Pet Shop Boys - Der Film
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Inhalt
Neil Tennant und Chris Lowe befinden sich auf der Durchreise in England. Der Tag beginnt, Neil fährt am Strand mit seinem Fahrrad entlang und schreibt seiner Mutter vier Postkarten. Chris beginnt den Tag, in dem er seltsame Objekte aufräumt. Zum Frühstück isst er Sachen, die ihm nicht schmecken. Genervt von seiner Mutter, verlässt er die Pension und trifft sich später mit Neil in einer Konzerthalle. Ein blinder Priester begegnet ihnen unterwegs, der zwei Schülern Geschichten über den Todesengel Luzifer erzählt. Die beiden Jungs zeigen keine Emotionen, schenken einem Clown im Schaufenster Beachtung und gehen ebenfalls auf das Konzert. Der blinde Priester sucht nach den zwei Schülern, erscheint auf dem Konzert und verwechselt die beiden mit Neil und Chris. Seine Belehrungen gehen weiter und ein heftiger Sturm kommt auf. Nach dem Konzert kommt Neil mit einem Käufer ins Gespräch. Ein Auto möchte er verkaufen, den Preis will er nicht aussprechen. Während die zwei Schüler den Priester beobachten, wie er in einer Gondel des Riesenrades nach ihnen sucht, sitzt in der nächsten Gondel eine Übergewichtige Frau die Kuchen isst, in der folgenden Gondel ein Vampir, danach ein nackter Mann der psychisch leidet. Mit dem gekauften Auto fahren Neil und der schweigende Chris weiter. Aber das schlimmste ist noch lange nicht passiert, denn England zeigt sein wahres Gesicht...
Kommentar
Als sich 1981 Neil und Chris zum ersten mal sahen, wusste wohl keiner der beiden, wie groß ihre Karriere sein wird und wie enorm der Erfolg sich auf die Zukunft auswirken wird. Nach den ersten Demoaufnahmen strebte man das Ziel weiterhin an, einen Produzenten zu finden um eine Band zu gründen. Neil, der damals noch als Journalist arbeitete, verabredete sich mit einem Plattenproduzenten namens Bobby Orlando, der für seine damaligen Werke einen Kultstatus in New York hatte. Beiderseits begeistert, kam der erste Vertrag zustande und die erste “West End Girls” Version wurde veröffentlicht. Der Erfolg hielt sich in Grenzen. Als es bei der Produktion weitere Streitigkeiten gab, kündigten die beiden und stiegen bei Parlophone ein. “West End Girls” wurde neu aufgenommen und erzielte 1985 einen weltweiten Erfolg. Ab diesem Zeitpunkt waren die beiden stark genug, um auf eigenen Beinen zu stehen und produzierten ihr erstes Album “Please”. Auch hier lässt sich der anfangs noch eher normale Humor der beiden blicken. Die Idee dahinter war, dass falls ein Kunde die Platte kaufe möchte, darum bitten sollte. Und in England ist dies eine Art der Höfflichkeit, also ein nicht umgehbarer Witz der dahinter steckt: “Could I have the pet shop boys album, please?”Der heute mehr als bekannte Hit “Suburbia” stammt ebenfalls aus dem ersten Album. Nach einer längeren Pause zeigten sie 1987 erneut, dass “It's a sin” und “Rent” ganz oben für die Charts bestimmt waren. Erste Videoproduktionen, die speziell auf dass zweite Album “Actually” ausgerichtet waren, führten dann zu der Idee, einen kompletten Spielfilm zu produzieren. Jack Bond war der auserwählte Regisseur und Autor der Pet Shop Boys, da sie einige Beiträge von ihm in Interviews gesehen hatten und seine Einstellung sehr schätzten. Nach nur drei Wochen waren die Produktionen abgeschlossen. Gedreht wurde in Caston, im Süden Englands, da die "englische" Landschaft hier besonders wirksam rüberkam. Man bekommt ein England zu Gesicht, dass in einer von Dunkelheit und Fiktionen umgebenen Welt liegt, in der die Pet Shop Boys zeigen konnten, wie Sie die Welt auffassen und mit ihrer Musik verbinden. Hinzugesteuert kamen neun ihrer bereits veröffentlichten Songs, die während des Film von Neil gesungen werden.
