Interview mit einem Vampir

Originaltitel: Interview with the Vampire: The Vampire Chronicles
Alternativtitel: Interview with the Vampire
Interview mit einem Vampir - Aus der Chronik der Vampire
Herstellungsland: USAUSA
Erscheinungsjahr:  1994
Regie: Neil Jordan

Darsteller

Figur

Brad Pitt  Louis de Pointe du Lac
Tom Cruise  Lestat de Lioncourt
Christian Slater  Daniel Malloy
Antonio Banderas  Armand
Stephen Rea  Santiago
Kirsten Dunst  Claudia
Mike Seelig  Pimp
Thandie Newton  Yvette
Lyla Hay Owen  Widow St. Clair
  
Genre: Vampire
Sequels: Interview mit einem Vampir (1994)
Die Königin der Verdammten - Herrin aller Vampire (2002)
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Inhalt

Der fesche Louis ist ein 200 Jahre alter Vampir, der einem Reporter in einem Hotelzimmer über sein Leben in den letzten Jahrhunderten erzählt, um es schriftlich fest zu halten.
Wie er 1791 seine Frau und sein Kind und seitdem auch seinen Lebenswillen verloren hatte. Und seine Sehnsucht nach dem Tod, die vom charismatischen Lestat, einem großen, mächtigen Vampir erhört wurde, der ihn auf seinen Wunsch hin ebenfalls zu einem Blutsauger machte. Leider war das Leben als Geschöpf der Nacht nicht ganz so toll wie er es sich vorgestellt hatte, denn Vampire müssen andere Lebewesen töten um selbst überleben zu können. Dies jedoch bereitete Louis so starke Gewissenbisse, dass er sich lieber von Hunden und Ratten ernährte, statt sich an unschuldigen Menschen zu vergreifen. Bis er die kleine elternlose Claudia fand, und nicht mehr widerstehen konnte! Er trank ihr Blut und war völlig verzweifelt. Lestat der nun die Chance sah ihn durch dieses Kind besser an sich zu binden, machte Claudia ebenfalls zum Vampir und sein Plan ging auf.
So vergingen die Jahre und Claudia wurde innerlich zur Frau, doch äußerlich war sie im Körper des Mädchens gefangen. Weil sie Lestat dafür hasste, beschloss sie mit ihrem geliebten Louis weg zu gehen und Lestat zu töten. Endlich frei, reisten die beide nach Frankreich wo sie auf weitere Vampire stießen. Leider ist der Mord an einem der Ihren eine Todsünde und so war Claudia in größter Gefahr…

Kommentar

Dieses traurig, düstere Fantasy-Horror-Drama beruht auf dem gleichnamigen Roman der Bestsellerautorin Anne Rice, die vor allem durch ihre zehnbändige „Chronik der Vampire“ bekannt wurde.
Dass der 50 Millionen $ teure erste Teil der Vampirsaga größtenteils seiner literarischen Vorlage gleicht, liegt hauptsächlich daran, dass Anne Rice neben Neil Jordan (Die Fremde in dir) ebenfalls am Drehbuch mit wirkte. Die traurige Geschichte wird wie im Buch teilweise sehr dialoglastig und dramatisch erzählt. Immer wieder ist die Melancholie, Einsamkeit oder eben die Mordlust zu spüren die die Vampire umgeben. Aus dem Grund war Rice anfangs auch mehr als schockiert als sie hörte, dass der Hauptpart des bösen Lestat an Tom Cruise (Krieg der Welten, Legende, Mission: Impossible) übertragen wurde, statt an den wie von ihr vorgeschlagenen Rutger Hauer (Blade Runner). Da sie der bis dato brave Sunnyboy im Kino aber überraschender Weise mehr als überzeugte, war sie schlussendlich doch sehr zufrieden, weil Cruise seine Rolle wirklich hervorragend spielte! Genau wie der fesche Brad Pitt (Der seltsame Fall des Benjamin Button, Fight Club, Sieben) der den innerlich zerrissenen und unsicheren, bemitleidenswerten Vampir mit Gewissen, einfach großartig wiedergibt. Mit den langen Haaren sieht er fast genauso sexy und sinnlich wie in „Legenden der Leidenschaft“ aus, nur dass er dort im Gegensatz zu dieser Rolle einen komplett selbstbewussten (wenn auch genauso zerrissenen) Charakter spielte. Weil Brad Pitt und Tom Cruise aber noch nicht genug fürs verwöhnte Frauenauge sind, kommt in Form vom knackigen Antonio Banderos (Assassins – Die Killer, Der 13te Krieger) noch ein weiterer Augenschmaus hinzu! Alle drei Männer tragen schöne lange Haare und herrlich edle, barocke Kostüme, für die es sogar eine Oscarnominierung gab. Ebenfalls nominiert wurden unter anderem die eindrucksvollen Kulissen, das überzeugende Make up und vor allem der tolle Original Score. Insgesamt 18 Preise konnte der Film schlussendlich absahnen und die sind meiner Meinung nach alle redlich verdient.

