Schatten und Nebel
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Inhalt
Ein Mörder geht um! In jeder nebeligen Nacht sucht er in den labyrinthischen Straßen einer unbekannten Stadt neue Opfer heim und erdrosselt sie mit einer Klavierseite. Die Polizei scheint machtlos, weshalb die "braven" Bewohner sich selber organisieren um den Unhold zur Strecke zu bringen. Eines Nachts wird auch der nervöse Buchhalter Max Kleinman eher unfreiwillig für die obskure Bürgerwehr rekrutiert. Während er seine ihm zugedachte Aufgabe bei der Verbrecherjagd weder durchschauen noch nachvollziehen kann, stolpert er reichlich ziellos durch den Nebel und versucht schließlich das Schlimmste zu verhindern, als eine ihm sympathische Familie in den Fokus der Regulatoren gerät. Schließlich sucht er die Behörden auf, um sich für die Familie auszusprechen, doch dieses Unterfangen gerät eher beklemmend für ihn, denn sogleich sieht er sich ebenfalls allerlei verfänglicher Anschuldigungen ausgesetzt. Doch hier begegnet er auch der Artistin Irmy, die aus dem im Ort gastierenden Wanderzirkus ausgebüchst ist weil sie sich mit ihrem Freund, dem Clown, überworfen hat. Sie fand ein Obdach im Freudenhaus und erlag schließlich dem Angebot eines Studenten, der ihr eine grotesk hohe Summe für Liebesdienste offerierte (die er zuvor beim Glücksspiel einsackte.)
Doch während Kleinman – nun mit Irmy – seine nächtliche Odyssee fortsetzt und noch manch bizarre Begegnung hat, steigert sich der Lynchmob in immer abstrusere Paranoiavorstellungen, weshalb schließlich Kleinman selber in den Generalverdacht der "Miliz", die inzwischen in verschiedene Fraktionen zersplittert ist, gerät. Der aber kann sich trickreich seinen Häschern entziehen und findet nun im besagten Zirkus Unterschlupf. Doch auch der Klaviersaitenmörder ist nicht weit...
Kommentar
Sehr wohl, meine Damen und Herren, sie haben ganz recht gelesen, tatsächlich hat sich ein Film des kreativsten Neurotikers der Welt, nämlich Woody Allen, auf diese unsere aller Lieblingspräsenz (das nehme ich doch zumindest an, nicht wahr?) in den Untiefen des weltweiten Schattenreiches called Internet „eingeschlichen“ – zu recht, wie der Rezensent aber sogleich hinzufügen möchte, auch wenn sich mancher nur schwer vorstellen kann, wie das zusammengehen mag.
Um dies zu erklären muss ich zunächst einmal eine Lanze für Allen brechen, der fürwahr nicht nur noch immer einer der fleißigsten Autorenfilmer überhaupt ist – immerhin dreht er pro Jahr mindestens einen Film und bereitet einen weiteren vor (ganz abgesehen von unzähligen Theaterstücken und wahrscheinlich noch mehr Kurzgeschichten, die aus seiner Feder stammen) obschon inzwischen bereits Mitte 70, ein Alter, in welchem die meisten Zeitgenossen längst den verdienten Ruhestand genießen – sondern auch einer der vielseitigsten, wiewohl dennoch jeder seiner vielen Filme unbedingt Allens unverkennbare Handschrift erkennen lässt. Selbstredend hat dies eine Menge mit dem ihm eigenen Humor zu tun, der nicht eben Wenigen mitunter als ziemlich geschwätzig erscheint. So kann man auch mit Fug und Recht behaupten, Woody Allens Filmschaffen polarisiert: entweder man fühlt sich prächtig unterhalten vom New Yorker Grandseigneur, oder eben gar nicht! Doch auch die Leute, die eher zu letzterem tendieren, erkennen zumeist an, dass man Allen zu den bedeutendsten Regisseuren der letzten 40 Jahre zählen muss. Ganze einundzwanzigmal ist er für den Oscar nominiert worden, dreimal bekam er