Der Erfolgreiche
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Inhalt
Der junge Mick Travis arbeitet in einer Kaffeefirma, wo er noch während seiner Ausbildung durch seine Ausstrahlung und seines überzeugenden Lächelns direkt zum Bezirkseiter aufsteigt. Doch das Glück währt nicht lange, als er sich verfahren hat und an einem Militärgelände nach dem Weg sucht, wird er als angeblicher Spion verhaftet und gefoltert, kann aber auf Grund eines Großbrands flüchten. Auf dem Weg zurück nach London lässt er sich überreden, für 140 Pfund eine Woche in einem Krankenhaus für wissenschaftliche Versuche herzuhalten, als er aber erkennt, welche wahnsinniges Treiben dort vorgeht, flieht er und lernt dabei die hübsche Patricia kennen, die mit einer Band nach London fährt und ihn mitnimmt. Von ihr erfährt sie, dass ihr Vater ein mächtiger und skrupelloser Wirtschaftsboss ist. Er bietet ihrem Vater an, seiner Tochter zu helfen, doch als sein persönlicher Assistent vor seinen Augen durch einen entlassenen Mitarbeiter, der ihn beim Selbstmord mit aus dem Fenster gerissen hat, stirbt, wird er sein Nachfolger. Er glaubt das große Los getroffen zu haben, doch ...
Kommentar
Mit diesem Teil drehte Regisseur Lindsay Anderson (Wale im August) nach dem erfolgreichen If.... (1968) den zweiten Teil seiner Mick Travis Trilogie. Malcolm McDowell (Uhrwerk Orange) ist erneut als Travis zu sehen und kann wieder voll überzeugen, seiner Meinung nach war dies der beste Film, den er gedreht hat. Er spielt einen jungen Mann, der mit seinem Lächeln schnell Karriere macht, doch immer wieder derbe Rückschläge erleidet, um sich wieder erneut aufzurappeln. So steigt in einer Kaffeefirma vom Volontär direkt zum Bezirksleiter auf, wird als angeblicher Spion unschuldig verhaftet und gefoltert, soll in einem Krankenhaus für gefährliche Versuche herhalten, wird die rechte Hand eines der mächtigsten und skrupellosesten Wirtschaftsbosse und landet aus Naivität im Gefängnis. Aber wie sagte Forrest Gump so schön: "Leben ist wie eine Schachtel Pralinen. Man weiß nie, was man bekommt." Am Ende hat er resigniert, ihm wurde sein Lächeln vom Leben und der Gesellschaft aus dem Gesicht gerissen.Am Anfang war er voller Enthusiasmus, Geld und Karriere waren ihm wichtig, nach seinem Gefängnisaufenthalt hat er sich geändert, er will beim Essenverteilen an Obdachlose helfen und wird aus Dank dafür von ihnen gesteinigt. Eine niederschmetternde Parabel für die Grausamkeit unserer perfiden Gesellschaft.
Der Film ist untersetzt mit zynischem Humor und kruden Ideen, so sieht Travis im Krankenhaus, wo er für gefährliche Tests als Versuchkaninchen zur Verfügung stehen soll, was aus einem anderen Patienten wurde - eine Mischung aus Mensch und Tier. Und während der Geschworenen nach der moralischen Rede des Richters über Travis beraten, zieht sich der Richter, der unter seinem Gewand nackt ist, zurück, um sich auspeitschen zu lassen. Dies zeigt auch die Verlogenheit der Gesellschaft, die nach Außen hin sauber scheint, und doch eine dunkle Seite hat. So knüpft Travis auch wichtige Geschäftskontakte mir leitenden Beamten und führenden Persönlichkeiten bei einer erotisch-frivolen Party.
Zwischen den einzelnen Abschnitten gibt Alan Price immer ein paar passende Songs zum besten, die sowohl inhaltlich gut passen, als auch die Stimmung des Film wiedergeben. Der Soundtrack wurde für den Golden Globe nominiert und gewann den BAFTA Award.
Übrigens haben die meisten Darsteller mehrere Rollen übernommen. Am Ende des Films ist auch der Regisseur selbst zu sehen, er spielt im Film einen Regisseur, der Mick Travis castet und ihm vergebens zum Lächeln auffordert. Angeblich musste die Szene, wo er Travis mit einem Manuskript schlägt, 30 mal wiederholt werden.
Fazit: Ein genialer Film, der das Leben des naiven Mick Travis als Achterbahnfahrt zeigt und viel Potential für Interpretationen bietet. Leider wird dieses brillante Meisterwerk hierzulande kaum gewürdigt und ist nahezu unbekannt.
Filmreview von: Marcus Littwin / Alle Reviews von Marcus Littwin
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Der Film ist bei Warner Home Video unter dem titel "O Lucky Man!" auf VHS erschienen, das Tape ist jedoch sehr selten.
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