Die Klapperschlange

Originaltitel: Escape from New York
Alternativtitel: John Carpenter's Escape from New York
New York 1997
Herstellungsland: GroßbritannienGroßbritannien, USAUSA
Erscheinungsjahr:  1981
Regie: John Carpenter
 

Darsteller

Figur

Kurt Russell  Snake Plissken
Lee Van Cleef  Hauk
Ernest Borgnine  Cabbie
Donald Pleasence  President
Isaac Hayes  Der Duke
Harry Dean Stanton  Brain
Adrienne Barbeau  Maggie
Tom Atkins  Rehme
  
Genre: Action, Science-Fiction, Thriller
Film suchen bei: Amazon.de, eBay, OFDb, IMDb
 Deutsches DVD-Cover, erschienen bei BMG Video / UFA

Inhalt

Die Kriminalität hat im Jahr 1988 sprunghaft zugenommen. Manhattan wird zu einem Hochsicherheitsgefängnis, wer einmal dort ist, kommt nicht mehr raus. 1997 wird die Air Force One mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Terroristen entführt und auf dieser Insel zum Absturz gebracht, der Präsident kann sich in letzter Sekunde mit einer Rettungskapsel ausklinken, landet jedoch mitten in der Gefängnisinsel, wo er sofort vom Duke, der Nr. 1 der Gangster von Manhattan, als Geisel genommen wird. Der ehemalige Kriegsheld Snake Plissken wurde zu lebenslanger Haft in Manhattan verurteilt. Als ehemaliger Elitesoldat einer Spezialeinheit ist er der Einzige, der die Hölleninsel, wo das gnadenlose Gesetz des Stärkeren gilt, betreten und den Präsiden retten kann. Doch er hat hierfür nur 24 Stunden Zeit, denn der Präsident muss auf einem wichtigen Gipfeltreffen erscheinen. Im Wettlauf mit der Zeit versucht er, den gut bewachten Präsidenten zu finden, wobei ...

Kommentar

Regielegende John Carpenter (Das Ding aus einer anderen Welt, Sie leben!, Masters of Horror - Cigarette Burns, Christine, Die Fürsten der Dunkelheit) legt mit dieser düsteren Utopie, wo Verbrecher auf einer Insel eingesperrt und sich selbst überlassen werden, ein wahres Meisterwerk ab. Jedoch bleib der Film nicht lange eine Utopie, ende der 80er Jahre wurde in Bolivien mit Palmasola eine ähnlich aufgebaute Gefängnisstadt errichtet.

Der Film ist düster und zeigt eine erschreckende Zukunft, die sich so sicherlich keiner Wünscht. In Manhattan regiert das Gesetzt des Stärkeren, wo ein Menschenleben nichts zählt und jeder sich selbst der Nächste ist. Hier haben sich Banden gebildet, um gemeinsam zu kämpfen und zu überleben. In diese Stadt ohne Hoffnung wird Snake Plissken, die Klapperschlange (eigentlich hat er eine Kobra auf dem Bauch tätowiert, aber wer wird da schon so kleinlich sein), geschickt, um den von Terroristen dorthin verschleppten Präsidenten zu befreien. Der Film ist spannend von der ersten bis zur letzten Minute, Ausstattung, Effekte und Kulissen sind stimmig und den fantastischen Synthi-Score komponierte Carpenter wie bei Halloween - Die Nacht des Grauens selbst, hier jedoch mit Unterstützung von Alan Howarth.

Der Film ist mit Kurt Russel (Death Proof - Todsicher) als Snake Plissken, Donald Pleasence (Phenomena) als Präsident, Ernest Borgnine (Willard) als Taxifahrer, Westernlegende Lee Van Cleef (Sabata) und Isaac Hayes (Chicago Poker) als Duke hochkarätig besetzt. Längen kommen bei dieser Granate nicht auf.

1996 drehte John Carpenter eine Fortsetzung, die inhaltlich eher ein Remake ist und wo Kurt Russel erneut als Snake Plissken zu sehen ist.

Fazit: Ein Genre-Klassiker, den man kennen sollte.

Filmreview von: Marcus Littwin / Alle Reviews von Marcus Littwin

Trailer zum Film

Veröffentlichungen

Der Film ist in etluchen Auflagen auf DVD erschienen, u. a. bei BMG Video / UFA, bei Taurus und bei Universum Film. Universum Film hat ihn auch als Blu-ray rausgebracht.

