Shocking Fear
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Inhalt
Seit Jahren wird die kleine Ortschaft Leffert's Corner von zombieartigen, fleischfressenden Kreaturen heimgesucht. Sie leben in Höhlen im Untergrund unter den Häusern der Stadt und brechen immer wieder durch die Bodendielen hervor, um Opfer zu suchen, weder Erwachsene noch Babys sind vor ihnen sicher.
Inzwischen ist das Städtchen schon ziemlich entvölkert - da macht sich eine Gruppe von Monsterjägern auf, um dem Horror endlich ein Ende zu bereiten. Auf dem Friedhof wollen sie den Mutanten (es handelt sich um die degenerierten Nachfahren einer einstmals angesehen Familie, der Martenses) eine Falle stellen. In derselben Nacht macht sich auch eine Gruppe von Gangstern zu demselben Friedhof auf - denn in einem der Gräber soll ein Schatz vergraben sein. Um den zu finden, will sich Gangsterboß Bennett der Hilfe des eben aus der Haft entlassenen John bedienenen.
In der Friedhofskirche treffen Monsterjäger und Gangster aufeinander. Beide Gruppen geraten aneinander und halten sich gegenseitig in Schach, der Pfarrer, der die Würde des Gotteshauses bewahren will, steht zwischen den Fronten - für die Zombies ist das wie ein reich gedeckter Tisch. Aber da ist noch John - und auch er ist ein gebürtiger Martense...
Kommentar
Wo Charles Band draufsteht, muß nicht zwangsläufig Mist drin sein. Gelegentlich gelingen dem unermüdlichen Produzenten (und fallweise Regisseur) von B- und C-Horrorfilmen (Decadent Evil) ja ganz passable Würfe, wie etwa die durchaus bemerkenswerte "Subspecies"-Reihe. So wie "Subspecies" wurde auch "Lurking Fear" in Rumänien gedreht, unter Leitung desselben Koproduzenten-Pärchens Oana und Vlad Paunescu. Und da "Lurking Fear" auch noch eine spannende Besetzung aufzuweisen hat, durfte man vielleicht schon mit einer gewissen Grunderwartung an den Streifen herangehen...
Aber leider nahm hier nicht Ted Nicolaou ("Subspecies") auf dem Regiesessel Platz, auch nicht der (ursprünglich vorgesehene) Lovecraft-erfahrene Stuart Gordon ("Re-Animator"), und noch nicht einmal Firmenchef Band himself, sondern leider der ziemlich unfähige C. Courtney Joyner - um den es als Regisseur danach auch schnell wieder sehr still wurde.
Das Wort "schwerfällig" ist fast noch schmeichelhaft, wenn es darum geht, den Regie-Stil zu beschreiben. Die (wenigen) vorhandenen Möglichkeiten werden gnadenlos verschenkt, bei der Mise-en-Scene seiner Monster macht der Film fast jeden Fehler, der sich nur machen läßt (auch eine Kunst!).
Immerhin, das Makeup der Mutanten ist schon nicht gar so übel, und gelegentlich beglückt uns auch die Kamera mit halbwegs atmosphärischen Bilder - was aber vor allem den rumänischen Schauplätzen zu danken ist, die hier allerdings absurderweise für Lovecrafts Neuengland herhalten müssen. Eine rumänisch-orthodoxe Kirche als puritanisches Betshaus zu verkaufen, ist schon sehr schräg, aber okay, im Lovecraft-Land ist alles möglich.
Apropos, was Werktreue betrifft: Außer der Grundidee (immerhin!) ist von Lovecrafts Vorlage nicht allzuviel übrig geblieben - aber wer hätte das auch ernsthaft erwartet! Und Lovecraft ist ja sowieso in erster Linie für seine surrealen, makabren Bilder und nicht so sehr für die Rasanz seiner Plots berühmt. Aber einen derart langweiligen und verwirrenden Plot wie in vorliegendem Film hätte er nun auch nicht verdient. Warum da die Gangster und die Mutantenjäger permanent mit nichts anderem beschäftigt sind, als sich wechselseitig fertigzumachen oder als Geiseln zu nehmen, während unter ihren Füßen die Zombies lauern, das weiß der Geier (oder vielleicht der mit dem Regisseur identische Drehbuchautor).
Zwei, drei Szenen mögen ansatzweise gelungen sein - z.B., mit Abstrichen, die Eröffnungssequenz, oder aber die Szenen in der unterirdischen Höhle der Martenses - das ist aber trotzdem zuwenig für einen ganzen Film.
Immerhin ist "Re-Animator"-Hauptdarsteller Jeffrey Combs mit von der Partie. Er liefert eine gewohnt solide, leicht skurrile Leistung als versoffener Monsterjäger, mehr aber auch nicht (zu mehr geben ihm auch weder Regie noch Drehbuch Gelegenheit). Als optischer Aufputz darf Ashley Laurence (Hellraiser) herhalten. Die größte Enttäuschung des Films ist allerdings Jon Finch (Gefrier-Schocker - Die Hexe von Woodstock-Farm) als Anführer der Gangster. Dem einstmaligen Hauptdarsteller in Filmen von Polanski und Hitchcock (der sich inzwischen fast nur noch der Theaterarbeit widmet) sieht man in fast jeder Einstellung an, wie wenig Spaß ihm die Arbeit an diesem Film gemacht haben muß. Finch bezeichnete "Lurking Fear" selbst als "a piece of crap" und meinte: "Das Drehbuch war eine Beleidigung für H.P. Lovecraft." Er dürfte sich mehr als einmal mit dem Gedanken getragen haben, aus dem Projekt auszusteigen, was wohl der Grund dafür war, daß der Regisseur sicherheitshalber alle seine Szenen mit einem zweiten Schauspieler nachdrehen ließ.
Fazit: Für Lovecraft-Fans gibts zu wenig Lovecraft, für Trash-Fans zu wenig Humor, für Grusel-Fans zu wenig Atmosphäre. Muß man nicht gesehen haben.
Filmreview von: Seward / Alle Reviews von Seward
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Veröffentlichungen
Der Film ist beiu X-Ratex, bei X-Cess und bei CineWorld/One World Entertainment auf DVD erschienen.
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