ihn schließlich verliehen, allerdings nahm er die Auszeichnung nie persönlich entgegen. Die Kritik nahm die meisten seiner Filme meist begeistert, mitunter gar euphorisch, zumindest aber stets wohlwollend auf. Und auch wenn seine Filme heute bei weitem nicht mehr so hohe Wellen schlagen wie zu seinen populärsten Tagen in den 1970’ern und 1980’ern, so steht das Who ist Who des internationalen Schauspiel Jet Sets noch immer Schlange, um in seinen Filmen mitzuwirken, was wohl einiges über die Qualität und den Ruf von Allens Werk aussagen dürfte.
Doch im Gegensatz zu den meisten Die Hard Fans Woody Allens hat der Rezensent den Mann eigentlich erst mit dessen „reiferem“ Schaffen (ab etwa 1990) so richtig für sich entdeckt und lieb gewonnen, weswegen er auch das ‚Spätwerk’ des großen kleinen Mannes mit der Brille besonders schätzt.
In diese Phase der Allen’schen Arbeiten muss man auch den hier zugrunde liegenden Titel „Schatten und Nebel“ datieren, von dem sie ja noch immer nicht wissen, wieso der Streifen eine Gutheißung auf diesen Seiten unbedingt erfahren muss. Ich will es ihnen verraten: selten sah man im gegenwärtigen Film eine derart liebevolle wie gleichermaßen gelungene und spitzbübische Hommage an den europäischen Filmexpressionismus der 1920’er/1930’er Jahre wie eben auch der US amerikanischen Entsprechung hiervon, den Universal und Paramount Gothics jener Ära. So! Was auch immer selbst die Leute, die mit Allen und seinen Filmen überhaupt nichts anzufangen wissen, an ihm auszusetzen haben mögen; eines wird niemand bestreiten, nämlich dessen unbedingte Hingabe an das Medium. Und von eben dieser ist auch „Schatten und Nebel“ überaus durchdrungen und tut diesen Umstand auch mit jedem Nebelfetzen kund. Allen ließ ganz der ursprünglichen expressionistischen Idee folgend sämtliche Sets im Studio (Kaufman-Astoria, selbstverständlich in New York City) nachbauen und seinen Film in schwarzweiß Material vom ausgezeichneten Kameramann Carlo di Palma fotografieren, was dem Werk einen unglaublich authentischen Look verleiht. Würde man nicht wissen, dass es sich hierbei um eine Produktion des Jahres 1991 handelt, so könnte man glatt der Illusion erliegen, der Film sei tatsächlich „anno-schieß-mich-tot“ entstanden. Und auch die beklemmende, kafkaeske Atmosphäre, die Filmvorbilder wie Robert Wienes Das Cabinet des Dr. Caligari, Fritz Langs „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ oder eben dessen Das Testament des Dr. Mabuseverbreiten, trifft Allen auf den Punkt. Woody Allen wäre aber nicht er selbst, wenn er seiner Inszenierung nicht dennoch seine ihm typische Leichtigkeit verpassen würde. Er lässt seinen Helden Kleinman, den er natürlich selber spielt, durch die labyrinthischen Straßen der unbekannten Stadt irren und immer haarsträubendere Abenteuer um den Würger und das fragwürdige Bollwerk der Vigilanten, deren Mitgliedschaft sich aus allerlei Käuzen rekrutiert, die an Jeunet und Caros Delicatessen oder Terry Gilliams Brazil gemahnen, bestehen, während er nervös, aber dennoch in gewisser Weise auch kindlich unschuldig, darüber plaudert und „allenesk“ philosophiert, wie er seine ehemalige Verlobte vorm Altar stehen ließ alldieweil er mit deren Schwester im Schrank das tat, was man kaum tun sollte, wenn die Auserwählte in der Kirche auf den Bräutigam wartet. Und am Ende verschwindet der Mörder einfach und Kleinman schließt sich dem Zirkus an und wird zum Assistenten des Zauberkünstlers. Herrlich skurill und liebenswert ist das, anders kann ich es kaum bezeichnen.
