Dhoom - Die Jagd beginnt
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Inhalt
In Mumbai versucht der jungverheiratete Polizist Jai Dixit eine Reihe aufsehenerregender Überfälle aufzuklären. Die Täter flüchten stets mit Motorrädern von den Tatorten, daher verdächtigt er den Kleinganoven Ali, der einen Bikeshop betreibt, Mitglied der Bande zu sein. Ali hat mit den Überfällen zwar nichts zu tun, aber genug anderen Dreck am Stecken, so dass Jai ihn zur Mitarbeit nötigt.
Kabir, Anführer der Gansterbande, ist den Ermittlern scheinbar immer einen Schritt voraus. Bei einer Musikveranstaltung gelingt es, praktisch direkt vor den Augen der Polizei, die gesamten Einnahmen zu stehlen. Jai quittiert daraufhin seinen Dienst und Ali schließt sich der Gang an.
In der Silvesternacht plant Kabir einen letzten großen Coup, er will ein Hotel-Casino um die Einnahmen erleichtern. Er und seine Kumpane nehmen verschiedene Jobs in dem Hotel an, Ali und das einzige weibliche Bandenmitglied Sheena (in die Ali verknallt ist) werden zur Ablenkung als Gäste eigeschleust. Wie es der Zufall (?!) will macht ausgerechnet Jai Dixit mit seiner Frau Sweety über die Feiertage Urlaub in dem Hotel. Der Raub gelingt, doch Jai hat noch einen Trumpf im Ärmel.
Kommentar
Bollywood goes Action!
Indische Filmexperten prophezeiten einen kommerziellen Mißerfolg: das renomierte Studio Yash Raj Films hatte 16 Jahre lang keinen Actionfilm mehr produziert, die Schauspieler waren relativ unbekannt oder hatten bisher nur durch Flops von sich reden gemacht. Doch die Mischung aus rasanten Motorradrennen, Verfolgungsjagden, flotter Musik, auf cool & sexy getrimmten Darstellern und Komödienelementen begeisterte das Publikum. Der Film spielte fast das Zehnfache seiner Produktionskosten ein, es hagelte Nominierungen für diverse Filmpreise und die Musik war ein Dauerbrenner im Radio und in den Discotheken.
Hierzulande schöpften zahlreiche Frauen Hoffung: war dies der Bollywoodfilm den auch Ehemänner ohne Murren und Lästern ansehen würden? Immerhin wird, bis auf eine Song & Dance-Einlage mit Jai und Sweety sowie Alis peinlichen Versuchen bei Sheena zu landen, auf schmalzige Romantikszenen fast gänzlich verzichtet.
Als ernstzunehmender Genrebeitrag kann Dhoom freilich kaum bestehen, die Vergleiche mit westlichen Vorbilden (bei denen zum Teil schamlos abgekupfert wird) werden kaum zu Gunsten der Inder ausfallen. Hält man allerdings das lächerlich geringe Budget zugute (eine vergleichbare Hollywoodproduktion dürfte das 60-70fache kosten), kann man über Schwächen, wie den Kunstrasen der offensichtlich im Garten von Jai und Sweety liegt, gnädig hinwegsehen.
Filmtechnische Spielereien wie Zeitlupe, Splitscreen oder Jump-Cuts werden bei jeder sich bietenden Gelegenheit eingesetzt, besonders schön zu sehen bei "Salaame", dem besten Song aus dem Film. Es ist die einzige Szene, bei der alle fünf Hauptpersonen zusammentreffen, allerdings setzt Kabir sich bald ab um mit seinen Helfern den Tresorraum auszurauben, während Ali, Jai, Sheena und Sweety zu lateinamerikanisch aufgemotztem Techno-Pop eine kesse Sohle auf das Parkett legen.
Die Darsteller machen ihre Sache recht ordentlich. Abhishek Bachchan und John Abraham übertrumpfen sich gegenseitig beim "Ich kann vor Coolness kaum laufen!"-Spiel (John gewinnt), Uday Chopra ist für die Comedy zuständig (in der zwei Jahre später gedrehten Fortsetzung Dhoom 2 verkommt sein Charakter endgültig zum Pausenclown und Stichwortgeber), Esha Deol und Rimi Sen werden hauptsächlich als optische Leckerbissen präsentiert (Esha hat in keinem anderen Film jemals so sexy ausgesehen und Rimi trägt ihren Rollennamen Sweety mehr als zurecht).
Als seriöser Actionkrimi eher lächerlich, als überdrehtes Just-for-Fun-Movie ein unterhaltsamer, visuell ansprechender Zeitvertreib.
Filmreview von: Bad Moon / Alle Reviews von Bad Moon
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Der Film ist bei Rapid Eye Movies / AL!VE auf DVD erschienen. Die Verleihversion hat eine FSK ab 16 Freigabe, die Kaufversion ist FSK ab 12; beide beinhalten die ungekürzte Fassung. Im TV lief bisher nur eine geschnittene Version.
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