Oberflächlich betrachtet ist “It couldn‘t happen here” nichts anderes als ein Musical, in dem Neil und Chris ihre Songs spielen und dabei durch England reisen. Und so seltsam es auch klingen mag, zu den gezeigten Situationen können die Songs anfangs keinen eigentlichen Sinn vermitteln. Wenn im Autoradio “Shopping” von den beiden läuft, regt dies allerdings sehr zum Nachdenken an. Denn keinesfalls geht in diesem Lied um das “einkaufen” oder ähnliches. Im Prinzip spielt der Film in einer surrealistischen Welt - nach dem Motto, nichts ist so wie es scheint. Träume sollten wahr werden, die Grenzen des Unterbewusstsein sollten gebrochen werden und alles was es bisher gab überschreiten. Dieses Ziel begleitet den Film von Anfang an. Den selbst wem man den Film gesehen hat, so fällt es einem doch schwer zu beurteilen, was man genau gesehen hat. Was war die Absicht des Filmes, was wollte man damit vermitteln ? Was für ein England wurde uns hier gezeigt ? In einer gewissen Art ist es eine Traumwelt von England, fast eine Reise durch die Psyche Englands, die sehr unterschiedlich und seltsam ist. Sein Still ist sehr eigenwillig und in der Tradition britischer Regisseure wie Michael Powell und britische Filme wie “Brighton Rock” gehalten. Zu diesem Meisterwerk haben aber auch die tollen Schauspieler beigetragen. Dies sage Ich nicht nur als Fan, denn wer einige britische Komödien kennt, wird schnell merken, wie sehr sich die Schauspieler in ihre Rollen hineinversetzen. Und eine derartige Leistung vervollständigt das Ganze.
Neil Tennants Charakter zu beschreiben ist gewiss nicht einfach. Vom Gesamtbild ist Neil sicherlich der offenere Mensch der beiden. Bei den meisten Interviews / Konzerten etc. ist er der Führende und gibt mit seinen stilistischen Mittel den Ausdruck nieder. Mit Chris an seiner Seite hat er somit einen völlig neuen Charakter gefunden. Er konnte nun “aus sich rausgehen“, und entwickelte ein größeres Selbstvertrauen.
Chris Lowe hingegen ist keinesfalls ein Mensch, der seine Arbeit nicht liebt. Aufgrund dass er eine eher freundlose Kindheit hatte, hat dies seinen Charakter geprägt. Er ist der scheuere Mensch, der sich bevorzugt hinter seiner Mode "versteckt". Bei den meisten seiner Auftritte trägt er Mützen, Sonnenbrillen und andere Utensilien, worauf Neil allerdings verzichtet und somit den perfekten Gegensatz darstellt. Somit ist es auch kein Zufall, dass Chris im Film (!) kein einziges Wort von sich gibt. In diesem Sinne schauspielern die beiden nicht, sie sind einfach nur so wie immer. Neil läuft immer voraus und Chris läuft brav hinterher.
Dann gebe es noch den absolut bewundernswerten Joss Ackland, (Crescendo - Die Handschrift des Satans, Jekyll und Hyde) der mittlerweile schon in mehr als 100 Filmen mitgewirkt hat. Er verkörpert den blinden Priester und spielt seine Rolle nahezu perfekt. Seine Tatsachen regen zum Denken an, hier ist ein Originalausschnitt aus den Film:
“Wenn du Gottes Gesetze im reinsten Licht sehen willst, musst du deine Augen zum Himmel richten... auf deinem ausgewählten Weg begleiten dich die Sterne...” Diese Szene spielt sehr am Anfang und dem Zuschauer wird klar gemacht, welche Rolle er spielt. Er spricht für Neil und Chris sozusagen, Dinge die uns nicht logisch erscheinen vermittelt er zwischen den Fronten, allerdings in seiner eigenen Sprache. Oft ist die Rede von Luzifer, dem Todesengel. In einer späteren Szene läuft zu einer weiteren Aussage im Hintergrund ,“It's a sin”. Ein Song der das Leben beschreibt, wie man es nie richtig machen kann. Egal was man getan hat, wohin man auch geht oder was man auch machen wird, es ist eine Sünde.
