Captivity
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Inhalt
Jennifer Tree arbeitet als Model und wird mittels Drogen bewusstlos gemacht und entführt. Als sie zu sich kommt, bemerkt sie ein fürchterliches Schema. Der Täter quällt sie mit ihren schlimmsten Ängsten, die Jennifer in verschiedenen Interviews bekannt gegeben hat. Durch Zufall bemerkt sie, dass sie nicht die einzigste in diesem Gefängnis ist und nimmt Kontakt zu Gary auf. Ihm ergeht es nicht anders und auch er muss das Spiel des Täters mitspielen. Als sich dann die erste Fluchtmöglichkeit ergibt, scheint es wieder Hoffnung zu geben, doch der Täter hat schon alles geplannt...
Kommentar
Seit James Wan mit seinem erfolgreichem Film "Saw" eine neue Ära der Filme ans Licht brachte, dauerte es nicht lange, bis sich einige Regisseure diese Idee für ihre eigenen Filme zu Nutzen machten.Das Prinzip dass in "Saw" gezeigt ist sehr einfach. Noch nie gesehene drastische und vor allem brutale Bilder sollten den Zuschauer schocken. Weitere Vertreter, die im Laufe der Zeit immer mehr wurden, konnten an das Original nicht anknüpfen. Mehr oder weniger hatte man sich darauf konzentriert, die Hinrichtungsszenen nur drastischer zu machen.
Auch die etlichen Fortsetzungen von "Saw" haben für mich jeglichen Sinn verloren. Viel mehr wird hier nur noch produziert, weil sich das Thema immer wieder gut verkauft. Gegen Fortsetzungen ist nun wirklich nichts zu sagen, aber mal ehrlich, kaum ist ein Sequel im Kino, wird schon der nächste Teil produziert - die reinste Fließbandarbeit! Irgendwann ist die Suppe halt mal ausgelöffelt, dann lässt sich nichts mehr rausholen. Aber dass scheint keinen zu interessieren. Auch Quentin Tarantinos Hostel hat mich nicht begeistert, obwohl dieser kurze Zeit nach Saw erschien und die beiden oft als Konkurrenten behandelt wurden.
Mit der Zeit wurde dann so einiger Schund ans Ufer gespült (Are You Scared, Broken 1 + 2, H6 - Tagebuch eines Serienkillers, WAZ). Leider fällt auch Captivity in diese Kategorie, obwohl die Produzenten von "Saw" (Lionsgate) dabei tätig waren.
Die Story ist recht simpel. Suchend nach einer passenden Frau verschleppt der Täter die schönste und steht ihr im dunklen Gefängnis als “der Retter” bei. Hm, schön schmalziges Psychodrama dass Hauptdarstellerin Elisha Cuthbert wohl auch die Nerven blank gelegt hat. Erst total erschüttert, dann sofort Lust auf Sex, dann wieder erschüttert; Nein, diese Masche funktioniert einfach nicht. Der IQ, der auf Badetemperatur beschränkt ist, erklärt auch, warum der Täter von seinem Bruder als Bestrafung (?) den Zahn drastisch gezogen bekommt. (Dabei will ich anmerken, dass man diese Szene in der deutschen Fassung nicht zu Gesicht bekommt).
Die schauspielerische Leistung ist recht akzeptabel, warum Hauptdarstellerin Elisha Cuthbert die goldene Himbeere als schlechteste Schauspielerin gewann, kann ich nicht nachvollziehen. Die anderen Hauptdarsteller machen ihre Arbeit auch recht akzeptabel.
Und wo ist die Hintergrundmusik ? Hat man die total vergessen ? Ich habe mich oft gewundert, warum hier keine passende Hintergrundmusik läuft. Dass ist so ziemlich das Wichtigste was bei jedem Film dabei sein sollte, vielmehr gibt es hier und da nur ein dumpfes Basserdröhnen. Vielleicht wollte es uns Regisseur Roland Joffé auch nicht zu gruselig machen. Wenigstens enthält der Trailer eine kleine Komposition, bravo!
Zu allem Elend ist die deutsche Fassung ein weiteres Opfer des Zensurwahns geworden, weil teilweise sogar gewaltlose Szenen entfernt wurden, wodurch einige Logikfehler entstehen.
Fazit: Ein enttäuschender Film, dessen Potenzial nicht genutzt wurde. Die Pointe, die Regisseur Roland Joffé so toll findet, ist so mitreißend wie eine Knallerbse an Silvester. Schade!
Filmreview von: Preytor / Alle Reviews von Preytor
Veröffentlichungen
Die DVD wurde bei Sony Pictures Home Entertainment veröffentlicht.
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| logos66, 29.01.10 |
| Es scheinen schlimme Zeiten zu sein, denn wie kann ein Regisseur wie Roland Joffe eine solche Granate abliefern? Ein Mann, der Mitte der 80er Jahre mit kraftvollen, zeitlosen u. mutigen Werken wie KILLING FIELD (1984) und MISSION (1986) dem britischen Kino einen Popularitätsschub jenseits des Mainstream-Kinos verschaffte. Zudem wurde dadurch der Produzent David Puttnam ein anspruchsvoller Gegenpol zu Hollywood, während der Kameramann Chris Menges mehr als einen Fuss in sämtliche Türen bekam....wie gesagt...das war mal u. kommt nie wieder... |
| erik, 06.01.12 |
| Also ich bin dankbar für die TorturePorn-Welle. Diese hat doch einige ganz nette Reihen und Filme hervorgebracht. Zu diesen ganz netten Beiträgen gehört auch Captivity. Die Story ist, obwohl Larry Cohen am Buch mitgeschrieben hat, auf den ersten Blick als SAW-Abklatsch enttarnt. Was die Logiklöscher angeht: dafür gibt es eine einfache Erklärung. Der Film war eigentlich als unblutiger Thriller geplant, wurde dann aber mit diversen Folterszenen aufgepeppt um auf der TorturPorn-Welle mit zu schwimmen. Da die Handlung nicht auf Folter ausgelegt ist passen die Folterszenen auch nicht so recht ins Grundgerüst. Ansonsten ist der Film aber mit einem zügigen Tempo ausgestattet und lässt nie Langeweile aufkommen (Was ehrlich gesagt auch an den eingestreuten Folterszenen liegt). Ich fand den ganz nett. |
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