Und dann wäre da auch noch das geniale, erstklassig aufspielende Ensemble, das bis in die kleinste Nebenrolle derart hochkarätig besetzt ist, dass man schon allein über diesen Umstand nur staunen kann. Allens damalige Lebensgefährtin Mia Farrow, die bei den Dreharbeiten schon 46 Jahre alt war, aber noch locker als Dreißigjährige durchgehen könnte, ist als Schwertschluckerin Irmy zu sehen, der große John Malkovich als Clown, Madonna, Lily Tomlin und Jodie Foster spielen winzige Rollen und John Cusack brilliert geradezu in seiner kleinen Nebenrolle als Student Jack, der in Irmy vernarrt ist. In weiteren kleinen und kleinsten Rollen geistern auch noch so illustre Herrschaften wie Donald Pleasence, Kate Nelligan oder William H. Macy über die Leinwand. Sensationell!
„Shadows and Fog“ ist ganz zweifelsohne eine herausragende Besonderheit unter den Arbeiten Woody Allens. Eine Liebeserklärung an die phantastischen Filme des frühen Kinos, stilistisch perfekt in Szene gesetzt und von einer Eleganz, wie man sie heute leider nur noch selten findet. Allen trifft die Atmosphäre der Vorbilder perfekt, streut hier ein wenig Lang’scher Paranoia ein, dort den guten alten Gohicgrusel um unheimliche Gestalten und wabernde Nebel, und über allem hängt dennoch stets ein listiges Augenzwinkern. Als hätten Franz Kafka und Ernst Lubitsch beschlossen, zusammen einen drauf zu machen! Und wie immer hat Woody Allen auch einen ganz hervorragenden Soundtrack für den Film zusammengestellt, auf welchem in der Hauptsache Material von Kurt Weill, dem musikalischen Partner Bert Brechts, zu hören ist und der die Atmosphäre des Films einfach wunderbar unterstreicht. Und wunderbar ist überhaupt das Wort, welches dieses kleine Filmjuwel am treffendsten umschreibt. Woody Allen hat mit „Schatten und Nebel“ einfach einen ganz wunderbaren Film vollbracht, bei dem alles passt. Eine Wundertüte, die ganz schön voll ist, von der man sich aber dennoch nicht den Magen verdirbt, weil zu viel des Guten ja manchmal auch Übelkeit verursachen kann. Hier passiert es nicht. Man hat am Ende nicht einmal das Gefühl, jetzt einen wirklich spektakulären Film gesehen zu haben, erst wenn man im Nachgang darüber sinniert, dann entfährt einem doch glatt ein „Donnerwetter!“ oder „Sapperlot!“ und man erkennt, was alles in dem Film steckte, den der große kleine Woody Allen mit so lockerer Hand inszeniert hat. Die „Höchststrafe“ ihm dafür: fünf Schädel!!!
Filmreview von: Wollo / Alle Reviews von Wollo
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Die DVD gibt's hierzulande bei MGM, auch als Teil der "Woody Allen Collection". Weitere Formate sind im Prinzip leider nicht zu erwerben, lediglich eine britische VHS Fassung ist via Columbia Tristar Home Video noch erhältilich
Filmbewertung
| Unser Gesamteindruck: | |
| Durchschnittliche Besucherwertung: | |
| Eigene Bewertung zum Film abgeben: | |
LG Electronics 42LD420 106,6 cm (42 Zoll) LCD-Fernseher (Full-HD, DVB-T/-C) schwarz
Stand: 03.09.2010 14:32:44
Acer Extensa 5635ZG-443G50N 39,6 cm (15,6 Zoll) Notebook (Intel Pentium T4400 2,2GHz, 3GB RAM, 500GB HDD, nVidia G 105M, DVD, Win 7 HP)
Stand: 03.09.2010 13:02:20
Samsung SyncMaster P2470LHD 61 cm (24 Zoll) Full-HD TFT Monitor (VGA, 2x HDMI, Scart, Reaktionszeit 5ms, TV-Tuner) schwarz
Stand: 03.09.2010 13:02:20
Casio EXILIM EX-FC100 WE Highspeed Digitalkamera (9 Megapixel, 5-fach opt. Zoom, 6,9 cm (2,7 Zoll) Display) weiss