Weitere klassische Songs wie “Two divided by zero” (Zwei geteilt durch Null) laufen während des Filmes. Der eher niveaulose Titel, der keinesfalls so ist wie es scheint, zählt nach wie vor noch zu meinen Lieblingssongs. Die Idee kam von einem Taschenrechner von Chris, der jedes mal dieses Geräusch von sich gab, wenn das Ergebnis einer Division Null ergab und man entschloss sich auf Grund der zwei Bandmitglieder den Song “Zwei geteilt durch Null” zu nennen. Logischerweise müsste die dazugehörige Szene im Film sich mit der Mathematik oder ähnlichem befassen. Stattdessen werden in dieser Szene Neil und Chris von einem Flugzeug beschossen. Natürlich zeigen beide keinerlei Angst oder Gefühle.
Ein absolut grandioser schwarzer Humor begleitet den Film durchweg. Der binde Priester schaut durch ein Fernrohr und ärgert sich, dass er nichts sieht und dass sein Geld weg ist - einfach nur klasse! Lediglich der offene und dramatische Schluss hätte besser sein können. Man erfährt nicht, warum die beiden auf der Durchreise sind und wo die Geschichte endet. Oder warum sie auf das Konzert gehen und viele andere Fragen, auf die es keine Antworten gibt. Passend dazu läuft im Abspann “I want to wake up” (Ich möchte erwachen) - Erwachen aus dem Traum in dem sie sich befinden, was sie gerade erlebt haben. Deswegen ist es auch nicht verwunderlich, dass viele Ereignisse im Film keinen Sinn ergeben und unbegründet bleiben, denn Träume können schließlich alles sein - Wünsche, Ängste, Erlebnisse, unsere Fantasie - und Pet Shop Boys.
Und genau dass ist es wiederum, was mich an den beiden bzw. ihrem Film beeindruckt. Aus Nichts etwas zu machen. Die Welt der Pet Shop Boys fasziniert mich nicht nur durch ihre Musik oder wie ihrem ersten Film, sondern auch ihre Leidenschaft, die man ihnen immer wieder anmerkt. Dabei richten sich die beiden nach dem Prinzip, Regeln einzuhalten und Regeln zu brechen. Zu jedem Album lassen sie sich etwas neues einfallen, sowohl von ihrem beachtlichem und aussagekräftigem Outfit, als auch von ihrer Musikrichtung. Ihr Image ist nach wie vor einzigartig, es gab keine Band, die gleichzeitig hochwertige und ironische Texte schrieb und diese so sehr mit Kunst und der menschlichen Psyche verbindet. Ihre Photosessions beeindrucken mich immer wieder, sie stehen dazu, was sie machen und leben ihre Fantasie aus. Mit ihrer Musik haben sie weltweit Millionen von Menschen begeistert und können zu Recht als Hitmasche der 80er Jahre bezeichnet werden. “It couldn‘t happen here” ist nicht nur ein Highlight ihrer Karriere gewesen, sondern auch ein kleiner Höhepunkt der Filmgeschichte. Keine Band hat zuvor je einen Film gedreht, bevor sie live auf der Bühne standen - und dazwischen liegen satte vier Jahre Erfolggeschichte. Die lebende Biografie, die gerade mal aus den ersten Jahren besteht, zeigt hauptsächlich Ereignisse der Band und ihrem ganzen Leben. Für alle Fans, oder die, die es werden wollen, wäre hier der perfekte, aber auch sehr anspruchsvolle Einstieg. Wer die englische Sprache gut beherrscht und die Chance hat diesen Film zu sehen, der sollte sie auch nutzen, denn der Film ist nur noch schwer zu finden.
Filmreview von: Preytor / Alle Reviews von Preytor
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Der Film wurde als VHS und Laserdisc in England veröffentlicht. Zeitgleich wurden von Picture Music International zwei spezielle Laser Disc Fassungen in Japan und Amerika veröffentlicht. 1997 wurde der Film auch in Deutschland bei Arsenal Filmverleih / Rainbow Video herausgebracht. Da auch ältere Konzerte auf DVD erschienen sind, findet dieser Film vielleicht doch noch seinen Weg auf die DVD. Auf DVD gibt es ihn bislang nur in verschiedenen und vor allem seltenen Bootleg-Fassungen.
