Mircalla
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Inhalt
Vampire leben unter uns. Entgegen der Behauptungen, die man aus Filmen und Literatur kennt, können diese auch bei Tag wandeln. Es gibt Vampirköniginnen und Drohen, die ohne ihre Königin nicht lebensfähig. Die einzige Möglichkeit, wie eine Vampirkönigin sterben kann, ist wenn sie das Blut einer anderen Königin trinkt. Mircalla Karnstein, eine solche Königin, ist neu hinzugezogen und sorgt ihm Haus für eine Verkettung tödlicher Ereignisse.
Kommentar
Der Titel machte mich bereits neugierig und lässt auf eine weitere Camilla-Vampirgeschichte hoffen. Und in der Tat, Christian Jürs, der zuvor bereits einige Kurzfilme drehte und hier das Drehbuch schrieb und selber Regie führte, liefert mit dieser No Budget Produktion einen knapp 40 minütigen Amateur-Vampir-Kurzfilm ab, der dem Genre mit der Königin und den Drohnen ein paar neue Ideen hinzufügt. Die Namensgeberin heißt dann im Film auch verheißungsvoll Mircalla Karnstein, aber keine Angst, es ist keine Fortsetzung von Hammers Karnstein-Trilogie, er hat seine eigene Story, die nicht an die Hammer-Filme angelehnt ist. Gut, die Handlung ist schon mehr als dünn, so dass diese selbst auf dem DVD-Cover nicht angegeben ist. Dafür dürfen fast talentfreie Laiendarsteller öfters zubeißen, nachdem sie ihre Opfer mit hypnotisch leuchtenden Augen gefügig gemacht haben.No Budget ist hier wirklich Programm, die unbekannten Darsteller dürften allesamt aus dem Freundes- und Familienkreis des Regisseurs kommen, gedreht wurde mit einer normalen Digicam in schlecht ausgeleuchteten und tristen Räumen, die zwar eine eigene Atmosphäre haben, die mir aber nicht wirklich zusagt. Dafür gibt es ein paar nackte Tatsachen zu bewundern, besser als nichts. Das Beste am Film ist aber noch die Musik von „Crumbs“, „Dressed“ und „Nora & Leo“, die bei der DVD als Beilage erhältlich ist.
Liebhaber von Amateurfilmen wie „Montrak – Meister der Vampire“ und „Night of the Vampire Hunter“ können durchaus einen Blick riskieren, wer mit Amateurfilmen nichts anfangen kann, sollte sich besser woanders zugreifen.
Filmreview von: Marcus Littwin / Alle Reviews von Marcus Littwin
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Der Film ist bei Saltatoria Pictures als Special Edition inkl. Soundtrack-CD erschienen. Besonders amüsant sind die Kritiken zum Film.
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| Wollo, 09.07.09 |
| Eigentlich ist der Film meiner bescheidenen Meinung nach durchaus um einiges gelungener als hier dargestellt. Sicher, die Schauspieler waren wohl kaum Profis und wirkten nicht mal annähernd so, aber macht ja nix, denn dafür hat Meister Lürs sich Gedanken gemacht und einige gute neue Ideen verwirklicht. Der Umstand, dass eine Vampirkönigin nur dadurch getötet werden kann, dass sie das Blut einer anderen Königin trinkt, ist meines Wissens neu und gar nicht mal so doof. Auch die Stimmung, die der Film erzeugt, eben genau dem Umstand geschuldet, dass er in normalen "trostlosen" Wohnungen spielt (wie bei Amateurfilmen durchaus üblich) und die teilweise ungelungene Ausleuchtung des Films - Neonlicht scheint hier manches mal professionelle Scheinwerfer ersetzt zu haben - verleihen dem Film durchaus den kühlen Look der 1980'er Jahre. Auch die Synthezisermusik, die verhalten sparsam, aber durchaus effektiv eingesetzt wurde und manches Mal fast an die guten alten Scores eines John Carpenter