Auch wenn er nicht wirklich gruselig ist und bis auf den abgeschlagenen Kopf und den in zwei Hälften geteilten Vampir im Finalkampf auch keinen wirklichen Horror bietet, so kommt er für mich trotzdem nicht langweilig rüber. Jede Menge schwarzer Humor (so werden Ratten ausgelutscht und Hunde wortwörtlich vernascht, Schneiderinnen tot gebissen und Klavierlehrer entsorgt…) und der kleine „warme“ Touch zwischen den Männern (zuerst Tom und Brad, dann Brad und Antonio als sie sich ganz nah kommen… vor allem bei den Beißszenen…) haben mir ganz gut gefallen.
Exzellent gespielt haben aber nicht nur die Männer, sondern vor allem auch die erfahrene Kinderdarstellerin Kirsten Dunst (Jumanji, Spider-Man), die bis zu diesem Film aber noch nicht wirklich bekannt war damals. Trotzdem schaffte sie es locker, sich gegen 5.000 Mitbewerberinnen durchsetzen und meisterte die schwere, anspruchsvolle Rolle der unglücklichen Kindfrau mit Bravour. Interessant ist ja, dass Claudia im Buch erst 5 Jahre alt ist und erst für den Film dann um ca. 5 Jahre älter gemacht wurde. Noch eine kleine Änderung betraf die Rolle des Reporters, die ursprünglich für River Phoenix und nach dessen Tod für Leonardo Di Caprio gedacht war, dann aber schlussendlich an Christian Slater (Hard Rain) weiter gegeben wurde.

Fazit: Wer sich keinen richtigen Horror erwartet, trotzdem auf Vampirgesauge steht, die Schauspieler gut findet und auch was mit der damaligen Zeit was anfangen kann, der sollte hier auf jeden Fall einen Blick riskieren!!!

Filmreview von: Berti / Alle Reviews von Berti

Trailer zum Film

Veröffentlichungen

Der Film ist bei Warner Home Video auf DVD und Blu-ray erschienen.

Filmbewertung

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Weitere Kommentare zum Film

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Wollo, 12.04.09
Die damals noch ziemlich junge Kirsten Dunst ist sogar tatsächlich die Sensation des Films, spielt sie doch ihre männlichen Kollegen ziemlich locker an die Wand! So süß und sooo böse, das soll ihr mal wer nachmachen. Brad Pitt nervt in dem Streifen mit seiner Dauerdepression, dafür kann er aber eigentlich nicht wirklich was, weil das Drehbuch es ihm eben so aufgetragen hat. Sein Charakter wird dem Louis aus der literarischen Vorlage auch nicht wirklich gerecht, weil der von Frau Rice um einiges facettenreicher gestaltet wurde. Ich bin beileibe kein Fan von Anne Rice und ihrer Vampirchronik, die mal irgendwann in völlig selbstgerechter pseudophilosophischer Esoterikwischiwascherei versandet ist, aber dieses erste Buch von ihr, das mag ich überaus. Tom Cruise als Lestat ist natürlich auch eine Frage des Geschmacks, vermutlich wäre Pitt sogar mit dieser Rolle besser betraut gewesen, zumindest näher am Original, schon allein rein optisch, dennoch ist dies einer der wenigen Filme, in denen mir Cruise wirklich gefällt! Hier spielt er nämlich ausnahmsweise mal nicht sich selber, sondern seine Rolle, eben die des bösen manipulativen Vampirs Lestat, der ja im Verlauf der Chronik gar nicht mehr so fies daherkommt, was aber 'ne ganz andere Geschichte ist. Eigentlich habe ich Tom Cruise zuvor und hernach nie wieder so, na ja, durchaus brillant erlebt wie eben unter Neil Jordan hier. Banderas ist ja sicherlich ein schöner Mann und ein knorker Akteur, und sicherlich weiß er was mit seiner Rolle anzufangen, dennoch, da bin ich zu sehr Freund der Vorlage, ist er im Prinzip grandios fehlbesetzt als Armand weil viel zu alt, aber im Film funktioniert es ja dennoch ganz gut und seine Präsenz ist erstaunlich. Beinahe würde man ihm sogar den "Dracula" als Darsteller zutrauen. Alles weitere ist ziemlich großartig. Der Film kommt ganz als klassisch romantische Schauermär daher, ist verschwenderisch barock ausgestattet, hat Eleganz und Stil wie nur wenige gegenwärtige Filme und ich schaue ihn mir, wenngleich ich ihn bereits mindestens zehnmal gesehen habe, eigentlich noch jedesmal an, wenn er mal wieder irgendwo in der Glotze läuft und ich Zeit habe. Tatsächlich ist "Interview" der letzte der klassischen Vampirfilme alter Tradition, danach sah man eigentlich keinen gleichermaßen schönen Film dieser Art mehr.
 
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