Filmbewertung
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Weitere Kommentare zum Film
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| Wollo, 08.08.09 |
| Dies ist ein beachtliches Review und ganz sicher Dein bestes, welches Du bislang für diesen schönen Platz im www geleistet hast. Man merkt ihm Deine offensichtliche Hingabe an die Band genau so an wie Deinen missionarischen Eifer, uns die Petshop Boys (nicht nur) mit diesem Film ans Herz legen zu wollen. Ein echter Fan des Duos war ich persönlich nie, wenngleich ich z.B. "Westend Girls", "Rent" oder auch andere Nummern von ihnen immer recht knorke fand und finde. Ihre letzte Platte war nett, leider nicht mehr. Aber darum soll es jetzt und hier nicht gehen. Mach weiter so und vermittel uns Deine Begeisterung für den jeweiligen Film, denn das sind die Reviews, die ich lesen will. Chapeau! Jetzt habe ich allerdings wieder das Problem, dass ich eine Bewertung zu eine Film abzugeben habe, den ich nicht kenne. Aufgrund Deiner Beschreibung vergebe ich vier Schädel, denn zum einen vertraue ich Dir, zum anderen kann ich mir schon vorstellen, dass der Film durchaus gelungen ist. Ich versuche mal, mir den Film demnächst zu besorgen, eventuell korrigiere ich dann das Rewarding. |
| Preytor, 02.09.09 |
| Ich habe erfahren dass du und Zoltan den Film geschaut habt ? Mich würde wirklich interessieren, wie euch der Film gefallen hat? |
| Wollo, 15.09.09 |
| Okay, unlängst war ich gerade ein wenig angefressen weil ich einen ziemlich langen Kommentar verfasst habe und eine Trennung meiner Internetverbindung, die nicht von mir herbei geführt worden ist, das Geschriebene wieder in Stücke gehauen hat und irgendwo im digitalen Nirvana hat verschwinden lassen. Tolle Wurst! Also musste ich nochmal von vorn beginnen, wozu ich am betreffenden Abend dann nicht mehr so die rechte Lust zu hatte. Sei’s drum! Tatsächlich haben Zoltan und ich uns kürzlich den Streifen zu Gemüte geführt und konnten beide leider nicht Deine Begeisterung, lieber Preytor, für diesen Film teilen. Ich kann nur für meine Wenigkeit sprechen und muss zum einen sagen, ich bin ja nun nicht der ganz große Pet Shop Boys Fan (auch wenn ich wie bereits erwähnt manch eine Nummer der beiden Herren zu schätzen weiß) und mich hat die Dauerberieselung mit ihrer Musik dann doch schlicht irgendwann überfordert. Aber das war nicht der einzige Grund, weswegen der Film für mein Daherhalten einfach nicht funktioniert hat. Klar, man stellt sich, wie Du ja auch in Deinem Review anmerktest, am Ende die Frage, was habe ich denn hier nun eigentlich gerade gesehen? Ein Musical ganz sicher nicht, und das ist auch gut so. Dennoch kann ich zu keinem anderen Ergebnis kommen, als das wir es hier mit nichts anderem zu tun haben als eben doch einem überlangen Musikclip, der letztlich lediglich dem Zweck gedient haben wird, die Musik der Herren Tennant und Lowe an den Kunden zu bringen, denn ein Film als solcher bringt ja eigentlich normalerweise eine Geschichte zum Tragen, und eine solche ist hier allemal marginal in ganz groben Ansätzen erkennbar. Es fehlen Sinn und Verstand – leider, denn eigentlich wollte ich den Film ja gut finden! Möglicherweise sollte hier ein ambitionierter Kunstanspruch formuliert werden, der aber letztlich daran gescheitert ist, dass man einfach zu viel Buntes in den Kessel geworfen hat. Nur leider kam am Ende dabei kein wohlschmeckender Zaubertrank heraus, sondern vielmehr ein undankbarer und angeberischer Allerlei Eintopf, der auch noch am eigenen Dampf verköchelte. Vielleicht trachteten die Pet Shop Boys auch danach, mit diesem Streifen ein möglichst seltsames Image von ihnen als Band wiederzuspiegeln, einer Mischung aus bowieesker Exaltiertheit, weirdem surrealistischem Ausdruck, multimedialer DaDa (oder besser GaGa) Verliebtheit