Roger Cormans Frankenstein
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Inhalt
Man schreibt das Jahr 2031.
Der Wissenschaftler Joseph Buchanan soll für die Regierung eine neue Waffe erfinden. Bei der Erprobung der Superwaffe wird jedoch das Raum-Zeit-Gefüge zerstört: am Himmel bildet sich eine bizarre Wolke, in der sich immer häufiger ein Zeittor öffnet.
Als Dr. Buchanan eines Tages durch das Zeitloch geschleudert wird, findet er sich in der Schweiz wieder - im Jahr 1815!
Fasziniert von der ungewöhnlichen Situation beginnt er die Gegend zu erforschen. Dabei trifft er nicht nur auf die jugendliche Autorin Mary Wollstonecraft Godwin, die zu der Zeit zusammen mit Percy Shelley und Lord Byron am Genfer See lebte und ihren berühmten Roman "Frankenstein" schrieb, sondern er begegnet auch Dr. Frankenstein selbst und dessen Monster...
Kommentar
B-Movie-King Roger Corman (Der Mann mit den Röntgenaugen, Kleiner Laden voller Schrecken) erfüllte sich hier den langgehegten Wunsch einer eigenen Version des Frankenstein-Themas. Nach ca. 10 Jahren, in denen er sich aufs Produzieren beschränkte, kehrte er mit der Verfilmung von Brian W. Aldiss' Roman noch einmal auf den Regiestuhl zurück.In der Inszenierung spiegelt sich die Handlung wieder: während sich für die Charaktere Raum & Zeit ebenso vermischen wie Realität & Fiktion, wechseln sich Pappkulissen und gemalte Hintergründe mit Computereffekten im Ghostbusters-Stil und ein paar kurzen, saftigen Splatterszenen ab.
Corman würzt seinen Film mit kleinen Anspielungen (was bei einem so alteingesessenem Thema wie dem Frankensteinmythos reichlich Auswahlmöglichkeiten bietet), z.B. der Auftritt von Myriam Cyr (Species II) in einer kleinen Nebenrolle, deren bekanntester Film Ken Russells "Gothic" ist.
Überhaupt ist die Besetzung für einen Film dieses Schlages recht prominent; in den Nebenrollen treffen sich u.a. Bridget Fonda (Weiblich, ledig, jung sucht, Lake Placid), Jason Patric (Lost Boys, Speed 2) und INXS-Sänger Michael Hutchence. Allerdings gleicht deren Einsatz einer Nummernrevue: Auftritt, 2 Sätze, Abgang; das war es dann in den meisten Fällen schon.
Hauptdarsteller John Hurt (Alien, V wie Vendetta) scheint gelegentlich nicht mit dem nötigen Ernst bei der Sache zu sein, möglicherweise liegt das aber auch nur am Drehbuch, das für die Verhaltensweisen des unfreiwilligen Zeitreisenden keine Erklärungen bietet und seine Motivationen im Dunklen lässt. Raul Julia (Aus Mangel an Beweisen, Addams Family) schwankt zwischen ernshaftem Gelehrten & verrücktem Wissenschaftler und macht seine Sache recht ordentlich. Als Monster tobt sich Nick Brimble (7 Days to Live, Submerged) aus, dem unter seiner Maske (diese AUGEN!) noch genug Spielraum für Emotionen bleibt.
Als ich den Film seinerzeit zum ersten Mal sah, war ich von dem Mix aus klassischem Grusel (inklusive üppigen Kostümen und tosender Filmmusik) und SF-Elementen begeistert, zumal das ganze mit ein paar kräftigen Blutspritzern abgeschmeckt wurde. Nachdem ich ihn nun im Lauf der Jahre mehrmals gesehen habe, sind mir auch einige Schwächen aufgefallen, insbesondere was die Charakterisierungen und die Handlungslogik betrifft. Trotzdem bleibt der Streifen ein unterhaltsamer Zeitvertreib, der zwar in allen Bereichen seine positiven und negativen Seiten hat, die Pluspunkte aber letztendlich überwiegen.
Filmreview von: Bad Moon / Alle Reviews von Bad Moon
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Der Film erschien seinerzeit bei Warner Home Video auf Video in einer FSK 18 und einer gekürzten FSK 16 Version. Die ungekürzte DVD-Fassung enthält zwei kurze Sequenzen ohne deutschen Ton, diese sind in Englisch mit Untertiteln.
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