Das Grauen auf Black Torment
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Inhalt
Nach drei Monaten kehrt Sir Richard Fordyce mit seiner neuen Ehefrau Elizabeth zurück auf Schloss Fordyce. Doch ihn erwartet kein warmer Empfang. Vor zwei Tagen wurde ein Mädchen vergewaltigt und ermordet, die letzten Worte, die sie vor ihrem Tod sprach, waren „Richard Fordyce“. Auch wurde er des nachts öfters in der Stadt gesehen, wie er von seiner vor 5 Jahren verstorbenen Frau auf einem Pferd verfolgt wird, während sie MÖRDER schreit. Fordyce war jedoch die ganze Zeit über 100 km entfernt in London. In der Nacht sieht er seine tote Frau durch den Garten wandeln, die Ereignisse überschlagen sich und weitere Grausamkeiten ereignen sich. Die Dorfbewohner glauben an Hexerei. Kann er sich von den Anschuldigungen freisprechen, die ihn auf den Scheiterhaufen bringen oder ...
Kommentar
Regisseur Robert Hartford-Davis (Die Bestie mit dem Skalpell) liefert mit diesem Film einen sehr stimmungsvollen Gruselfilm ab. Direkt zu Beginn des Films und im deutschen Trailer wird der Zuschauer mit folgendem Satz gewarnt: Die Produzenten haben eine strengste Regel aufgestellt und werden dieselbe erzwingen, gemäß welcher gar niemand das gar bedrohliche und dramatische Ende darf preisgeben. Sie haben auch verordnet, dass jedwede Person, so dieses Ende preisgibt, von der "SCHWARZEN PLAGE" wird erfasst werden. Das stimmt schon mal gut ein und lässt einiges erhoffen.Die Handlung spielt im 18. Jahrhundert in einem herrlich ausgestatteten Herrenhaus, dies schafft eine gelungene Kulisse für diesen eher günstig produzierten Gothic-Gruselfilm. Die Spannung wird sukzessive aufgebaut, erst mit unterschwelligen Andeutungen, dann mit mysteriösen Geschichten und Visionen der verstobenen Frau und steigert sich dann weiter. Das optische Highlight ist eine nächtliche Verfolgungsjagd zu Pferd, wo Sir Fordyce von seiner toten und lauthals MÖRDER schreienden Frau durch die Stadt gehetzt wird. Die Darsteller sind allesamt sehr gut gewählt, besonders John Turner (Kapitän Nemo), der hier den Sir Fordyce spielt, sticht durch sein markantes Erschienen heraus.
Fazit: Wer atmosphärische, britische Horrorfilme im Hammer-Stiel mag, wird hier gut bedient.
Filmreview von: Marcus Littwin / Alle Reviews von Marcus Littwin
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Der Film ist bei e-m-s auf DVD erschienen. Auf VHS wurde er bei Intercontinental Home Entertainment und bei Wonderworld unter dem Titel "Man stirbt nur zweimal" veröffentlicht.
Filmbewertung
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Weitere Kommentare zum Film
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| Seward, 27.10.09 |
| Feiner, im positiven Sinn altmodischer Grusler. Produktionsfirma war die kleine Company Compton Films, die immerhin auch für Klassiker wie Polanskis "Ekel" verantwortlich zeichnet und aus der später die "Tigon Film" hervorgegangen ist ("Der Hexenjäger", "In den Krallen des Satans"). Weniger Horrorfilm, eher ein Beispiel für die in England so beliebten Krimi-Grusel-Melodramen á la Wilkie Collins (Autor von "Die Frau in Weiß", von dem sich "The Black Torment" durchaus einige Ideen "ausgeliehen" haben dürfte). Als solches funktioniert der Streifen ziemlich gut, wenn man einmal von der leider (trotz vorangestellter Warnung) doch zu leicht vorhersehbaren Auflösung und einigen logischen Schnitzern absieht. Seine Spannung bezieht der Film mehr aus der langsamen Enthüllung der Familiengeheimnisse als aus den wenigen und eher zahmen Schockmomenten (wenngleich der Alptraum von Sir Richard durchaus recht unheimlich wirkt). Das Zeitkolorit ist gut getroffen, die Ausstattung - speziell gemessen an dem geringen Budget - überdurchschnittlich sorgfältig. Manchmal zeigt der Film fast ein bißchen zu stolz her, was man sich alles hat leisten können - eine Fahrt mit der Pferdekutsche wird so ausgedehnt gefilmt, daß man sich denkt, die Produzenten wollten uns sagen: "Hey schaut mal, wir haben sogar eine echte alte Kutsche gemietet!" Das wirkt zwar langatmig, aber zugleich auch irgendwie sympathisch. Besonders gelungen die Farbdramaturgie: die Farbe Blau dominiert, blaue Akzente oder Hintergründe werden immer wieder gezielt eingesetzt, um dem Ganzen Atmosphäre und Stil zu verleihen und Akzente zu setzen. Die Darsteller, obwohl eher unbekannt, machen ihre Sache im Allgemeinen recht gut. John Turner (Sir Richard) ist vor allem deshalb perfekt besetzt, weil er es schafft, gleichzeitig liebenswürdig wie auch irgendwie unsympathisch herüberzukommen; diese Zwiespältigkeit ist natürlich wesentlich fürs Funktionieren der Story. (Manchmal übertreibt ers nur mit der Mimik ein wenig.) Hammer-Fans kennen vielleicht noch Francis De Wolff (der den Hufschmied spielt) aus einigen Klassikern des Studios, etwa als Kommissar aus Terence Fishers Jekyll/Hyde-Variante "Schlag zwölf in London". Heather Sears war in Hammers "Das Rätsel der unheimlichen Maske" zu sehen. Ein Schloß mit dem Namen "Black Torment" ist allerdings, dem deutschen Titel zu Trotz, weit und breit nicht zu entdecken. Der Herrensitz trägt den Namen "Fordyce" - "Torment" ist einfach das englische Wort für Qual oder Leid. Offenbar wollten sich die deutschen Titeldichter da an den Karloff-Streifen "Das Grauen auf Schloß Whitley" anlehnen - auch dort geht es um ein Familienmysterium, und es gibt einen Hausherrn, der im Rollstuhl sitzt; da enden die Gemeinsamkeiten aber auch schon wieder. Fazit: solider, wenn auch nicht allzu origineller Mystery-Streifen, mehr Melodram als Horror, teilweise dennoch recht spannend und vor allem atmosphärisch ziemlich gelungen. Eine gute Wahl für einen verregneten Sonntagnachmittag. Kein ganz großer Wurf, aber für Fans des klassischen britischen Gruselgenres durchaus sehenswert. |
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