und nicht zuletzt auch dem nötigen Quentchen britischem Patriotismus, auch wenn freilich erkennbar ist, dass hier zwar mit einer gewissen Ironie gespielt wird, die aber dann doch nicht klug genug zu Ende gedacht worden ist um so richtig zu funktionieren. Warum? Nun, da haben wir zunächst einmal den Umgang mit den beiden urtypischsten Humorformen des britischen Ausdrucks davon, nämlich den schwarzen Humor und der Absurdität. Beidem wird im Film im großen Maße gehuldigt, besser aber ausgedrückt, versucht zu huldigen. Im Land ihrer Königin Lisbeth ist dies eine große Tradition, siehe hierzu die Monty Pythons, Peter Sellers, Marty Feldman, sogar Benny Hill. Hier aber scheitert der Witz viel zumeist schon am eigenen Anspruch, am falschen Timing, oder schlicht daran, dass er eigentlich gar nicht lustig genug ist. Auf der einen Seite versucht man einen intellektuellen Jokus an den Mann zu bringen, der aber einfach nur verkopft wirkt, wie beispielsweise bei den Existentialismus Monologen der Bauchrednerpuppe. Huh!, Sartre und so!! Auf der anderen Seite übertreibt man es gnadenlos mit der Skurrilität, wie exemplarisch in der Frühstücksszene in der Pension, in welcher Chris in die Handlung eingeführt wird, der übrigens sehr wohl im Film einige Sätze spricht! Freilich hat man auch versucht, sich in die durchaus britische Tradition der Bandmovies einzureihen, man möge sich hierzu exemplarisch die Kooperationen der Beatles mit Richard Lester anschauen („A Hard Day’s Night“, „Help“), Pink Floyds mit Alan Parker („The Wall“) oder, zwar letztlich später, dennoch ebenso gescheitert was den Sinn betrifft, oder sagen wir besser, eigentlich nur für den sehr geneigten Fann von wirklichem Interesse, „Spice World – The Movie“, den Spice Girls Film von Bob Spiers. Die beiden Beatles Filme funktionieren ja aufgrund ihres skurrilen Humors noch durchaus. Klar, dies ist sicherlich ein Humor, welcher dem Zeitgeist unterworfen ist, und nicht anders ist es ja auch bei den Spice Girls oder eben den Pet Shop Boys; Pink Floyds Film hingegen ist einfach nur ein Mahnmal megalomanischer Selbstbeweihräucherung/-überschätzung, also ein riesiger Ego_Trip ihres damaligen Hauptsongschreibers Roger Waters, der das Ding ja auch nach seinem Ausstieg bei den Prog-Rock Langweilern (da stehe ich zu!) größenwahnsinnig auf dem Potsdamer Platz im Jahre 1990, also kurz nach dem Mauerfall, mit den größten Popstars der damaligen Zeit als Zaungäste aufführte. Aber gut, das soll uns an dieser Stelle gleich sein, obwohl, so völlig eins aber auch nicht, denn gerade im letzten Drittel haben sich die Pet Shop Boys ziemlich offensichtlich schon von der Pink Floyd’schen Bildsprache anstiften lassen, denn da sehen wir ordentlich pyrotechnische Effekte, die mitunter fast eins zu eins kopiert wirkten bei den älteren Kollegen, und eben reichlich Weltkriegssymbolik, mit der sich die Mannen um Waters ja auch schon Sympathien bei ihren Landsleuten einzuheimsen suchten. Traurige Soldaten auf einsamen, dunklen britischen Bahnhöfen. Man sieht schon, das will alles gar nicht so recht zusammengehen. Und so kam dann auch der gesamte Film daher. Klar, wenn man nun absoluter Anhänger dieser an ihrem Gesamtwerk gemessenen sicher großen, verdienten Band ist (respektive Duo), dann kann man schon Spaß an diesem Streifen haben, doch alle anderen werden eher ihre Schwierigkeiten mit diesem, nun, Film?, Werbeclip?, Präsentation des künstlerischen Schaffens?, was auch immer, feststellen, und so muss auch ich nun schweren Herzens meine vorab in Unkenntnis gegebene Viererwertung nach unten richtig stellen und gegen eine zwei eintauschen. Gern hätte ich da was Besseres vergeben, aber so ist das nun mal! Wie sagt die britische Zunge so gern? – Not my Cup of Tea!!! |
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