Der Dieb von Bagdad
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Inhalt
Der junge Kalif Ahmad, der über Bagdad herrscht, wurde von seinem Großwesir Jaffar verraten. Im Gefängnis wartet er auf seine Hinrichtung. Dort trifft er auf den jungen Dieb Abu, mit dessen Hilfe ihm die Flucht gelingt. Sie gelangen Basra, wo sich Ahmad in die hübsche Tochter des Kalifen verliebt. Doch auch Jaffar will sie für sich gewinnen und besticht den Kalifen, der außergewöhnliche Spielzeuge sammelt, mit einem magischen Pferd, worauf er fliegen kann. Die Prinzessin flieht und hofft, dass Ahmad nachkommt, doch er und Abu werden gefangen. Mit seinen magischen Kräften straft Jaffar Ahmad mit Blindheit und Abu soll so lange als Hund leben, bis die Prinzessin in seinen Armen liegt. Doch die unglückliche Prinzessin fällt in einen seltsamen Schlaf, aus dem sie nur ihr Geliebter erwecken kann. Jaffar benutzt Ahmed, um die Prinzessin zu erwecken, doch nur um sie ihrer Liebe zu entreißen und auf sein Schiff zu bringen, wo er sie in seine Arme schließt. Nun kann Ahmed wieder sehen und Abu wird zum Mensch. Gemeinsam segeln sie Jaffar hinterher, doch ein Sturm zerschellt ihr kleines Boot. Abu erwacht alleine an einer einsamen Küste, wo er einen Flaschengeist befreit, der ihm drei Wünsche erfüllt. Er will seinem Freund helfen, doch hierzu hat er viele gefährliche Abenteuer zu bestehen. So stielt er das allsehende Auge aus einem Tempel, wird zum König der Legenden und stellt sich Jaffa auf einem fliegenden Teppich, damit Ahmed und die Prinzessin in Liebe vereint sind.
Kommentar
"Der Dieb von Bagdad" ist einer der bekanntesten und bedeutendsten Fantasy-Klassiker aus 1001 Nacht. Mit einem enormen Aufwand produzierte ihn Alexander Korda mit seiner Filmproduktionsfirma London Films für United Artists. Doch die Produktion gestaltete sich als schwierig. Zu Drehbeginn entsprach das Drehbuch noch nicht den Wünschen des Produzenten, so dass Miles Malleson, der hier auch als spielzeugsammelnder Sultan zu sehen ist, dies umschrieb. Auch mit dem ursprünglich geplanten, deutschen Regisseur Ludwig Berger gab es Differenzen über das Aussehen des Films, so dass noch ein paar andere auf dem Regiestuhl Platz nehmen durften. Und als England am 3. September 1939 in den zweiten Weltkrieg einstig, mussten die Dreharbeiten, die in England in den Denham Studios der Korda Brüder stattfanden, abgebrochen werden, um einen Propagandafilm zu drehen. Die Außenaufnahmen, die ursprünglich in Afrika gedreht werden sollten, wurden 1940 in den USA umgesetzt. Gedreht wurde im Grand Canyon, Bryce Canyon und in der Painted Desert. Die Naturkulissen waren allesamt grandios. Hinzu kommen aufwendige Spezialeffekte, herrliche Miniaturbauten und stimmungsvolel Musik, die den Film zu einem kolossalen und bildgewaltigen Epos in schönen Technicolor-Farben machen, der damals neue Maßstäbe setzte und viele weitere Filme beeinflusste. So ist Walt Disneys Aladdin (1992) die reinste Hommage an diesen Film, etliche Ideen und Charakterzeichnungen wurden liebevoll übernommen.
Aber auch die Darsteller sind allesamt gut gewählt. Conrad Veidt (Das Cabinet des Dr. Caligari), der hier in seinem einzigen Farbfilm zu sehen ist, verkörpert den finsteren Großwesir Jaffar wirklich perfekt. Seine Gegenspieler sind Sabu (Der Menschenfresser von Kumaon) als Dieb Abu und der Theaterdarsteller John Justin als Ahmed, der hier in seiner ersten Filmrolle zu sehen ist. Er hat einen herrlich verklärten Blick und erfüllt seinen Charakter mit viel Charme. Und alle wollen die anmutig schöne Prinzessin, die von June Duprez gespielt wird. Als Kind fand ich immer den gigantischen Flaschengeist sehr beeindruckend, der mit Rex Ingram (Sahara) sehr charismatisch besetzt ist.
Der Film besticht durch viele Details, einer fantasievollen, unterhaltsamen und abwechslungsreichen Geschichte, wo keine Längen aufkommen, und traumhaften Kulissen, wie der Tempel, aus dem Abu das allsehende Auge stiehlt. Der Tempel ist wirklich sehr detailliert und groß in Szene gesetzt. Hier gibt es auch eine kleine Tierhorror-Einlage, da Abu gegen eine Riesenspinne kämpft. Ausgezeichnet wurde der Film u. a. mit drei Oscars (Beste Spezialeffekte, Beste Ausstattung und Beste Kamera).
Der Film ist längst ein zeitloser Kultklassiker, der auch heute noch Jung und Alt in seinen Bann schlägt. "Der Dieb von Bagdad" ist einer der Filme, die mal als Kind unbedingt gesehen haben sollte - ein traumhaftes Märchen aus 1001 Nacht, dass einem für immer im Gedächtnis bleiben wird.
Filmreview von: Marcus Littwin / Alle Reviews von Marcus Littwin
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Der Film ist bei Anolis Entertainment / e-m-s auf DVD erschienen.
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Weitere Kommentare zum Film
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| Berti, 06.10.09 |
| Ich persönlich stehe ja total auf die alten Fantasy und Fabelmärchen um Sindbad, Odysseus und wie sie alle heißen. Doch mag ich persönlich lieber eine Story voll mit Monster, Ungeheuer und allen möglichen Fabelkreaturen, weshalb ich diesen Klassiker deshalb auch nur mit 4 Schädeln beurteile weil mir z.B. Sindbads 7. Reise oder Sindbads Abendteuer besser gefallen. Hier kann man sich zwar verzaubern lassen, sich dem Kitsch hingeben und den Alltag vergessen. Auch die stimmungsvoll heitere Musik passt hervorragend dazu. Leider ist mir aber die Story wo es fast hauptsächlich um die Liebesgeschichte geht einfach zu schmalzig. Mir fehlte einfach was. Der Kampf mit der Stoff- Spinne war recht amysant und der Dschinn hat mir am besten gefallen. Doch die Singerei ist schon sehr gewöhnungsbedürftig. Aus dem Grund ist auch die süße romantische Walt Disney Verfilmung nicht ganz so meins, da ich mehr auf Das letzte Einhorn oder so mit leichtem Gruselfaktor stehe. Für Freunde des Genres aber auf jeden Fall zu empfehlen!! |
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