Stand: 03.09.2010 13:02:20
Samsung SpinPoint F3 HD502HJ 500GB interne Festplatte (8,9 cm / 3,5 Zoll, 7200rpm, 16MB Cache, S-ATA II)
Stand: 03.09.2010 14:33:34
Panasonic Lumix DMC-TZ10 EG-S (12 Megapixel 12-fach opt. Zoom, 7,6 cm Display, Bildstabilisator, Geo-Tagging) silber
Stand: 03.09.2010 13:02:20
Acer Aspire 1810TZ-412G32n rot 29,5 cm (11,6 Zoll) (Intel Pentium SU4100 1,3GHz, 2GB RAM, 320GB HDD, Intel GMA 4500MHD, Win 7 HP)
Stand: 03.09.2010 13:02:20
Canon PIXMA iP4700 A4 Tintenstrahldrucker
Stand: 03.09.2010 14:34:37
Logitech M705 Marathon Maus schnurlos
Stand: 03.09.2010 14:32:29
Philips CD1751B DECT Single ECO schnurloses Telefon mit Anrufbeantworter (XHD High-End Sound, beleuchtetes alphanumerisches Display, CLIP Funktion)
Stand: 03.09.2010 13:02:20
ASUS VW225N 55,9 cm (22 Zoll) WSXGA+ Widescreen TFT digital / DVI-D (Kontrastverhältnis 8000:1, Reaktionszeit 5ms) schwarz
Stand: 03.09.2010 13:02:20
Siemens Gigaset E360, Komfortables Schnurlostelefon mit großen Tasten und beleuchtetem Display mit extra großer Schrift
Stand: 03.09.2010 14:33:29
Sony Walkman NWZE 444 MP3-/Video-Player 8 GB (5,1 cm (2 Zoll) LC-Display, UKW Radio, USB 2.0) rot
Stand: 03.09.2010 13:02:22
Transcend 32GB Extreme-Speed USB-Stick JetFlash 600 (32MB/s, Dual-Channel)
Stand: 03.09.2010 14:34:34
Samsung N220-Marvel 25,7 cm (10,1 Zoll) Netbook (Intel Atom N450 1,6GHz, 1GB RAM, 250GB HDD, Intel GMA 3150, Win 7 Starter) grün
Stand: 03.09.2010 14:35:36
Samsung SE-S084C/TSBS externer DVD Brenner (+8x8x8x, -8x8x6x, USB 2.0, inkusive Nero) schwarz
Stand: 03.09.2010 13:02:22
Samsung P2370HD 58,4 cm (23 Zoll) Full HD TFT-Monitor (VGA, DVI, HDMI, Scart, Reaktionszeit 5ms, TV-Tuner) roseblack
Stand: 03.09.2010 13:02:22
Logitech G15 Keyboard refresh Edition
Stand: 03.09.2010 13:02:22
Acer Extensa 5635Z-441G16MN 38,1 cm (15 Zoll) Notebook (Intel Core 2 Duo T4400 2,2GHz, 1GB RAM, 160GB HDD, Intel GMA 4500M, DVD, Linux)
Stand: 03.09.2010 14:32:29
WeTab 3G 29,5 cm (11,6 Zoll) Tablet-PC 32GB (UMTS, Bluetooth 2.1 + EDR, Wi-Fi, GPS)
Stand: 03.09.2010 13:02:22
Samsung BD-C6900 3D-Blu-Ray Player (3D, HDMI, Upscaler 1080p, DivX ) perlschwarz
Stand: 03.09.2010 13:02:22
Onkyo TX-SR608 7.2 AV-Receiver (THX Select2 Plus, HDMI 1.4 3D/ARC, Audyssey DSX/Dolby PL IIz, VGA) schwarz
Stand: 03.09.2010 13:02:22
Unsere Filmbörse
Empfehlungen
Wenn dir dieser Film gefallen hat, empfehlen wir auch:
Brazil ( Großbritannien, 1985) ![]() OT: Brazil, Regie: Terry Gilliam Mit: Jonathan Pryce, Kim Greist, Kathrine Helmond, Robert de Niro, ... |
Delicatessen ( Frankreich, 1991) ![]() OT: Delicatessen, Regie: Jean-Pierre Jeunet, Marc Caro Mit: Dominique Pinon, Marie-Laure Dougnac, Jean-Claude Dreyfus, Karin Viard, ... |
Eigene Filmempfehlung hinzufügen.
Weitere Filmtipps aus dem Bereich Komödie
Weitere Kommentare zum Film
| Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Film abgegeben. |
| Eigenen Kommentar zum Film schreiben. |

Abschaum - Scum, All Video Erstauflage, Selten
Preis: 9,00 €

Sie nannten sie liebevoll "Kleine Mutter", Radley Metzger, Arena Glasbox
Preis: 49,00 €

Das Reismädchen - Heeres Video Rarität - Damenschlammcatchen
Preis: 99,00 €

Das Kabinett der blutigen Hände - Beverly Video Rarität
Preis: 5,00 €

Priester der Dunkelheit, Okkult-Horror, UFA Video
Preis: 6,00 €


Eigene Filme
Druckansicht


USB zu Parallel LPT Kabel Adapter schwarz
Corsair Flash Voyager USB-Stick 8GB
Creative ZEN STYLE 100 MP3-Player 8GB schwarz
Großbritannien, 1985) 
Frankreich, 1991) 
