Der Mann ohne Gnade - Death Wish II
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Inhalt
Der erfolgreiche Architekt Paul Kersey lebt nun schon seit fünf Jahren in Los Angeles wo er nach seinem blutigen Rachefeldzug gegen die New Yorker Kriminalität einst übersiedelt ist, nachdem ihm Frank, der Cop der ihn damals schnappte, unter vier Augen nahe legte die Stadt ohne Konsequenzen zu verlassen und neu an zu fangen.
Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin besucht er oft seine traumatisierte Tochter die nach der brutalen Vergewaltigung damals, immer noch nicht spricht aber langsam auf dem Weg der Besserung ist.
Als ihm eines Tages von einer Kriminellen Bande die Brieftasche geklaut wird und sie so an seine Adresse kommen, brechen die Gangster in seine Wohnung ein und vergewaltigen und ermorden Pauls Haushälterin. Als dieser mit seiner Tochter nach Hause kommt, wird er brutal niedergeschlagen, seine Tochter von den Schweinen entführt und wie damals erneut mehrfach vergewaltigt. In einem unbeobachteten Moment nimmt sie sich das Leben indem sie sich aus dem Fenster stürzt.
Als Paul dies erfährt, gibt es für ihn kein halten mehr und nimmt das Gesetz abermals in die eigenen Hand. Er mietet sich ein Hotelzimmer, mischt sich in unauffälliger Kleidung unter das Gesindel auf der Straße, spürt einen nach dem anderen von den Bandenmitglieder auf und streckt sie nacheinander nieder…
Kommentar
Dieser brutale Selbstjustizthriller von Regisseur Michael Winner (Ein Mann sieht rot, Scorpio, der Killer) ist der zweite Teil der erfolgreichen 5teiligen „Death Wish“ Reihe mit Charles Bronson der sieben Jahre nach dem ersten Teil „Ein Mann sieht rot“ entstand und seinen Titel nicht ohne Grund trägt.
Der Mann hat hier wirklich keinerlei Gnade und streckt gezielt einen nach den anderen von der brutalen Gangsterbande die seine Tochter auf dem Gewissen hat nieder, wozu er im ersten Teil nicht die Möglichkeit hatte. Da metzelte er zwar auch alles kriminelle Gesocks nieder was ihm vors Rohr kam, doch die Mörder seiner Frau erwischte er leider nie. Anders als im Vorgänger wartet er hier nicht ab was die Polizei in dem Fall tun und unternehmen wird, weigert sich mit ihnen zusammen zu arbeiten und macht sich sofort selbst ans Werk. Perfekt organisiert und getarnt, lebt er des Nachts nun wieder sein Doppelleben als Racheengel aus, bis ihm seine Freundin (Jill Ireland, die damalige Ehefrau von Bronson) durch einen bösen Unachtsamkeitsfehler seinerseits dahinter kommt.
Also irgendwie ist dieser Teil fast mit dem ersten Teil identisch. Er bietet inhaltlich nichts Neues was man im ersten Teil nicht auch schon gesehen hätte. Sogar manche Dialoge sind fast genau übernommen worden wie etwa das von dem Ehepaar in der Tiefgarage das er gerettet hatte als diese dann nachher ihre Zeugenaussage machen sollten. Der Polizist aus dem ersten Teil hat auch hier wieder diese nervige Allergie in der er die ganze Zeit rum rotzt und niest, Paul fährt auch hier wieder mit den Öffis und hält eine Zeitung in der Hand während die Fahrgäste von den Pöbeln belästigt werden und man nur auf den Knall wartet bis er wem durch die Zeitung erschießt (was hier aber nicht passiert, vermutlich aus Absicht eben WEIL man drauf wartet..). Auch die Verletzung die er zufällig wieder an derselben Stelle bekommt, darf nicht fehlen. Von dem Polizisten der ihm abermals wieder hilft, ganz abgesehen.
Die Vergewaltigung ist auch hier wieder der Knackpunkt für Pauls umstrittene Selbstjustiz was aber diesmal doppelt hart für ihn ist weil er ja schon seine Frau auf diese Weise verloren hatte und nun auch noch seine Tochter quasi zum zweiten Mal und nun sogar für immer. Aber mal ganz ehrlich: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass einem Mann zwei Mal das selbe widerfährt indem in zwei verschiedenen Städten zwei Mal bei ihm eingebrochen wird, und wieder eine Frau in seinem Haus vergewaltigt und ermordet wird die ihm nahe steht und dann noch dazu seine Tochter zum zweiten Mal das alles durch machen muss?? Also bitte. Für mich fehlte hier der besondere Kick der im ersten Teil z.B. der Zwiespalt war den Paul hatte und wie er zu dem Ganzen gekommen ist. Was er dabei empfand und so weiter. All dies fehlt hier. Völlig eiskalt, fast schon langweilig weil voraussehbar.
Die Vergewaltigungsszene ist übrigens auch hier wieder hart, kommt allerdings nicht so verstörend wie im ersten Teil rüber weil unter anderem die Musik nicht so gut wie im ersten Teil war. Jimmy Pageein, der bekannte britische Gitarrist, Gründer und Produzent der britischen Rockband Led Zeppelin und Mitglied der Gruppen Yardbirds und The Firm wurde für seinen Score mit einer Goldene Himbeere für die „Schlechteste Filmmusik“ nominiert. Die Musik ist aber auch wirklich nichts Besonderes.
Was die Schauspieler angeht, die sind alle ganz nett und machen ihre Sache ganz gut wenn auch keiner der Charaktere einen größeren Tiefgang hat. Wer mir von den bösen Jungs sehr gut gefallen hat, ist der super charismatische Laurence Fishburne der, wie schon Jeff Goldblum im ersten Teil auch, hier noch ziemlich unbekannt aber aus heutiger Sicht mit seinem diabolischen Grinsen unverkennbar ist.
Fazit: Wer auf Selbstjustiz Filme wie Die Fremde in dir, Doppelmord, Extremities, die Jury, Ein Richter sieht rot oder Dirty Harry steht, sollte sich diesen Film hier auch rein ziehen.
Fans vom großartigen ersten Teil könnten so wie ich, aber evtl. enttäuscht sein da er als Fortsetzung fast langweilig ist und keine Überraschungen bietet. Als eigenständiger Film aber ist er sicherlich nicht so schlecht.
Filmreview von: Berti / Alle Reviews von Berti
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Veröffentlichungen
Der Film ist ungekürzt bei MGM auf DVD erschienen.
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