gemahnt, trägt zur unterkühlten Atmosphäe des Films bei. Letztendlich handelt es sich hierbei um einen Film, in welchem glaube ich schon Herzblut steckt, und das merkt man dem Ergebnis auch an. Der Vergleich mit "Montrak", dem wohl grottenschlechtesten Amateurfilm, den ich je gesehen habe, möchte ich hier nicht gelten lassen, denn Christian Jürs hat hier einen viel besseren Film gemacht. Klar, Luft nach oben gibt es fast immer, aber ich würde meinen, wenn man dem Mann ein professionelles Umfeld geben würde, in welchem er seine Ideen ausarbeiten könnte, dann würde er sehr wohl veritables zuwerke bringen. Und im Übrigen denke ich, das hat er hier mit diesem Film auch schon getan. Studios, gebt ihm Geld, er wird es Euch einspielen, denn der Mann hat Ideen! |
| castor, 10.08.09 |
| Nunja, Wollo scheint ein Beteiligter der Produktion zu sein - oder aus dem Freundeskreis von Jürs zu kommen. Das solche Filme immer in Wohnzimmern spielen, wo meist Filmplakate an den Wänden hängen und Kuscheltiere die Regal zieren, ist in diesem Genre des Amateurfilms so üblich. Auch das die Beleuchtung nicht stimmt. Und dass das Drehbuch keine Struktur und Dramaturgie bestitzt, ist in diesem Bereich nun mal Standart. Die Mircalla-Filmreihe ist fragmentarisch und insgesamt nur dürftig vom Drehbuch (auch die Langfassung ist da nicht besser). Jürs wollte einen Trashfilm drehen, der sich an die damaligen Filme orientiert. Nur ist ihm das leider nicht so gelungen, denn er hat keinen Trashfilm des Genres gedreht - sondern einen Natur-Trash-Film: Jürs hat sich selbst die Zeit nicht gelassen, den Trash auch filmisch herauszuarbeiten. Die fehlende Beleuchtung und das komische Umfeld des Films sind ja unbeabsichtigt - hier wurde also nicht Trash absichtlich produziert, sondern es ist Trash entstanden, weil es gar nicht anders ging. Handwerklich (also von Schnitt, Kamera und Musik) ist er schon in einem besseren Amateurfeld angekommen. Wenn Jürs sich jetzt mal selber in dem was er tut wirklich ernst nimmt und einen Film gestaltet (!), sich mehr Zeit für Idee und Drehbuch läßt, das Setting mal aus den eigenen Wohnzimmern und Büros enthebt und sich mal Mühe gibt was anderes zu suchen - dann ist Entwicklung gut möglich. Er braucht eine Idee, an der er sich gut halten kann - und dann Leute, die es ihm auch so umsetzen. Mir gefielen einige Kameraführungen von ihm schon ganz gut, da spielt die Qualität der Kamera keine Rolle. Zeitlassen und Ernstnehmen - am Ende eine Sache von Übung, Aufmerksamkeit und Lernbereitschaft. Ich weiß, das es bei ihm besser geht. Hier hat er sich in drei Filme zerfranst. Anstatt sich für nur einen Kurzfilm mehr Mühe zu geben, hat er sich - um des Drehens-Willen - in eine unübersichtliche Handlung begeben, die am Ende nur Unsinn ist und keine Spannung aufbaut. Er wollte zuviel. Da Filmen aber ein Prozeß ist, bin ich gespannt, wie sein nächster Film wird. Jürs hat gezeigt, das er ein Fundament besitzt, auf dem er Filme machen kann. Schnitt und Kamera zeigen, das in ihm ein Gespür für die filmische Erzählung heranwächst. Nun muß er das nur noch ausbauen. PS: Im Übrigen ist die Musik gut. |
| Wollo, 10.08.09 |
| Nein, Wollo ist weder verwandt, verschwägert noch in irgendeiner Form persönlich bekannt mit dem Filmemacher oder irgendjemandem sonst, der in den Prozess des Films eingebunden war. Ich empfand den Film halt so, wie ich es hier geschildert habe. |
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