Filmbewertung

Unser Gesamteindruck:
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Filmtitel: Die Klapperschlange
Zustand: Gut | Medium: Werbematerial

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Weitere Kommentare zum Film

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Wollo, 16.08.09
Eigentlich ist zu diesem nun ja auch schon beinahe dreißig Jahre auf dem breiten Rücken habenden Film mehr oder weniger alles gesagt worden. Hinlänglich wurde der visionäre Ausdruck Carpenters gelobt, die düstere Atmosphäre des Films, die auch heute noch ganz prima funktioniert, obschon die Zukunft, die in diesem Film gezeigt wird, ja auch inzwischen schon wieder seit 12 Jahren Vergangenheit ist, dafür aber kaum Patina angesetzt hat. Das stylishe Synthiescore, das Carpenter zusammen mit Alan Howarth komponiert hatte, findet in fast jedem Review Würdigung, und auch Hauptdarsteller Kurt Russel machte seinen Job als wortkarger Django Wiedergänger der Apokalypse allseits bekannt ziemlich ordentlich. Lob gebührt dem Film allemal, denn sein wegweisender Status ist ihm nicht abzusprechen. Doch das alles sind inzwischen Gemeinplätze. Wahrscheinlich handelt es sich hierbei um einen Film solcher Art, den viele von uns als junge Menschen gesehen und dann nie wieder wirklich vergessen haben, der sich irgendwie in die Netzhaut einbrannte und der die Sehgewohnheiten für lange Zeit geprägt hat. Ein Film, den man irgendwie immer geliebt hat. Über so einen Film schreibt man einfach nichts schlechtes, oder? Denn wie anders wäre es zu erklären, dass eigentlich in fast keinem Review jemals auf all die vergebenen Möglichkeiten hingewiesen wurde, die der Film bei allem Respekt auch zu bieten hat? Nehmen wir mal die Gilde der Nebendarsteller, die zum Teil echt prominent besetzt hier total absäuft, weil ihnen Carpenter gar nicht die Möglichkeit gibt, sich in irgendeiner Form hervortun zu können. Beispiel? Harry Dean Stanton, dieser großartige alte Haudegen des Independent Kinos, der hier des „Dukes“ Vordenker „Brain“ gibt und nicht einmal ein Bruchteil seines Könnens abrufen darf. Warum holt man sich denn jemanden wie ihn an Bord, wenn die Rolle auch von einer Stehlampe hätte geleistet werden können? Auch die charismatische und ansonsten durchaus aufregende Adrienne Barbeau, bei Carpenter zu jener Schaffensperiode sowieso Standard-Besetzung, fällt gar nicht weiter auf. Einzig dem guten alten Ernie Borgnine, der den Taxifahrer Cabbie gibt, wird etwas Glanz zugestanden. Eine weitere gute Gelegenheit, die versemmelt worden ist, ist die Darstellung der gesellschaftlichen Ordnung innerhalb des Riesenknasts, in welchem die Insassen sich selber überlassen bleiben abgesehen von den Lebensmittelrationen, die ihnen per Hubschrauber zugeworfen werden. Klar, da gibt es den Duke, der auf der Hackordnung ganz oben steht und Manhattan kontrolliert, von Isaac Hayes übrigens – gewollt oder auch nicht – eher als Parodie eines Oberpimps angelegt denn als eiskalter Superschurke. Wir kriegen noch mit, dass einige der abgewracktesten Typen offensichtliche Nahrungsengpässe zwischen den Regierungslieferungen mit Kannibalismus überbrücken und andere Gefangene ein Theater betreiben, aber so richtig prall ist das alles nicht, denn da hätte man einfach mehr draus machen können. Selbst bei den Kindern aus dem „Herrn der Fliegen“ geht es da schauriger zu als hier im Apokalypso-Knast, und da sollen die schlimmsten Verbrecher der Menschheit eingesperrt sein? Und apropos Knast, auch diese Idee war ja nun nicht mehr so ganz visionär, denn Strafkolonien hat es ja schon vor hunderten von Jahren gegeben, nur waren diese eben weiträumig outgesourcet und lagen nicht direkt an der Haustür des jeweiligen Machthabers. Auch das Finale ist etwas schlapp geraten, da hätte man sicher noch etwas mehr auf die Tube drücken können, denn irgendwie scheint hier Carpenters Timing gar nicht mehr zu stimmen. Wo vorher Rasanz und Spannung aufgebaut wird, geriet die letztendliche Flucht aus NY tatsächlich ein wenig schnarchig. Dennoch insgesamt ein durchaus guter Film, ein Klassiker des Genres, der seinen Ruf trotz einiger Schwächen verdient hat. Das meiste davon ist ohnehin Carpenters Regiestil geschuldet, der eben Licht und Schatten aufweist. Er zeigt ja zumeist seinem Publikum sowieso nur das Allernotwenidgste und hält sich gar nicht erst mit Nebensächlichkeiten auf, seine Figuren reden nur, wenn es nötig ist, und die Geschichten beschränken sich zumeist auch nur auf die Haupthandlung. Das ist sein Stil, und davon ist er niemals abgerückt. Er erschuf oftmals großartige Atmosphären und Stimmungen auf diese Art und Weise, dennoch hat man bei seinen Filmen aber auch immer das seltsame Gefühl, das irgendwo was fehlt, zu kurz kommt. So eben auch hier. Ach ja, übrigens, eine düstere Utopie gibt es nicht, denn dieses Wort ist nur im positiven Sinne zu verwenden. Das was hier gezeigt wird, ist eine Anti-Utopie, oder eben eine Dystopie. Nur so am Rande das…
 
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