nimmt man ihr nicht ab. Bleibt Matthias Koeberlin, der sich allmählich ja den Rang eines deutschen Acton-Rauhbeins erarbeitet hat. Sein Mitwirken an dieser Produktion wird ihm mit Sicherheit nicht zu seinem Nachteil gereichen, denn er hat sich inzwischen durchaus ein Charisma angeeignet, welches Rollen wie diese gerechtfertigt. Und dabei orientiert er sich gar nicht an Vorbildern wie Bruce Willis und Konsorten, sondern erinnerte mich mitunter eher an den seligen alten "Schimanski" Götz George, wie er immer mal wieder rumschrie und jedem aufmunternd herzte und auf die Schulter klopfte, wenn es nötig war. Einer der alle kennt, sich für alle verprügeln lässt und niemals aufgibt, vor allem nicht seinen Sturkopf! Vielleicht hat er sich auch Kiefer Sutherland in "24" ziemlich gut angeschaut, und tatsächlich, rein optisch ist eine gewisse Ähnlichkeit ja auch nicht gänzlich von der Hand zu weisen. Jedenfalls, auch wenn er hier nicht zu 100% überzeugen weiß; er stemmt einen Großteil des Films. Dass die meisten der mehr oder weniger guten Mimen nicht abriefen, was vielleicht möglich gewesen wäre, liegt vermutlich an der Regie des - meiner bescheidenen Meinung nach - überforderten Uwe Janson, der mit für deutsche Verhältnisse viel Geld zu jonglieren hatte und somit zum Erfolg verdammt war. Wohl der falsche Mann am falschen Platz. Aber was kriegt man denn sonst noch für neun Millionen? Ein Drehbuch, das reichlich Lücken hat, auf jeden Fall, Klischees bedienen muss, dass man sich im deutschen Heimatfilm wähnt, und auch aus US-Filmen dieser Art scheinbar zwingend notwendig gewordenen Adoleszenz Rüpeleien nicht verzichten mag. Und wenn dann die Überlebenden auf Anhöhen auf die zugegebenermaßen toll animierten Lavaströme herabblicken, dann denkt man unweigerlich auch an Samy und Frodo im Lande Mordor. Knuffig, gell? Die Plinius Explosion des Vulkans war tricktechnisch mit Sicherheit allererste Güte. Der große Rest sah dann tricktechnisch wieder doch eher nach 1980'er Italo-Exploitation aus. So, und auch wenn ich der Regie insgesamt die Gelungenheit der Spielleitung abgesprochen habe, so muss ich der Fairness halber auch noch anführen, dass es sehr wohl zwischenzeitlich auch mal Sequenzen gegeben hat, die tatsächlich völlig gelungen waren und überzeugten, ja fast wie von Romero inszeniert wirkten. Da waren jene Szenen, als die Flüchtlinge, die nur auf ihren Vorteil bedacht waren, den Familienvater niederschossen um sein Auto zu stehlen. Leider sieht man nur ganz wenige Minuten solch fesselnder Intensität in diesem Film, die dann allerdings durchaus Größe haben. Aber insgesamt schaffte es der Regisseur nicht, die Schauspieler zu Höchstleistungen anzuleiten noch den nötigen Tiefgang zu erzeugen, echte Dramatik kam selten auf. Die Effekte waren zwei, drei Mal überzeugend, ansonsten nur B-Klasse, und die Story war einfach zu holprig und verzettelte sich nur allzu häufig in total unnötigen Subplots, die letztlich nicht einmal aufgelöst wurden. Großes Hollywood Kino in der deutschen Provinz? Wäre machbar, aber dann muss man eben auch schlüssig zuwerke gehen, und nicht so zaghaft wie hier. Der Beleg dafür: immer mal wieder gab es Highlights echter Größe, doch zu unentschlossen der Rest. Romeros "Dawn of the Dead" hat nicht mal ein Viertel der Produktionskosten verschlungen, doch der Weltuntergang, den er uns zeigte, wirkt doch umso viel beklemmender. Und die Kollegen vom öffentlich rechtlichen TV haben beispielsweise mit ihrer Produktion "Dresden", in welcher ebenfalls Herr Lauterbach zu sehen war, fulminant vorgeführt, wie solch ein "Event-Movie" aus hiesiger Herstellung tief ausgelotete Dramatik, brutale Schlagkraft und überzeugende Charakterstudien zu bieten hat. Zwei Skulls dafür, einer davon für Koeberlin als Hoffnungsträger, ein halber für die wenigen wirklich guten Effekte, die andere Hälfte für die wenigen gelungenen, überzeugenden dramatischen Szenen, die aber viel zu wenig Raum einnehmen in einer drei Stunden Produktion. Insgesamt sind die meisten "Terra X" Episoden oder ähnlich gelagerte Dokus zum Thema Vulkanausbruch dramatischer, spanender, unterhaltsamer und vor allem lehrreicher als dieser Film.
 
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