Hisss
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Inhalt
Eine alte indische Legende erzählt von der Schlangengöttin Nagin, einer Königskobra, die menschliche Gestalt annehmen kann. Nagin verleiht ihren Anhängern Fruchtbarkeit und Gesundheit, wer aber eine Schlange tötet, dem drohen Unfruchtbarkeit und Tod.
George States leidet an Krebs und hat nur noch wenige Monate zu leben. Er folgt dem Mythos des Nagmani (Kobraperle), einem Unsterblichkeit verleihenden Edelstein, den die weibliche Königskobra hervorbringen kann.
Im indischen Dschungel lässt er sich von seinen einheimischen Helfern zu dem Platz bringen, wo sich die Kobras paaren. Es gelingt das Männchen einzufangen, das Weibchen aber entkommt. George bringt die Schlange in seinen Unterschlupf, einer Ruine etwas außerhalb der nächsten Stadt, in der Hoffnung, dass das Weibchen ihnen folgt und er sie zur Herausgabe des Nagmani im Tausch für ihren Partner erpressen kann. Tatsächlich wandelt Nagin ihren Schlangenkörper in den einer schönen jungen Frau und folgt der Spur des Entführers. Da sie aber keine Erfahrung mit der Zivilisation und den (Un-)Sitten der Menschen hat, verläuft ihre Suche alles andere als reibungslos...
Kommentar
Hisss wird mir wohl auf immer in Erinnerung bleiben, als leuchtendes Beispiel dafür, wie ein vielversprechendes Projekt in den Sand gesetzt werden kann.Erste Zweifel hatte ich ja schon bekommen, als die Fertigstellung des Films sich, nach Abschluß der Dreharbeiten, immer länger hinzog. Hauptdarstellerin Mallika Sherawat (Murder) zog auf Promotiontour von Festival zu Festival aber sämtliche angekündigten Premieren und Starttermine wurden immer wieder abgesagt oder verschoben. Auch gab es von anderen Beteiligten, seien es Schauspieler oder Crewmitglieder, praktisch überhaupt keine Statements mehr.
In den im Umlauf befindlichen Trailern zeigten sich CGI-Effekte, die eher der unteren Mittelklasse zuzuordnen waren, allerdings recht kurz gehalten wurden.
Dann kam plötzlich eine Pressemeldung heraus, in der Regisseurin und Drehbuchautorin Jennifer Lynch (Boxing Helena, Unter Kontrolle) erklärte, die Produzenten hätten ihr den Endschnitt aus den Händen genommen und dass sie nicht mehr an dem Projekt beteiligt sei.
Im Oktober 2010 kam der Film in die indischen Kinos und ging gnadenlos unter.
Wer jetzt hier was vermasselt hat wird sich wohl letztendlich nie so ganz feststellen lassen, fest steht:
Die Spezialeffekte sind zwar teilweise sehr gut, etwa die von Robert Kurtzman (Living Hell, Vampire, F.D.T.D.) kreierten Makeup-Effekte bei den Verwandlungen; die Giftzähne von Mallika sehen allerdings mehr aus wie ein Karnevals-Vampirgebiss. Wie oben bereits erwähnt, sind einige der CGI-Sequenzen nicht besonders gelungen,wenn auch noch annehmbar. Am Schluß aber, wenn die Nagin als Mischwesen agiert, präsentiert man uns Animationen die sich noch unter der Qualitätsstufe von den Billigtrashproduktionen aus der Asylum-Schmiede (Mega Shark vs. Giant Octopus) bewegen.
Stilistisch bleibt der amerikanische Einfluss auf die Produktion unbemerkbar; dass hier aus westlicher Sicht mit asiatischen Mythen gearbeitet wird, ist nicht zu erkennen.
Gesangseinlagen gibt es keine und getanzt wird nur in einer kurzen Szene, bei einem Straßenfest.
Die Story selber gefiel mir im Prinzip schon, nur wird sie über weite Strecken zu gemächlich erzählt. Praktisch alle Gelegenheiten, das Geschehen psychologisch oder symbolisch zu vertiefen, verstreichen ungenutzt. Der Handlungsstrang um den ermittelnden Polizisten, dessen Frau gerade eine Fehlgeburt erlitten hat und der sich mit seiner senilen Schwiegermutter ebenso beschäftigen muß wie mit seinem übereifrigen neuen Partner, bremst die Handlung öfters aus. Wenigstens sind die Schauspieler dabei erstaunlich gut, allen voran natürlich Irrfan Khan (Slumdog Millionär, Billu Barber) & Divya Dutta (Aaja Nachle, Veer und Zaara). Leider kann man das nicht von dem Bösewicht und seinen Helfern behaupten. Ein so erfahrener Schauspieler wie Jeff Doucette (Dentist II, Teuflisch) sollte mehr bieten als nur Grimassen schneiden und herumbrüllen und seine einheimischen Untergebenen agieren in ihren Kanonenfutter-Charakteren eher hölzern. Die Dreharbeiten sind für Mallika Sherawat sicher körperlich sehr anstrengend gewesen, mimisch wird sie aber wenig gefordert. Was sie da macht, war für meine Begriffe allerdings überzeugend: sowohl nach ihrer Menschwerdung, wenn Nagin die Welt buchstäblich mit anderen Augen sieht, wie auch später, als gnadenloser Racheengel, zeigt sie die passenden Emotionen.
Unterm Strich ist Hisss zwar nicht ganz so schlecht geworden, wie die meisten Kritiken und Reviews vermuten lassen, woran die guten Leistungen der drei Hauptdarsteller sicher den größten Anteil haben, dennoch überwiegt die Enttäuschung angesichts der vielen verschenkten Möglichkeiten.
Sollte der Film jemals im deutschsprachigen Raum vermarktet werden, gilt die Empfehlung nur den beinharten Fans des Tiermenschen- bzw. Gestaltenwandler-Genres.
Filmreview von: Bad Moon / Alle Reviews von Bad Moon

Veröffentlichungen
Shemaroo Entertainment veröffentlichte in Indien eine DVD mit englischen Untertiteln.
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