Quarantäne
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Inhalt
Angela, eine hübsche quirlige Fernsehreporterin, soll gemeinsam mit ihrem Kollegen und Kameramann Scott eine Reportage über die Nachtschicht bei einer Feuerwehr in Los Angeles drehen. Während sie die Arbeit der Männer kommentieren, begleiten sie diese auch zu einem über Notruf gemeldeten Einsatz in einem kleinen Apartmenthaus.
Gemeinsam mit der dort bereits anwesenden Polizei gehen sie in die Wohnung einer alten Dame hinauf die durch ihre grauenhaften Schreie den Notruf durch die Nachbarn ausgelöst hatte. Was sie dort vorfinden ist eine scheinbar schwerkranke, infizierte Frau die plötzlich wie von Sinnen auf die Feuerwehrmänner los geht und einen von ihnen übel beißt.
Als sie die Frau erschießen und den schwer verletzten Helfer aus dem Haus schaffen wollen, erleben sie die nächste Überraschung denn das Haus wird plötzlich von einer Spezialeinheit von außen abgeschottet und verriegelt! Nach und nach werden Telefon, Internet und Fernsehverbindungen gekappt, Fenster und Türen verbarrikadiert, alles versiegelt und von den Behörden unter Quarantäne gestellt. Ohne dass die darin eingeschlossenen Menschen wissen was los ist, sind sie nun gefangen in einem Haus in dem innerhalb von kürzester Zeit immer mehr von ihnen durch diese aggressive und hochgradig ansteckende Form von Tollwut zu grauenvollen Zombies mutieren und die übrigen nun jagen!
Kommentar
Dieser US-amerikanische Horrorfilm ist das in Rekordzeit entstandene Remake des spanischen Horrorfilms "[REC]" aus dem Jahr 2007 von Jaume Balagueró und Paco Plaza. Die nur ein paar Monate nach dem Original entstandene Neuverfilmung von John Erick Dowdle, der auch gemeinsam mit Drew Dowdle das Drehbuch schrieb, soll angeblich fast eins zu eins nachgestellt worden sein und bis auf ein paar winzige Kleinigkeiten nichts Neues bieten. Da ich nur die amerikanische Version hier kenne, beide aber gleich gut auf ihre Art und Weise sein sollen, bewerte ich diese nun als eigenständigen Film und nicht als Remake.
Tja was soll ich dazu sagen. Obwohl ich Filme die mit der verdammten Handkamera gedreht wurden normalerweise hasse, und auch so über-drüber- super-hysterisches Rumgeschreie nicht ertrage, hat dieser hier trotzdem etwas an sich das mir doch sehr gut gefiel. Liegt es an der interessanten Story die zwar nicht neu ist aber trotzdem gut funktioniert, an den Schauspielern, dem Blutgehalt oder den gruseligen Zombies, der klaustrophobischen Atmosphäre als sie von Außen die Fenster und Türen versiegeln und man automatisch Platzangst kriegt, keine Ahnung.
Fakt ist, dass dieser Film auf jeden Fall die Meinungen spaltet und wesentlich mehr Potential gehabt hätte als ausgeschöpft wurde, bzw. die Nerven teilweise im negativen Sinne bis aufs Äußerste spannt aufgrund mancher Szenen die fast schon unerträglich sind. Dies beginnt schon bei den ersten 10 Minuten die durch das permanente Dauergefasel der aufgedrehten Reporterin, der saudämlichen Kommentare und der nervigen Wackelkamera ganze Zeit große Geduld erfordert. Da das ganze Ausschmücken und übertriebene Darstellen der Feuerwehrmänner bei ihrer nächtlichen Routine aber Gott sei Dank eben nur 10 Minuten und nicht gleich eine ganze halbe Stunde wie bei Cloverfield dauert, ist es gerade noch zum anschauen wenngleich man nichts versäumt wenn man etwas vorspult. Ab dem Haus aber dann wird es super spannend!
Die Zombies sind sehr gut hergerichtet worden, die Hintergrundmusik oder besser gesagt dass eben fast keine Musik da ist, lässt das Ganze dann noch spannender rüber kommen. Manche Szenen sind schön brutal wie z.B. als einer übers Gelände runter fällt und auf den Stufen aufprallt, der Feuerwehrmann Jay Hernandez (Hostel 1 & 2, World Trade Center) der dem kleinen Mädchen mit dem Hammer den Kopf einschlägt oder der Kameramann Steve Harris (Minority Report) der eine Frau mit der Kamera zu Tode prügelt (geil!!) dass das Blut nur so spritzt.
Leider zerrt das permanente hysterische Durcheinanderschreien der Leute fast unerträglich an den Nerven. Am liebsten würde man bei dem ganzen Chaos selber ganz laut dazwischen schreien: „ Ruhe! Haltet endlich alle euer Maul“ wie der Hausverwalter Rade Šerbedžija (Mein grosser Freund Joe, The Fog - Nebel des Grauens, Surface - Unheimliche Tiefe). Das Rumgestreite weil manche in ihre Wohnung rauf wollen und der Polizist das dauernd verhindern will, sowie die komische nervige Synchro des Kameramanns und der Reporterin, machen einen ganz kribbelig.
Vor allem als Jennifer Carpenter (Der Exorzismus von Emily Rose) dann zu hyperventilieren und zum rum japsen anfängt. Am liebsten hätte ich sie geschüttelt und sie angeschrieen das sie normal atmen soll gefälligst. Andererseits ist es schon sauspannend als sie in dem komplett finsteren Labor nur mit der Nachtsichtfunktion rum tastet wie Jodie Foster einst in Das Schweigen der Lämmer, nur dass hier statt dem Serienkiller der unheimliche alte Zombie im Hintergrund rum geistert. Nervenzerfetzend als sie sich den Mund zu hält, so auf die Kamera zu kriecht und dann… na ja.
Der Schluss ist einfach nur blöd, erschreckend und hinterlässt ein beklemmendes ungutes Gefühl weil man nicht weiß wie es weitergeht und was mit dem Haus weiterhin passiert. Brennen die es von außen nieder, sprengen sie es in die Luft, was passiert weiter und was hatte es überhaupt mit diesem Labor auf sich?
Da sich das sehr viele gedacht haben müssen, und der Film generell ein großer Erfolg war, wird gerade an einem zweiten Teil gearbeitet der aber diesmal eine komplett eigenständige Geschichte haben, und nichts mit dem noch heuer erscheinenden [REC] 2 zu tun haben soll. Eine Szene die mir auf jeden Fall im Gedächtnis bleiben wird ist die als eine Ratte totgetreten wird und es ihr die Gedärme und das ganze Blut nur so rausdrückt. Und alles fest in Großaufnahme mit der Kamera drauf dass alles so echt aussieht dass ich mir nicht sicher bin ob das nicht wirklich echt war. So was mag ich nicht.
Fazit: Wer auf Filme alias Blair Witch Project, Diary of the Dead, oder Cloverfield steht, wird mit Sicherheit auch hier seine Freude damit haben.
Filmreview von: Berti / Alle Reviews von Berti
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Der Film ist bei Sony Pictures Home Entertainment auf DVD und Blu-ray erschienen.
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