Superman Returns

Originaltitel: Superman Returns
Herstellungsland: AustralienAustralien, USAUSA
Erscheinungsjahr:  2006
Regie: Bryan Singer

Darsteller

Figur

Brandon Routh  Clark Kent / Superman
Kate Bosworth  Lois Lane
Kevin Spacey  Lex Luthor
James Marsden  Richard White
Parker Posey  Kitty Kowalski
Frank Langella  Perry White
Sam Huntington  Jimmy Olsen
Eva Marie Saint  Martha Kent
Marlon Brando  Jor-El
Kal Penn  Stanford
  
Genre: Science-Fiction, Fantasy, Action
Sequels: Superman - Der Film (1978)
Superman II - Allein gegen alle (1980)
Superman Returns (2006)
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Inhalt

Als Superman nach mehreren Jahren aus dem All, wo er nach Spuren seines Heimatplaneten Krypton gesucht hat, auf die Erde und nach Metropolis zurückkehrt, muss er feststellen, dass sich die Welt unterdessen weitergedreht hat. Seine große Liebe Lois Lane ist inzwischen Mutter eines Sohnes und in festen Händen, und der Erzschurke Lex Luthor ist wieder auf freiem Fuß und plant seinen nächsten Coup: Mithilfe eines aus Supermans arktischem Stützpunkt entwendeten Kristalls lässt er im Ozean eine riesige Insel entstehen, während die dadurch verdrängten Wassermassen Millionen von Menschen bedrohen. Superman fliegt los, ahnt aber nicht, dass Luthor dem Kristall etwas Kryptonit beigemischt hat – und dagegen ist der Mann aus Stahl besonders empfindlich ...

Kommentar

Mit Richard Donners „Superman“ erschien in 1978 die Mutter aller modernen Superheldenfilme. Waren Comic-Adaptionen vorher möglichst billig heruntergekurbelte Serials oder aber direkt TV-Produktionen, entstand mit „Superman“ der seinerzeit teuerste Film überhaupt und eine tricktechnische Schau, wie sie das Publikum bis dahin allenfalls aus „Star Wars“ (1977) kannte. Das Einspielergebnis war dementsprechend, doch nach vier Filmen und knapp zehn Jahren ging der Reihe die Puste aus. Im Zuge des Erfolges des Batman-Franchises (und später auch der Marvel-Verfilmungen) erwachte in Hollywood aber wieder das Interesse an Superman, und so begann Mitte der 1990er Jahre die Arbeit an dessen Leinwandcomeback. Zunächst beauftragte man Tim Burton mit dem Projekt, eine naheliegende Wahl, schließlich hatte Burton bereits Batman – nach der kunterbunten TV-Serie aus den 1960er – filmisch neu erfunden und zu einem gigantischen Erfolg geführt; doch das zerschlug sich wie später noch zahlreiche andere Pläne, zum Beispiel wurde ernsthaft das Crossover „Batman vs. Superman“ diskutiert, das vielleicht herrlicher Blödsinn geworden wäre, wahrscheinlich aber beiden Figuren den kinematographischen Todesstoß versetzt hätte. Letztendlich übernahm Bryan Singer die Regie, der schon die X-Men als Blockbuster-Garanten etabliert hatte. Singers Ansatz war allerdings ein ganz anderer als etwa Christopher Nolans, der ungefähr zur gleichen Zeit an der Wiederbelebung der ebenfalls nach vier Teilen entschlafenen Batman-Reihe werkelte. Während Nolan nach dem Joel-Schumacher-Debakel „Batman & Robin“ (1997) mit „Batman Begins“ (2005) völlig von vorne anfing, legte Singer seinen Film als lose Fortsetzung von „Superman II“ (1980) an, der seinem Vorgänger mehr als ebenbürtig war, während Teil 3 und 4 (erneut ähnlich wie bei Batman) deutlich abfielen, um es mal zurückhaltend auszudrücken. Der Titel „Superman Returns“ ist also ähnlich programmatisch wie bei Nolans erstem Batman-Film, nur mit anderen Vorzeichen: Hier sollte kein Neustart erfolgen, sondern an eine große Tradition angeknüpft werden, und obgleich Singers Streifen auch ohne Vorkenntnisse funktioniert, ist er den ersten beiden Superman-Filmen im Design und Stil sehr verpflichtet (bis hin zu John Ottmans Soundtrack, der ausgiebig John Williams’ damaligen Score zitiert) und strotzt nur so vor inhaltlichen Bezügen und Anspielungen. Der eher humorvolle Einschlag der Reihe wurde ebenfalls berücksichtigt, allerdings abgemildert: Supermans Alter Ego Clark Kent etwa ist weniger slapstickhaft angelegt als bei Christopher Reeve, der sich in diesem Teil der Rolle sichtlich an dem Stummfilmkomiker Harold Lloyd orientierte. Vor allem aber will „Superman Returns“ ein gewaltiges Spektakel sein, bietet in punkto Ausstattung und Effekte Schauwerte en masse, und dass dies einer der teuersten Filme aller Zeiten ist (auch das erinnert an Richard Donners Serienstart), sieht man ihm schon an.

