Hijack
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Inhalt
Die indische Anti-Terror-Einheit hat den Terroristen Rasheed festgenommen und alle Befreiungsversuche seiner Gefolgsleute vereitelt.
Um ihn freizupressen verüben Rasheeds Kumpane einen Bombenanschlag auf eine Diskothek und drohen weitere Aktionen an. Als nächsten Schachzug bringen sie ein Flugzeug in ihre Gewalt um es nach Dubai zu entführen. Da der Sprit für die Strecke nicht reicht, macht die Maschine eine Zwischenlandung auf dem Flughafen von Chandigarh.
Dort arbeitet Vikram Madaan, dessen elfjährige Tochter ebenfalls an Bord des Flugzeuges ist. Er war früher Pilot, doch seit seine Ehefrau während einer Flugzeugentführung ermordet wurde, hat er einen Boden-Job als Wartungstechniker. Er schleicht sich an Bord der Maschine und beginnt, mithilfe der Flugbegleiterin Saira, die Terroristen zu bekämpfen.
Kommentar
Seit dem 1988er Actionhit "Stirb langsam" gibt es das sogenannte 'Die hard'-Genre: ein, möglichst unfreiwilliger, Einzelkämpfer muss eine Gruppe unschuldiger Geiseln aus der Hand von skrupellosen Terroristen befreien.
Im Verlauf unzähliger Fortsetzungen & Ripp-Offs wurden alle Variationen von Hochhäusern, Zügen und Schiffen zum Schauplatz des Geschehens, doch häufigstes Ziel waren und blieben die Flugzeuge. Obwohl das Fliegen statistisch gesehen die sicherste Reisemethode ist, worauf die Macher von Hijack vor dem Abspann ausdrücklich hinweisen, wirkt es offenbar noch immer auf viele Menschen bedrohlich (auch im 70er Jahre Katastrophenfilm war die Fliegerei das beliebteste Scenario).
Der Film betritt also kein Neuland und das bietet dem geübten Publikum natürlich die Möglichkeit nach Schwächen und Fehlern zu suchen. Im Fall von Hijack stellt das kein großes Problem dar: die Mängel sind so offensichtlich, dass sich jede Suche erübrigt.
Da sind zunächst die billigen Effekte die jederzeit als solche zu erkennen sind. Sei es die Explosion der Discothek, das Flugzeug selbst oder der Blick durch das Fenster des Towers; solche Aufnahmen waren vielleicht akzeptabel als CGI noch in den Kinderschuhen steckte, aber heutzutage nicht mehr.
Veraltet auch die Darstellung der Terroristen; wahlweise finster dreinblickend oder irre mit den Augen rollend, völlige Emotionslosigkeit im Wechsel mit dämonischem Gelächter ("Muahaharhar"), so entsprechen sie dann doch eher dem durchschnittlichen Disney-Bösewicht. K.K. Raina (Phoonk) bekommt an dieser Stelle von mir den Sonder-Oscar in der Kategorie 'übelstes Overacting des Jahres' verliehen.
Unsere Helden kommen nur unwesentlich besser weg. Shiney Ahuja (Fanaa) kann in einigen emotionalen Szenen überzeugen, über weite Strecken bleibt er jedoch nur unwesentlich über dem Niveau der Kollegen Seagal (Against the Dark) und Lundgren (Universal Soldier). Esha Deol (Dhoom) wirkt unterfordert und lässt nur selten ihr durchaus vorhandenes Talent durchblicken.
Vergleichsweise ausgedehnte Dialogsequenzen beanspruchen die Geduld der Zuschauer ebenso wie die meisten der Gesangseinlagen. "Aksar", ein poppig angehauchtes Liebeslied, bei dem sich die Hauptperson an die glückliche Zeit mit seiner Frau erinnert, ist zwar nett gefilmt aber einfach zu lang. Letzteres gilt auch für den ruhigen, melanchonischen Hintergrundsong "Koi Na Jaane", der sich auf die Hinterbliebenen der bereits ermordeten Passagiere und die beiden hilflosen Protagonisten im Frachtraum konzentriert.
Zugegebenermaßen ist der Film aber doch kein Totalausfall. Wenn auch mit bekannten Mitteln, so wird zeitweise recht gelungen die Spannung aufgebaut.
Einige blutige Shootouts sind zu verzeichnen; allzu explizit werden sie zwar nicht gezeigt, aber ich schätze die FSK würde einer 16er Freigabe eher zustimmen als einer 12er.
Es gibt sogar eine (für meinen Geschmack) gelungene Song&Dance-Nummer; den dancefloortauglichen Titel "Dekh dekh", präsentiert von dem brasilianischen Model Mariah Gantois (lecker!).
Wäre Hijack eine amerikanische Produktion, hätte vermutlich jemand wie Antonio Sabato Jr. (Ants on a Plane) die Hauptrolle gespielt und auf diesem Direct-to-DVD-Niveau schlägt sich der Film eigentlich recht gut. Der Gesamteindruck bleibt mittelmäßig; da der Regisseur hier seinen Debütfilm abgeliefert hat lasse ich Gnade vor Recht ergehen und runde 2,5 Schädel zu glatten 3 auf, unter dem Vorbehalt es mit einem B-Movie zu tun zu haben.
Filmreview von: Bad Moon / Alle Reviews von Bad Moon
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Der Film wurde bisher nicht in Deutschland veröffentlicht. Eros Entertainment brachte eine regionalcodefreie DVD mit englischen Untertiteln auf den Markt.
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