Dr. M
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Inhalt
Berlin wird von einer Selbstmordserie heimgesucht - die Bevölkerung ist beängstigt, es wird schon von einem Selbstmordvirus gesprochen. Auf den ersten Blick haben die Todesfälle nichts miteinander zu tun, oftmals ist es sogar unklar, ob es Selbstmorde oder tragische Unglücksfälle sind. Der Polizist Klaus Hartmann ermittelt in diesem Fall. Bei seinen Ermittlungen stößt er immer wieder auf das Modell Sonja Vogler, die in der Stadt überall auf großen Videoplakaten für den etwas anderen Urlaubsclub Theratos wirbt. Sie ist die Adoptivtochter des Medienmoguls Dr. Marsfeldt, dem neben einem Fernsehsender auch der Club Theratos gehört. Beide glauben, dass die Werbung etwas mit den mysteriösen Selbstmorden zu tun haben. Auch Hartmanns Dienstpartner fällt dem Selbstmordwahn zum Opfer, doch Hartmann glaubt an einen Mord, wird jedoch von den Ermittlungen ausgeschlossen. Auf eigene Faust reist er mit Sonja in ein Theratos-Resort. Unter dem Deckmantel des totalen Entspannungsurlaubs leben die Gäste wie in einer Sekte. Hier kommt Hartmann dem bösen Geheimnis von Dr. Marsfeldt auf der Spur, doch es ist schon fast zu spät, denn Dr. Marsfeldt plant für Berlin einen Massenselbstmord und ...
Kommentar
Der französische Regisseur Claude Chabrol (Nada), der selbst ein großer Bewunderer von Fritz Lang (Metropolis) ist, drehte hier als deutsch-französisch-italienische Koproduktion eine Hommage an seine Dr. Mabuse Filme. Wie Dr. Mabuse versucht hier Dr. M die Menschen zu manipulieren, hier jedoch nicht um die Weltherrschaft zu erringen, sondern um einen Massenselbstmord herbeizuführen. Der Film ist gespickt mit bildlichen Zitaten anderer Fritz-Lang Werke und Wolfgang Preiss, der in Langs letztem Mabuse-Film "Die 1000 Augen des Dr. Mabuse" den Mabuse spielte, ist hier als Kommissar Kessler zu sehen.Die Geschichte ist tiefgründig und fast schon philosophisch, sehr gut aufgebaut und spannend. Der Zuschauer weiß recht schnell, wer bei den mysteriösen Selbstmorden seine Finger im Spiel hat und die Fäden zieht. Dr. Marsfeldt, der von Alan Bates (Der Todesschrei) gespielt wird und mir besonders in seiner Doppelrolle als Guru gefallen hat, spielt einen Medienmogul, der nur noch durch eine Maschine am Leben gehalten wird. Mit einer groß angelegten Werbekampagne lockt er Feriengäste in sein Gehirnwäsche-Zentrum, um sie dort auf ihren Selbstmord einzustimmen. Für die Werbung missbraucht er seine Adoptivtochter Sonja, die von Jennifer Beals, der sexy Tanzmaus aus Flashdance, gespielt wird. Sie bekommt von den Todeskandidaten oftmals eine letzte Botschaft, worunter sie zusammenbricht.
Für die Umsetzung stand ein beachtliches Budget von ca. 11 Millionen DM zur Verfügung, für deutsche Verhältnisse ordentlich. Gedreht wurde in Berlin, die Trennung zwischen Ost und West spielt in dem Film eine wichtige Rolle. Um so ärgerlicher war es, dass kurz nach Drehbeginn die Wiedervereinigung begann. Zum Aufhören war es bereits zu spät, so dass er wie geplant abgeschossen wurde. Doch nach der Wiedervereinigung war das Interesse an der Ost-West-Thematik im Film zu gering, so dass ihm kein finanzieller Erfolg zuteil wurde, und auch heute ist dieser brillante Film nahezu unbekannt – zu unrecht, wie ich finde. Er hat enormes Potential, ist spannend, mysteriös, interessant und fesselt den Zuschauer, eigentlich alles, was so ein Film braucht.
Fazit: Wer Mabuse-Filme mag, kommt bei dieser modern angelehnten Umsetzung voll auf seine Kosten, auf jeden Fall sehenswert!
Filmreview von: Marcus Littwin / Alle Reviews von Marcus Littwin
Veröffentlichungen
Der Film ist als Director's Cut bei Capelight Pictures auf DVD erschienen.
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