Ring - Das Original

Originaltitel: Ringu
Alternativtitel: Ring
The Ring
Herstellungsland: JapanJapan
Erscheinungsjahr:  1997
Regie: Hideo Nakata
 

Darsteller

Figur

Nanako Matsushima  Reiko Asakawa
Hiroyuki Sanada  Ryuji Takayama
Rikiya Otaka  Yoichi Asakawa
Yoichi Numata  Takashi Yamamura
Katsumi Muramatsu  Koichi Asakawa
Masako  Shizuko Yamamura
Rie Inou  Sadako
Hitomi Sato  Masami Kurahashi
  
Genre: Grusel
Sequels: Ring - Das Original (1997)
Ring (2002)
The Ring 2 (2005)
Film suchen bei: Amazon.de, eBay, OFDb, IMDb
 Deutsches DVD-Cover, erschienen bei Anolis Entertainment

Inhalt

Jeder kennt so genannte urbane Legenden, solche beispielsweise von der Spinne in der Yucca-Palme oder den Alligatoren in der Kanalisation. Zufällig stößt die Journalistin Reiko Asakawa auf eine ähnliche Geschichte, die ihre Neugier weckt. Es geht um ein verfluchtes Videoband, das jene, welche es ansichtig werden, binnen Wochenfrist auf grausamste Weise sterben lässt. Als Reikos Nichte Tomoko auf mysteriöse Weise ums Leben kommt, beginnt sie zu ermitteln und findet heraus, dass auch diese sich das Video angeschaut hat, zusammen mit drei anderen Jungen Leuten, die alle am gleichen Tag gestorben sind. Tomokos Freundin Masami, die dabei war als Tomoko starb, verfiel dem Wahnsinn und sitzt nun katatonisch in der Klappse. Reiko sucht das Motel auf, in welchem die Teenager das Band angeschaut haben, und stößt dort tatsächlich auf eine mysteriöse Videocassette, von der der Concierge annimmt, die habe wohl jemand vergessen. Natürlich kann Reiko nicht widerstehen und schiebt das Band in die Videomaschine. Kryptische, verstörende grobkörnige Bilder offenbaren sich ihr, und dann…klingelt das Telefon, genau wie in der gruseligen Sage geschildert! Hat Reiko nun nur noch sieben Tage zu leben?

Verzweifelt bittet sie ihren Ex-Mann Ryuji, einen genialen Techniker, um Hilfe. Dieser sieht sich ebenfalls das Video an, glaubt aber zunächst nicht an den tödlichen Spuk um das Tape. Dennoch beginnt er mit Reiko die Hintergründe zu erforschen und bald stoßen die Beiden auf das Schicksal der medial begabten Shizuko Yamamura, die sich vor etlichen Jahren das Leben nahm. Als zufällig Reikos und Ryujis kleiner Sohn Yoichi auch noch das fatale Video sieht, erkennen unsere Helden, dass die Zeit drängt. Sie begeben sich auf die Insel Oshima, von der die Yamamuras stammen, und stoßen auf ein gruseliges Familiengeheimnis. Hat der alte Yamamura seine Tochter Sadako ermordet, die nun als Geist Rache an den Menschen nimmt?

Reiko und Ryuji haben nicht viel Zeit herauszufinden, ob und wie sie den Fluch bannen und sich selbst und ihr Kind noch rechtzeitig retten können…

Kommentar

Dass das Anfertigen US-amerikanischer Remakes von ausländischen, gerade asiatischen Filmen, nicht gerade als Ausbund von Kreativität wie Originalität betrachtet werden darf, ist ein Gemeinplatz. Selbiges gilt natürlich in gleicher Weise für das Ausschlachten der eigenen Filmgeschichte, wofür die Beispiele gerade aus der jüngsten Vergangenheit sowohl ausreichend offensichtlich wie zahlreich des Weges kamen. Selten können es die nachgeahmten Filme mit den Originalen aufnehmen. Dass es mitunter aber auch anders geht, zeigte die von Gore Verbinski angefertigte amerikanische Neuverfilmung von Hideo Nakatas „Ringu“. Zwar schwanken die Meinungen diesbezüglich, und gerade die Fraktion der Asia-Film Puritaner sieht das freilich ganz anders. Der bescheidenen Ansicht des Rezensenten zufolge aber ist Verbinskis Film die kraftvollere, atmosphärischere und gelungenere Umsetzung der Vorlage von Koji Suzuki, wenngleich es sich hierbei eben doch eher um ein Remake von Nakatas Film handelt denn um eine eigene auf dem Buch basierende Filmbearbeitung.

