Frenzy
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Inhalt
Der trinkfreudige und leicht aggressiv-jähzornige Richard Blaney hat wahrlich einen schlechten Tag. Zuerst wird er von seinem verhassten Boss, dem Wirt einer kleinen Kneipe gekündigt, weil er schon frühmorgens soff. Dann hat er kein Geld um beim Pferderennen auf ein ganz sicheres Pferd zu setzen, welches tatsächlich dann gewinnt und ihn hätte reich machen können. Völlig pleite und genervt, lässt er seinen Frust an einer Exfrau aus, die mittlerweile eine recht erfolgreiche Geschäftsfrau geworden ist.
Währenddessen wird wieder eine Frauenleiche gefunden die auf das Konto des grausamen „Krawatten-Mörders“ geht. Der Serienkiller hält seit geraumer Zeit schon Londons Polizei in Aufruhr.
Wie es das Schicksal will, wird auch Blaney´s Exfrau ein Opfer des Würgers und auch seine Freundin hat nicht mehr lang zu leben. Doch bis Blaney drauf kommt wer wirklich hinter den Morden steckt, wird er auch schon selbst als der viel gesuchte Krawattenmörder verurteilt…
Kommentar
Frenzy (zu Deutsch: Wahnsinn, Raserei) ist ein absolut großartiger, brillanter Krimi Klassiker von Gruselmeister Sir Alfred Hitchcock (Bei Anruf Mord, Das Fenster zum Hof, Psycho, Die Vögel).
Nach der literarischen Vorlage „Goodbye Piccadilly, Farewell Leicester Square“ von Arthur La Bern, ist dies der erste Film seit 1950 der wieder in der alten Heimat des britischen Starregisseurs und Filmproduzenten aufgenommen wurde, nachdem er damals 20 Jahre zuvor in die USA übersiedelte und dort zusätzlich die US-amerikanische Staatsbürgerschaft angenommen hatte.
Das Meisterwerk des Thriller-Experten kommt mit dem Lieblingsthema von Hitchcock ganz im Stil von "Bei Anruf Mord" daher, wo auch ein Unschuldiger verurteilt, und erst später der wahre Täter gefunden wird. Auch ist dem Zuschauer diesmal wieder ziemlich bald klar wer der Psychopath ist und fiebert mit den Darstellern, und vor allem mit den Opfern mit wann, und wie sie es dann herausfinden. So braucht es z.B. keine zweite Tötungsszene weil man die erste so intensiv mit erlebte, dass es sich beim zweiten Mal allein nur im Kopf des Zuschauers abspielt aufgrund eines einzigen Satzes den der Mörder zu der Frau sagt als sie in seine Wohnung gehen und man kurz darauf die Kamera dann einfach nur lautlos den Flur runter auf die Straße fahren sieht. Super spannend!
Der Unterschied zu seinen anderen Filmen ist der, dass es diesmal nicht nur 2 Nacktszenen gibt (wobei die Frauen aber beide Male gedoubelt wurden), sondern auch so für die damalige Zeit leicht schockierende und vor allem skurril inszenierte Morde dargestellt werden. So möchte man bei den weit aufgerissenen Augen und der heraushängender Zunge im ersten Moment lachen und erschaudern zu gleich. Auch so gibt’s jede Menge zu schmunzeln und gerade die harmonische Kombination aus Entsetzen und auflockernden, schwarzem Humor ist das was den Film ausmacht.
So musste ich z.B. unwillkürlich lachen während der schrecklichen Szene mit der Leiche im Laster, übrigens wohl eine der besten und bekanntesten Szenen vom ganzen Film, als der Killer in dem Kartoffelsack nach der Leiche stöbert, und er immer wieder ihren steifen Fuß ins Gesicht kriegt. Grausig und witzig zugleich. Vor allem auch als er ihre Finger nicht auseinander bringt, sie dann einfach bricht und die Frau dann nackt aus dem Wagen runter fällt.
Zum Schmunzeln ist auch die Frau des Kommissars die ihrem armen Mann ständig die ekelhaftesten Dinge kocht, und er nicht weiß wie er es verschwinden lassen soll.
Was das Essen betrifft ist hier ganz klar wieder Hitchcocks Charakter zu spüren da er so wie die Stadt London die er liebte, auch mit Absicht viele Szenen eingebaut hatte wo man jemand essen sieht, weil er auch dieses so gern mochte. Ständig sieht man den berühmten Obst- und Gemüsemarkt im Londoner Stadtteil Covent Garden, der damals größte seiner Art in ganz Großbritannien wo auch schon sein Vater einst gearbeitet hatte und er so Erinnerungen an seine Kindheit wiedergibt.
Was mir an dem ganzen Film nicht gefallen hat, ist einzig die anfängliche völlig unpassende Musik zu Beginn die typisch für Hitchcock, dermaßen fröhlich und wunderschön beschwingt beginnt als wäre es ein Sissi oder Heimatfilm! Derweil hätte es noch eine andere gut einstimmende Version gegeben wie man im Making off hören kann, doch Henry Mancini der für die Hintergrundmusik verantwortlich war, wurde nach einem Streit mit Hitchcock gefeuert und einfach durch Ron Goodwin ersetzt der schon den Soundtrack der „Miss Marple“ Filme gemacht hatte. Gott sei Dank ist aber nur der Anfang so und danach geht’s soundmäßig großartig, packend und dramatisch weiter.
Fazit: Wieder ein Meisterwerk des Genres. Wer auf (alte Klassiker) Thriller steht, kommt wohl an diesem Film nicht vorbei. Sehr gute Schauspieler mit guter Mimik und Gestik, interessanter Story und gut platziertem schwarzen Humor. Für mich klar weiter zu empfehlen.
Filmreview von: Berti / Alle Reviews von Berti
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Veröffentlichungen
Der Film ist bei Universal in mehreren Auflagen auf DVD und VHS erschienen.
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