Sssshhh...
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Inhalt
Vor sechs Monaten wurden Malini und ihr Freund Sunny, beide allseits beliebte Studenten, von einem unbekannten Täter ermordet. Der Killer hat, abgesehen von einem schwarzen Kapuzenumhang und einer Clownsmaske, keine Spuren zurückgelassen.
Mehak, Malinis Schwester, kommt nur schwer über den Verlust hinweg, obwohl ihre Freunde sich redlich um Ablenkung bemühen. Nachdem ein anonymer Anrufer sie bedroht hat und eine Lehrerin in ihrer Nähe ermordet wurde, wird die Polizei auf die Clique aufmerksam. Als Mehak und ihre Freundin Gehna nach einer Party auf dem Nachhauseweg von dem Killer angegriffen werden, können sie in letzter Sekunde von Suraj, einem neuen Studenten an ihrer Schule, und Inspector Kamat gerettet werden. Der Mörder scheint auf seiner Flucht in einem Stausee ertrunken zu sein.
Um auf andere Gedanken zu kommen, buchen die Freunde einen Kurzurlaub nach Thailand. Kurz darauf erfährt Inspector Kamat, dass der Student dessen Leiche im Stausee gefunden wurde nicht der Täter gewesen sein kann, da er nicht ertrunken ist sondern erdrosselt wurde.
Die jungen Leute sind zu einer abgelegenen Insel gefahren, um den Strand und das Meer ungestört genießen zu können. Doch die Ferienstimmung schlägt in Terror um, als Einer nach dem Anderen getötet wird...
Kommentar
Nachdem der Teenie-Slasherfilm jahrelang ein Videthekendasein gefristet hatte, belebte 1996 Wes Cravens "Scream - Schrei" das Genre neu. In den Folgejahren schwappte eine Welle von Sequels und Ripp offs in die Kinos und auf den DVD-Markt, die in der aktuellen Remake-Schwemme a'la Freitag der 13., Prom Night etc. mündet.Auch außerhalb Amerikas wurde der Trend aufgenommen; bei uns in Deutschland (wo der professionelle Horrorfilm praktisch tot war) wurden plötzlich Filme wie "Flashback - Mörderische Ferien" und Anatomie produziert, und die Inder, bei denen vergleichsweise wenig Horrorfilme gedreht werden und man Slasher mit der Lupe suchen muß, kamen ebenfalls auf den Geschmack.
2003 kamen zunächst zwei Streifen auf den Markt die sich stark an der "Ich weiß was Du letzten Sommer getan hast"-Reihe orientierten ("Kucch to hai" & "Dhund: The Fog"), später erschien "Sssshhh..." der zwar auch Elemente daraus verwendet, aber als großes Vorbild "Scream" auf seine Fahne geschrieben hat (und ausgerechnet "Dhund", der schlechteste von den dreien, wurde als einziger auch in Deutschland veröffentlicht).
Die Schwächen von "Sssshhh..." liegen größtenteils im Drehbuch begründet. Mit fast 3 Stunden Laufzeit ist der Film eindeutig zu lang, besonders im Mittelteil treten einige Längen auf. Wenn die Story schon nicht vom üblichen Stalk'n'Slash-Pfad abweicht, müsste die Handlung zackig vorangetrieben werden um die Spannung hoch zu halten. So schön es auch ist wenn den Charakteren Raum zur Entfaltung gegeben werden kann, diese Möglichkeit wird einfach nicht sinnvoll genutzt, da die Teens und Twens fast ausnahmslos auf Kanonenfutter-Niveau bleiben.
Die Hauptrolle ist eher flach, das Verhalten immer der Situation angepasst: wenn gerade keine Gefahr droht, wirkt Mehak recht entspannt und sorglos, selbst wenn sie nur 2 Minuten zuvor von dem Killer bedroht wurde. Darstellerin Tanisha (die kleine Schwester von Bollywood-Superstar Kajol gibt hier ihr Filmdebut) fehlt es an Talent und Charisma um den Zusachauer darüber hinwegsehen zu lassen.
Obwohl die 'Wer ist der Täter'-Frage geschickt und rätselhaft dargeboten wird, verpufft die Spannung wenn man das amerikanische Original schon kennt, da praktisch alle Wendungen 1:1 oder nur minimal variiert dort abgekupfert wurden. Das Motiv des Killers ist nicht überzeugend, ja nichteinmal nachvollziehbar. Warum er für Mehak so einen Aufwand betreibt, Telefonanrufe, vorgetäuschte Angriffe, auf die Insel locken usw. bleibt ebenfalls ungeklärt. Der wahrscheinlichste Grund ist: hätte er sie 'nur' umgebracht (wie die anderen Opfer auf seiner Todesliste), wäre der Film schon nach 20 Minuten zuende gewesen und der Bodycount läge bei 4 anstelle von 12 Toten.
Pluspunkte kann der Film hauptsächlich im optischen Bereich machen. Die erste Hälfte spielt in dem Heimatort der Protagonisten, einer winterlichen Ortschaft in den Bergen. Gemütliche Häuschen im verschneiten Gebirge, kombiniert mit den ultramodernen Innenansichten (z.B. das Freizeitcenter in dem der Killer das Erstemal zuschlägt) bilden einen interessanten Kontrast zum zweiten Teil. Hier wird Postkarten-Idylle mit blauem Meer, weißem Strand und Palmen zum Schauplatz der Morde. Diese sind zwar bei weitem nicht so 'kreativ' wie in vergleichbaren westlichen Produktionen und vom Härtegrad her würde eine FSK ab 16 Freigabe wohl angemessen sein, doch hätte ich in einem Bollywoodfilm nicht mit derart blutigen Szenen gerechnet. Das Meisterstück ist der Unterwassermord an einem der Mädchen, das gerade versucht zurück an die Oberfläche zu gelangen: ihr wird von hinten die Kehle durchgeschnitten und das aus der Wunde pulsierende Blut breitet sich wie eine Wolke um sie herum aus.
Die Schauspieler sind alle hübsch anzusehen und machen ihren Job recht ordentlich. Das ausgerechnet die Hauptdarstellerin, wie oben bereits erwähnt, schwächelt ist bedauerlich und der Stylist, der Dino Morea (Raaz) diese ölige Langhaarfrisur verpasst hat, sollte mit dem Lockenstab aus der Stadt geprügelt werden.
Mit ein paar eigenständigen Ideen hätte der Film richtig gut werden können, das Potenzial war da. So reicht es nur für exotisch angehauchte Dutzendware.
Filmreview von: Bad Moon / Alle Reviews von Bad Moon
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Der Film ist in Deutschland noch nicht veröffentlicht worden. Die DVD von Eros International ist in verschiedenen internationalen Auflagen erhältlich und hat leicht verständliche, englische Untertitel.
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