Doch hierauf wollen wir später noch einen präziseren Blick werfen. Nun soll es uns aber erst mal um Nakatas Film selber gehen, der alledem zum Trotz dennoch ein verteufelt gutes Stück modernen Horrorkinos ist, das einen enormen Kult auslöste und einem interessierten Publikum den Einstieg in die Welt des J-Ghostfilms ermöglichte. In Japan sprengte der Film sogleich alle Rekorde, und das, obschon es sich hierbei nicht mal um die erste Verfilmung der enorm erfolgreichen „Ringu“ Bücher von Suzuki handelte. Die erste Adaption war nämlich ein japanischer TV-Mehrteiler mit dem Titel „Ring: Kanzenban“, der sich handlungstechnisch weitaus näher an der Erzählung Suzukis orientierte als Nakata und sein Drehbuchschreiber Takahashi Hiroshi die Idee für die Kinoleinwand adaptierten. Außerdem ließen die Produzenten zeitgleich das Sequel „Ring:Rasen“ – hierzulande bekannt als „Ring: Spiral“ – anfertigen, allerdings nicht von Nakata, sondern von Jouji Iida, der auch am Drehbuch der TV-Version mitgearbeitet hatte. Doch „Rasen“ geriet nicht halb so erfolgreich wie „Ring“, und auch Nakata und Hiroshi waren nicht glücklich darüber, wie Iida die Geschichte fortgeführt hatte, weswegen sie mit „Ringu 2“ ein Jahr später die von ihnen begonnene Geschichte um Reiko und Yoichi fortsetzten – was dann allerdings gar nichts mehr mit Suzukis Vorlage zu tun hatte. 2000 erschien dann mit „Ring:0“ ein Prequel der Geschichte, hieran war allerdings nur noch Hiroshi als Autor beteiligt, die Regie übernahm an Nakata statt Tsuruta Norio. Zudem existiert noch ein koreanisches Remake, welches man in unseren Breiten als „Ring: Virus“ kennt. Bekanntermaßen wurde auch die amerikanische Version noch um einen zweiten Teil ergänzt. All diese Filme aber konnten es weder mit Nakatas erstem Film noch mit dem, sagen wir mal originalen US-Remake von Verbinski aufnehmen. Das hat natürlich seine Gründe!

Da wäre zunächst einmal die Unaufgeregtheit, mit der Nakata zuwerke ging. Sein Regiestil ist ruhig und orientiert sich viel stärker am klassischen „Gruselfilm“ denn an der schnell geschnittenen Wackelkamera der aktuellen Prägung. Der Film beginnt zwar mit zwei Teenagern, die sich von der Spukgeschichte um das tödliche Tape erzählen, was zunächst Grässliches in Richtung „Scream“ und Konsorten erwarten lässt (bitte nicht noch ein Teenie-Slasher!), doch ziemlich schnell ist klar, dass Hiroshi und Nakata uns hier auf ganz andere Weise erschrecken und glücklicherweise auch widerstehen können, ihre Schreckmomente zu ironisieren. Überhaupt, der Film geriet komplett humorfrei. Und statt auf einen hippen Soundtrack setzte Nakata auf ein sparsames, düster meditatives Score, das im Hintergrund stets bedrohlich pluckert. Ansonsten baut er einfach nur auf seine unglückselige Spukgeschichte, der eine Familientragödie vorausging, also beinahe ganz klassischer Gothic-Stoff. Und wenn Sadakos Rachegeist dann zum gruseligen Finale aus dem Fernseher klettert um Ryuji den Garaus zu machen, dann klammern sich selbst hartgesottenste Horrorrecken im Sofa fest. Somit ist „Ringu“ eben wirklich als klassischer Gruselfilm geraten und eben auch als solcher zu empfehlen. Wenn man denn doch noch ein wenig motzen wollte, so könnte man das über einen Umstand tun, den Verbinski in seinem Film weitaus konsequenter gelöst hat als Nakata.
Zunächst einmal ist es lobenswert, dass Nakata die Hauptperson, welche nämlich in der Suzuki’schen Vorlage von einem Mann besetzt ist, in eine weibliche Protagonistin umwandelte. Diese agiert zunächst auch durchaus selbstbewusst, doch mit der Einführung ihres Ex-Gatten Ryuji in die Geschichte rückt sie wieder in die zweite Reihe und der Kerl übernimmt - wie üblich - bis auf weiteres die Heldenrolle und steigt beispielsweise später auch in den schaurigen Brunnen um Sadakos Körper zu bergen. Bei Verbinski bleibt die Reporterin - hier von Naomi Watts verkörpert - die Hauptperson, die ihrem Verflossenen überlegen zu sein scheint und heldenhaft agieren darf.

