Die 12 Geschworenen
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Inhalt
12 völlig unterschiedliche Männer sollen als Geschworene über Schuld oder Unschuld eines 19 jährigen Jungen entscheiden, der laut Staatsanwalt und zwei Zeugen, seinen Vater im Streit erstochen haben soll. Die Männer werden hierfür in ein stickiges Zimmer gesperrt um den so scheinbar klaren Fall so schnell wie möglich ab zu schließen. Da alle Indizien gegen den Angeklagten sprechen, und das Urteil laut Richter einstimmig sein soll, wird einfach abgestimmt in der Hoffnung, bald wieder draußen zu sein. Leider kommt es aber anders als gedacht da einer der Männer begründete Zweifel hat! Somit beginnt eine lange, zermürbende und spannungsgeladene Diskussion. Wird es Geschworenem Nr. 8 gelingen, den Jungen vor der Todesstrafe zu retten?
Kommentar
Das 3fach Oscar nominiert und mehrfach Award ausgezeichnete Spielfilmdebüt von Sidney Lumet (Mord im Orient-Expreß) war zwar damals kein großer Reißer an den Kinokassen, gilt aber heute dafür als absoluter Klassiker! Basierend auf dem gleichnamigen Fernsehspiel von Reginald Rose, wurde das brillante Schwarz-Weiß-Kriminal-Justizdrama, das seinerzeit nicht mal die Produktionskosten einspielte, trotzdem aber Lumet`s großer Durchbruch war, in nur 21 Tagen abgedreht. Das geniale an dem außergewöhnlichen Film ist die Tatsache, dass sich fast der gesamte Film nur in einem kleinen, spärlich eingerichteten Raum nebst Waschraum abspielt. Zudem stützt sich das Ganze nur auf die super spannenden Dialoge und teilweise sehr an den Nerven zerrenden Wortspielen der grundverschiedenen Männer untereinander. Der Film lebt vom Dialog und ist nichts für Jemand der auf Action oder Special Effects usw. wartet. Anders als andere Gerichtsfilme spielt sich dieser nicht im Gericht ab, sondern zeigt die Welt der Geschworenen dahinter. Da das Besondere das psychologische Rollen-, und Gruppenverhalten ist, wäre es unbedingt ratsam, dem Film vollste Aufmerksamkeit zu schenken und sich beim Anschauen sehr zu konzentrieren. Obwohl bis auf eine kurze Szene während der Diskussionen (und nachher zum Schluss dann) sonst völlig auf Hintergrundmusik verzichtet wird, und ansonsten nur der Regen von draußen zu hören ist, vermag es einen trotzdem zu fesseln, oder vielleicht sogar gerade deswegen! Auch Frauen wird man hier keine finden, was aber wohl daran lag, dass es früher in den 50igern nicht üblich war, Frauen als Geschworene zu wählen. Da ich das 1997 gedrehte Remake von William Friedkin ebenfalls kenne, muss ich sagen, dass mir dieses im Gegensatz zum Original NOCH besser gefallen hat weil ich die Schauspieler in der neuen Version charismatischer finde. Im Original hier sehen irgendwie alle gleich (gut) aus. Obwohl Lee J. Cobb ein ausgezeichneter Charakterdarsteller ist, so hat mir seine Figur im Remake besser gefallen weil sie dort deutlich älter ist. Es ist ein packender und viel emotionalerer Unterschied wenn der wesentlich ältere „Vater“ (George C. Scott) sagt dass er seinen Sohn seit 22 Jahren, oder erst seit 2 Jahren nicht mehr gesehen hat. Auch Jack Lemmon ist um einiges älter als der großartige Henry Fonda (Deine, meine, unsere, Spiel mir das Lied vom Tod, Achterbahn) und bringt es einfach eine Spur glaubwürdiger rüber wen er den Zeugen nachmacht wie er langsam vom Bett zur Haustür geht. Vom berührenden Schluss gar nicht zu reden wo der eine alte Mann dem anderen alten, gebrochenen Mann in die Jacke hilft. Das ist zwar auch im Original ein emotionaler Moment, kommt für mich aber eben bei George C. Scott dramatischer rüber. Ansonsten sind beide Versionen fast identisch. Die Dialoge sind fast alle gleich. Und auch die Schauspieler geben echt ihr Bestes. Wer noch mehr von dem Stoff sehen möchte, kann sich den 1963 entstandenen westdeutschen Fernsehfilm mit dem selben Titel unter der Regie von Günter Gräwert, das Remake eben von William Friedkin oder die zehn Jahre später entstandene russische Variante von Lumets Film mit dem Titel „12“ anschauen.
Filmreview von: Berti / Alle Reviews von Berti
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Veröffentlichungen
Der Film ist bei MGM auf DVD erschienen.
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