M.A.R.K. 13 - Hardware
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Inhalt
Moses "Mo" Baxter lebt in einer lebensfeindlichen Zukunft nach der Atomaren Katastropfe. Sein Geld verdient er mit dem Sammeln von diversem Elektronikschrott, den er aus lebensfeindlichen Gebieten in die Stadt schafft. Am Weihnachtsabend kommt er von einer solchen Tour zurück und begegnet bei seinem Aufkäufer einem weiteren Schrottsammler, er einen interessanten Metallschädel im Gepäck mit sich führt. Mo kauft ihn ab und nimmt ihn als Geschenkt für seine Freundin Jill mit. Diese ist Künstlerin und baut das gute Stück in Ihre neueste Skulptur ein. Doch der Schädel gehört zu einem Roboter der ganz neuen Generation, dem M.A.R.K 13. Er ist in der Lage, sich wieder selbst zusammen zu setzen und kann sämtliche Stromquellen zu seinen Gunsten nutzen. Während Mo erneut außer Haus ist, erwacht der Roboter zu neuem Leben...
Kommentar
Also dieser Film war für mich einer der besten die in letzter Zeit gesehen habe. Richard Stanley setzt dem Betrachter einen ganz wunderbar skurrilen Endzeit-Film vor, der herzerfrischend anders ist, und doch irgendwie das, was man erwartet hat. Ja, der Kampf Mensch gegen ultimativen Killerrobot steht im Vordergrund der Geschichte. Aber die Story wird mit Elementen wie zum Beispiel einem yoyeuristisch/stalkenden Nachbarn angereichert, die ich in einem post-nuklearen Szenario nicht erwartet hätte.
Der Film basiert auf der Comicgeschichte "Shock" von Steve MacManug und Kevin O'Neill. Die Geschichte erschien in der wöchentlich erscheinenden britischen Comicreihe "2000AD" das auch andere Comichelden wie Judge Dread hervor gebracht hat. Mac Manug und O'Neill mussten jedoch erst vor Gericht ziehen, um in den Credits als Schöpfer der Geschichte erwähnt zu werden. Nun kann mit recht behauptet werden, dass "M.A.R.K. 13 - Hardware" die erste Verfilmung einer 2000AD Geschichte ist. Auf Richard Stanley's Myspace-Seite ist ein Filmplakat von Harware II - Ground Zero zu sehen. "Comming soon" steht dort drauf. Wir dürfen gespannt sein, ich hoffe nur dass sich hierbei nicht nur um einen Neuaufguss der Story handelt, zumal der Film ja nächstes Jahr seinen 20sten Geburtstag feiert.
Wenn wir einmal von diesen Querelen absehen, dann bleibt dieser Film weiterhin sehr sehenswert. Das Budget des Filmes beläuft sich gerade einmal auf 1,5 Mio Dollar, was man dem Film nun wirklich nicht ansieht. Das Filmprojekt wurde durch einige Musiker Unterstützt die auch kleine Rollen im Film spielten. Iggy Pop ist als Radiomederator "Angry Bob" in der englischen Fassung zu hören. Lemmy von Motörhead spielt einen Wassertaxi-Fahrer der dabei seine eigene Musik über das Bootsradio zum besten gibt, und Carl McCoy - Sänger der Gruppe Fields of the Nephilim - schlepp den Roboterkopf aus der Todeszone an. Wenn so viele Musiker in einem Film auftauchen, liegt die Vermutung nahe, dass der Soundtrack entsprechen gut ist, und ja - das ist er.
Aber nicht nur der Sountrack hat es in sich, die Geschichte wird auch mit wunderbaren Bildern erzählt. Die Welt nach der Atomaren Katastrophe ist in grelle Rottöne getaucht. Es gibt einige wirklich geschickte Überleitungen zu neuen Szenen und er Roboter sieht wirklich klasse aus. Die heruntergekommene Metropole in die Mo zurückkehrt erinnert ein wenig an "Soilent Green". Auch hier belagern die Menschen ohne Obdach jedes nur erdenkliche Fleckchen Platz. Mo gehört dagegen zu einer privilegierteren Schicht die in Wohnblocks mit eigenem Wachdienst leben. Seine Freundin braucht gar nicht die Wohnung zu verlassen. Sie wird mit allem versorgt was sie benötigt. Schauspielerisch habe ich an dem Film nichts auszusetzen. Das ist auch nicht sonderlich schwer, denn eigentlich ist die Story so angelegt, dass keine Figur besonderes können erfordert.
Eine Szene hat es mir in dem Film besonders angetan. Mo ist der festen überzeugung, dass ihm in der Welt da draussen nichts ernsthaftes passieren kann, da er ja einen Biblischn Namen hat. Als er vom Schrothändler vom M.A.R.K. 13 erfährt schlägt er daher in der Bibel Markus 13 (Marc 13) auf und liest laut eine apokalytische Passage vor. In vielen Rezensionen steht daher, das der Name für den Film sich aus dieser Szene ableitet. Der Meinung bin ich ganz und gar nicht, denn die Briten benutzten die den Ausdruck "Mark" gerne so wie wir Deutschen "Typ" oder "Modell". So war der erste Panzer der Welt zum Beispiel der Mark I, der durch den Mark II usw. abgelöst wurde. Auch Jaguar brachte 1959 einen Mark II als Nachfolgemodell heraus. Auch im Film werden kurz Unterlagen zum M.A.R.K. 12 gezeigt, daher sehe ich die Szene mit der Bibel als ein wunderbares Wortspiel.
Fazit: Für mich ein Film der zu überraschen weiss und mit tollen Bildern, toller Musik und guter Story nichts zu wünschen übrig lässt. Daher gibt es von mir volle fünf Schädel.
Filmreview von: schnuff / Alle Reviews von schnuff
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Der Film ist bei cmv-Laservision, bei Laser Paradise und bei Retrofilm auf DVD erschienen.
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