Sacco und Vanzetti
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Inhalt
Am 15. April werden bei einem Raubüberfall vor einer Schuhfabrik in Massachusetts zwei Männer erschossen. Bei einer Razzia zwei Wochen später werden die beiden italienischen Einwanderer und Anarchisten Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti verhaftet. Ein 32er Colt wird bei ihnen gefunden. Eines der Opfer des Raubüberfalls wurde mit einer Waffe selben Kalibers erschossen. Die Anklage stützt hierauf die Anklage. Mit falschen Zeugenaussagen will die Anklage einen Schuldspruch erzielen, die Gerichtsverhandlung wird zur Farce, die zum geforderten Todesspruch führt. Das Urteil führt zu heftiger Empörung, die beiden werden für ihre Mitstreiter zum Märtyrer. Die Verteidigung findet neue Beweise, findet heraus, dass Belastungszeugen zu Falschaussagen gezwungen wurden, sogar die echten Täter sind bekannt, doch der Fall wird nicht erneut aufgerollt. Die Hinrichtung durch den elektrischen Stuhl wurde in der Nacht vom 22. auf den 23. August 1927 vollstreckt.
Kommentar
In diesem italienischen Justizdrama wird der authentische Fall von 1920, in dem zwei italienische Einwanderer in den USA trotz weltweiter Proteste hingerichtet wurden, aufgearbeitet. Die Geschichte baut starke Emotionen auf, alle hier gezeigten Indizien lassen aus der Perspektive des Films nur den Schluss zu, dass es sich hier um einen eiskalten, politischen Justizmord handelt. In wie weit die einzelnen hier aufgeführten Beweise den historischen Fakten entsprechen, kann ich natürlich nicht sagen, doch dass das Recht offenkundig missbraucht wurde, führte zu weltweiter Empörung. Die beiden wurden 1977 durch den Gouverneur von Massachusetts rehabilitiert - ein schwacher Trost.Unterstützt wird die emotionale Story durch eine geniale, herrlich melancholische Musik von Ennio Morricone. Die Darsteller sind sehr gut gewählt, die beiden Hauptdarsteller Riccardo Cucciolla (Borsalino & Co.) und Gian Maria Volontè (Ermittlungen gegen einen über jeden Verdacht erhabenen Bürger) sehen den wahren Justizopfern Sacco und Vanzetti sogar sehr ähnlich. Der Film zeigt, welche Macht der Justizapparat hat, dass er sogar bei einem Unschuldigen über Leben und Tod entscheiden kann, natürlich nur im Namen der Gerechtigkeit.
Filmreview von: Marcus Littwin / Alle Reviews von Marcus Littwin
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Der Film ist bei VPS Video auf VHS erschienen.
Filmbewertung
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Mireille Mathieu Singt Ennio Morricone
Stand: 18.05.2012 05:02:58
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| Wollo, 03.02.09 |
| Die Geschichte inspirierte übrigens zahlreiche Künstler jeglicher Couleur zu den verschiedensten Arbeiten. Der erste Film über den Justizmord wurde bereits 1927 in Österreich gedreht. Er trug den Titel "Im Schatten des elektrischen Stuhls". 1960 wurde ein TV-Zweiteiler für das amerikanische Fernsehen über die Geschichte gedreht, Regie führte Sydney Lumet. Zahlreiche Bücher sind ebenfalls verfasst worden, die wohl bekannteste literarische Abhandlung dieses unglaublichen Falls dürfte "Boston" von Upton Sinclair sein. Ebenfalls bekannt dürfte Tucholskis Gedicht "7,7" sein, welches er den beiden unschuldig gestorbenen Anarchisten gewidmet ist. Aus dem Soundtrack von Morricone des hier besprochenen Films sticht besonders das Lied "Here's to you" hervor, das Joan Baez singt. Dieser Song ist ebenfalls so eine Art Friedenshymne geworden, die der Liedermacher Franz-Josef Degenhardt auch mal eingedeutscht hat, was wiederum von der Punkcombo "Normahl" gecovert worden ist. Und auch die Schweizer Anarcho-Prog-Punkband Jaywalker hat mal einen Song über Sacco und Vanzetti veröffentlicht und dieser Veröffentlichung reichlich Infomaterial über den Fall hinzugefügt. Ich denke ferner nicht, dass Montaldos sogar eigentlich ziemlich berühmter Film zu den beinahe vergessenen gehört, eher schon darf man ihm den Klassikerstatus zusprechen. Nix für ungut, ist halt 'n bißchen sowas wie ein kleines persönliches Steckenpferd. |
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