Nun gehört aber zu einem großen Film auch ein entsprechender Plot, und man darf durchaus in Zweifel ziehen, ob die Geschichte, die „Superman Returns“ zu erzählen hat, einen Film von immerhin zweieinhalb Stunden Länge wirklich trägt, zumal auch die Protagonisten selbst für Superheldenverhältnisse recht eindimensional erscheinen – gerade in Bezug auf die Hauptfigur ein generelles Problem jeder bisherigen Superman-Verfilmung: Der Mann vom Planeten Krypton ist eigentlich eine eher langweilige Figur – zu groß sind seine Kräfte, als dass man sich ernsthaft um ihn sorgen müsste, außerdem ist er so edel, hilfreich und gut, dass selbst Pfadfinder, die alte Damen über die Straße geleiten, dagegen subversiv wirken – und das trotz der schönen Eloge, die David Carradine in Quentin Tarantinos „Kill Bill: Vol. 2“ (2004) auf Superman hält: Bills Standpunkt ist, dass Superman sich anders als Batman, Spider-Man etc. nicht in einen Superhelden verwandeln muss, sondern in einen Menschen: Superman – und nicht Clark Kent – ist seine eigentliche Identität, und in dem linkischen und überschüchternen Clark zeigt er uns sein kritisches Bild von den Menschen. Kein uninteressanter Gedanke, doch sagt er uns wohl eher etwas über Bill als über Superman, dem auch bei Singer ein derartiger Zynismus fremd ist. Singer präsentiert uns im Grunde den ungebrochenen Helden, den die Heranwachsenden Jerry Siegel und Joe Shuster in der ersten Hälfte der 1930er Jahre erfunden hatten (dann gingen sie jahrelang mit der Idee hausieren, bis ihnen der spätere DC-Verlag ihren Comic zusammen mit den Rechten an der Figur für einen Apfel und ein Ei abkaufte und in der Folge Abermillionen verdiente, während Siegel und Shuster kleine Angestellte von DC blieben; aber das ist eine andere, eine tragischere Geschichte …), er singt im gemächlichen Tempo ein Heldenlied mit deutlich messianischen Anklängen: Am Anfang fällt Superman buchstäblich vom Himmel, und wenn er sich später für die Menschheit opfert, beinahe stirbt, um nach einem längeren Koma quasi wiederaufzuerstehen, ist das schon etwas arg plump. Zwar lässt der Film uns in einigen schönen Szenen wissen, dass das Leben als Deus ex machina schon ein hartes ist, deutet er die ungeheure Einsamkeit und Verantwortung an, die solche Kräfte auch bedeuten, zumal wenn sie während einer Kindheit in der heilen Welt des verklärten Mittleren Westens mit einem ordentlichen kategorischen Imperativ verbunden wurden; doch haben wir letztlich keinen Zweifel, dass Superman das packt, dass er privat verzichtet, ohne dadurch – wie etwa Spider-Man – in regelmäßige Identitätskrisen zu geraten. Dass dieser Übermensch uns dennoch ganz sympathisch ist und in seiner Perfektion nicht eher nervt, ist dem Auftritt des vorher weitgehend unbekannten Brandon Routh geschuldet, der hier keine schauspielerischen Glanzlichter setzen kann, aber beide Seiten der Rolle durchaus einnehmend ausfüllt, was eingedenk des Gesagten schon eine Leistung ist. Kritisch wurde vor allem der Auftritt von Kate Bosworth besprochen. Tatsächlich sieht sie für die Rolle der Lois Lane entschieden zu jung aus (das gilt prinzipiell auch für Routh, doch vielleicht altern Kryptonier ja langsamer), wirkt aber wesentlich weniger deplatziert als Katie Holmes, die in „Batman Begins“ genau dasselbe Problem hatte. Die schillerndste Rolle des Films hat freilich Kevin Spacey als Bösewicht Lex Luthor, und die füllt er auch mit einer großen Spielfreude aus: Gleich seine erste Szene, in der er einer alten Frau auf dem Sterbebett quasi vor den Augen ihrer gesamten Verwandtschaft ihr Vermögen abluchst, ist ein großer Spaß und erinnert in ihrer Skurrilität eher an Tim Burton als an den Rest des Films. Doch auch wenn Spacey bedrohlicher und brutaler ist als früher in der gleichen Rolle Gene Hackman, dem man den Superschurken nie ganz abnehmen konnte, büßt er doch durch einige Mätzchen und die burleske Beschränktheit seiner Handlanger (auch dies ein Rückgriff auf die alte Reihe) an Wirkung ein, anstatt das Korsett, das der Film sich selbst angelegt hat, zumindest hier und da zu sprengen.

An den Kinokassen wurde „Superman Returns“ nicht der Triumph, den sich Warner Bros. erhofft hatte. Während er in den USA überwiegend positiv aufgenommen wurde und auch eine Menge Geld einspielte, reagierte der Rest der Welt verhaltener, und die Einnahmen von immerhin fast 400 Millionen Dollar reichten nicht, um in die schwarzen Zahlen zu kommen. Bryan Singer ist bei seinem Film wohl zu sehr Fan geblieben; als Hommage an die alten Streifen funktioniert „Superman Returns“ gut und weiß trotz einiger Längen passabel zu unterhalten, doch wirkt er in seiner Konventionalität auch aus der Zeit gefallen, und selbst wenn man diese altmodische Attitüde sympathisch findet, muss man doch konstatieren, dass andere Comic-Verfilmungen der letzten Jahre inhaltlich wie visuell wesentlich Interessanteres geboten haben. Letztlich fliegt Superman hier im Kreis. Der nächste Leinwandausflug des Kryptoniers wird denn auch nicht – wie ursprünglich geplant – eine Fortsetzung des Singer-Films sein, sondern ein kompletter Neuanfang, wie er Christopher Nolan, der dabei übrigens als Produzent die Strippen ziehen wird, mit Batman bei Publikum und Kritik inzwischen gelungen ist. Kurz gesagt: ein „Superman Begins“ ...

Filmreview von: Ruthven / Alle Reviews von Ruthven

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Veröffentlichungen

Der Film ist bei Warner Home Video in mehreren Auflagen auif DVD sowie auf Blu-ray und HD DVD erschienen.

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