Tja, und das bringt uns schlussendlich an den Punkt, die beiden Filme noch einmal miteinander zu vergleichen. Wir haben schon festgestellt, Verbinski war mehr daran gelegen, den erfolgreichen japanischen Film für ein westliches Publikum zu adaptieren als Suzukis Vorlage zu verfilmen. So sehen wir im amerikanischen Film manch eine Szene nahezu eins zu eins wiedergegeben, was uns wieder zur Einleitung zurückbringt: Wirklich originell ist das nicht unbedingt! Man darf wohl aber Verbinski zugute halten, dass er eben die grandiose Atmosphäre des Originals in seine Version hat retten wollen, was ihm zweifelsfrei gelungen ist. Darüber hinaus brachte er ja noch zahlreiche eigene Ideen in seine Version ein, vertiefte zum Beispiel die Familientragödie um ein vielfaches, was seinen Film letztlich zu einer faszinierenden Schauermär mit eigener Handschrift machte, die mich noch ein klein wenig mehr packte als Nakatas Original. Allein die Wiedergabe des verstörenden Videofilms ist schon das Remake wert. Denn im Gegensatz zu Nakatas etwa einminütigem Videofluch präsentiert uns Verbinski mehrere Minuten verstörend surreales Alptraummaterial, das es in sich hat!

Aber dennoch, Verbinskis Film mag gelungener sein, unheimlicher, stimmiger, aber er bleibt letztlich eine Kopie und bedient sich der Elemente des Originals. Ihm hängt sogar ein wenig etwas klugscheißerisches an, denn er vermittelt auch stets den Ausdruck: Ich Amerikaner kann das besser! Dumm nur, dass das auch stimmt!
Nun aber möchte ich dennoch jetzt dem Original, nämlich Nakatas Film, lobhudeln, denn der ist und bleibt einfach das Original, ein beinahe klassisch anmutender Spukfilm mit kleinen Fehlern zwar, aber großartiger Atmosphäre, die sich aus Geschichte und Inszenierung ergibt, und nicht, wie heutzutage leider Usus, aus einer Vielzahl von CGI-Effekten. Nach modernen Maßstäben würde der Rezensent Hideo Nakatas Film als einen der letzten wirklichen Gruselklassiker im wahrsten Wortsinn bezeichnen, und das Finale ist wirklich atemberaubend. Allen Fans des US Remakes sei dieser Film unbedingt ans Herz gelegt. Splatterheads oder Slasherfreaks hingegen dürfte hier schnell langweilig werden. Aber für die gibt es ja reichlich Alternativen!

Filmreview von: Wollo / Alle Reviews von Wollo

Trailer zum Film

Veröffentlichungen

Die DVD gibt es in verschiedenen Editionen bei den Asia-Experten von Anolis Entertainment bzw. Anolis / e-m-s. Ebendort ist auch die VHS erschienen.

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Weitere Kommentare zum Film

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Staudenmaier007, 21.01.10
Kurz und bündig - ich selbst kenne beide Versionen und muß leider zugeben das mir das amerikanische Remake weitaus besser gefallen hat. Ich denke da nicht nur an die technische Umsetztung auch die Charaktere wurden meiner Meinung nach besser herausgearbeitet und die Story insgesamt spannender umgesetzt. 4/5 für´s Orginal.
 
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