Phoonk
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Inhalt
Der erfolgreiche Bauingenieur Rajiv ist mit seinem Leben zufrieden. Er hat eine hübsche Frau, zwei reizende Kinder (zu der 10jährigen Raksha hat er eine besonders innige Beziehung) und auch seine verwitwete Mutter lebt mit im Haushalt.
Die Auftragslage seiner Firma ist so gut, dass er ein Ehepaar eingestellt hat, das ihn auf einer Baustelle vertreten soll, während er sich einem neuen Auftrag widmet.
Doch plötzlich häufen sich die Probleme. Nachdem seine Stellvertreter ihn hintergehen feuert er die Beiden, der Ersatzmann kommt bei einem Unfall auf der Baustelle ums Leben, das Hausmädchen findet in der Einfahrt der Familie einen okkulten Fetisch und Tochter Raksha beginnt sich zuhause und in der Schule seltsam zu benehmen. Hält der Hausarzt Rakshas Verhalten zunächst nur für harmlose Launen einer Heranwachsenden, empfiehlt er, nachdem er einen ihrer "Anfälle" miterlebt hat, eine Psychologin, die der Sache auf den Grund gehen soll. Die Warnungen von Rajivs abergläubischer Mutter ("Das ist schwarze Magie! Sie ist besessen!") werden abgetan. Ein Fehler den Rajiv schon bald bitter bereuen wird...
Kommentar
Phoonk hat Regisseur Ram Gopal Varma (Darling), nach einer Reihe kommerzieller Misserfolge, endlich wieder einen Hit beschert.
Mir hat er auch gut gefallen, obwohl er sicher nicht der ganz große Wurf geworden ist und mir die Schwächen des Films durchaus bewusst sind.
Man kann dem Film seine mangelnde Subtilität vorwerfen, denn auf der Klavitatur des Schreckens wird hier mit dem Holzhammer gespielt. Laute Musikeinsätze, Aufnahmen scheinbar harmloser Gegenstände aus schrägen Kameraperspektiven, unheimliche Soundeffekte (u.a. Hundegebell und verfremdetes Kinderlachen), bizarre Traumsequenzen usw.
Auch die Story bietet wenig Originalität. Dass der atheistische Rajiv eine Lektion in Sachen übernatürlicher Kräfte bekommen wird steht schon früh fest, wer die Übeltäter sind kann der Zuschauer an einem Finger abzählen und die Besessenheit des Mädchens wird wieder mit den üblichen Mitteln (grollende Stimme, über dem Bett schweben etc.) dargestellt. Natürlich werden zunächst Ärzte und Psychologen zu Hilfe gebeten, damit am Ende dann doch ein magisch veranlagter Spezialist die Kastanien aus dem Feuer holt.
Was eindeutig fehlt ist eine vernünftige Motivation der Bösewichter, warum sie sich den Ärger mit Rajiv einhandeln. Die Frau verhält sich zu Beginn, als wäre sie ein wenig zurückgeblieben und lacht andauernd wie eine Irre. Der Mann scheint unter dem Pantoffel seiner Frau zu stehen und hält sich auch beim Showdown etwas im Hintergrund, während sie, wie eine kreischende Furie, einen brutalen Kampf auf Leben und Tod bietet.
Warum der Chauffeur anfangs als möglicher Lustmolch präsentiert wird erschließt sich dem Publikum nicht, da diese Schiene nicht weiter verfolgt wird.
Die Darsteller machen ihre Sache halbwegs ordentlich (gelegentlich wird ein wenig zuviel grimassiert); sehenswert ist die Leistung der kleinen Ashaas Channa (Bollywoodfans hierzulande ist sie evtl. in dem Beziehungsdrama "Never say Goodbye - Bis dass das Glück uns scheidet" aufgefallen, dort spielte sie den Sohn (!) von Shahrukh Khan). Sie agiert natürlich und emotional, die nevige Süßlichkeit die manchen Kinderdarstellern anhängt, geht ihr völlig ab.
Technisch ist der Film kaum zu bemängeln. Etwas übertrieben haben die Macher es mit der Kameraarbeit, häufig wird mit der Schärfe vom Hinter- in den Vordergrund gezoomt und einige Fahrten scheinen bei den Kollegen De Palma (Carrie) und Argento (Tenebrae) abgeschaut, sind aber zu hektisch um an den Stil der Vorbilder heranzureichen.
Den Spezialeffekten sieht man an, dass sie zu großen Teilen aus dem Computer stammen, was aber nicht störend wirkt.
Beim finalen Schlußkampf wird eine Prise Tierhorror eingestreut, es erscheinen, neben dem schwarzen Vogel, der während der gesamten Laufzeit immer wieder auftaucht, ein Schwarm agressiver Fliegen und eine giftige Spinne (letztere aus absolut unerfindlichen Gründen).
Dankenswerterweise gibt es keine Tanzeinlagen.
Die indischen Horrorfilme die ich in letzter Zeit gesehen habe, erscheinen mir immer mehr wie das Gegenstück zu den Werken, welche die Italiener in den 70er und 80er Jahren so gern produziert haben: Elemente aus erfolgreichen, zumeist amerikanischen, Vorgängern nehmen, ins doppelt und dreifach Übersteigerte zusammenmixen und das Publikum damit zudröhnen.
Nun, bei mir hat es funktioniert; Phoonk fügt sich in die Reihe schlechter Filme die mir gut gefallen irgendwo zwischen Der weiße Hai 4 und Freitag der 13. Teil V ein.
Anspruchsloses Popcorn-Kino; gebt mir 'ne Tüte Knabberzeug und ein koffeinhaltiges Erfrischungsgetränk dazu und ich bin zwei Stunden nicht da.
Filmreview von: Bad Moon / Alle Reviews von Bad Moon
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Der Film ist auf DVD bei Junglee Music erschienen. Die Scheibe ist mit englischen Untertiteln ausgestattet und Regionalcode frei.
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