The Deaths of Ian Stone
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Inhalt
Ian Stone, ein äußerlich völlig normaler junger Mann, hat ein ziemliches Problem. Jeden Tag zur selben Zeit stirbt er eines gewaltsamen Todes - nur um im nächsten Augenblick wieder in einem völlig anderen Leben aufzuwachen. Einmal ist er Eishockeyspieler, dann Büroangestellter, dann Taxifahrer oder Junkie... aber jedesmal um 17 Uhr 02 bleibt die Uhr stehen, und kurz danach muß Ian Stone sterben. Nachdem er allerdings jedesmal auch mit völlig neuen Erinnerungen wieder erwacht, weiß er nie, was ihm bevorsteht, denn an all seine bisherigen Tode kann er sich niemals erinnern. Dennoch gibt es Konstanten, die in all diesen Leben wiederkehren. So kreuzen jedesmal dieselben Menschen seinen Weg - etwa eine junge Frau, die einmal seine Freundin ist, das nächste Mal nur eine Bürokollegin, dann wieder seine Nachbarin. Und dann gibt es da noch einen geheimnisvollen älteren Mann, der ihn immer wieder vor irgendwelchen ominösen "Verfolgern" zu warnen versucht. Und er scheint allmählich Erfolg zu haben, denn bruchstückhaft kehren Ians Erinnerungen wieder...
Um niemandem, der den Film nicht kennt, den Spaß zu verderben, sollte sehr viel mehr von der Handlung nicht mehr verraten werden - nur noch so viel, daß auch die sogenannten "Harvester" eine wichtige Rolle in dem Mysterium spielen. Diese Harvester (zu deutsch: die "Ernter") sind eine Art Emotions-Vampire, die sich von der Furcht der Menschen ernähren. Die reinste Furcht (und somit die Lieblingsspeise dieser schattenhaften Dämonenwesen) ist die Todesangst. Und wie es scheint, ist Ian Stone das perfekte Opfer - der Mann, der tausend Tode stirbt. Oder steckt noch mehr dahinter? Auch Ian selber hat nämlich ein Geheimnis - aber um dem Teufelskreis zu entgehen, müßte er sich zuerst einmal erinnern. Und genau das können die Harvester unmöglich zulassen...
Kommentar
Angenommen, jemand würde versuchen, gleichzeitig die Horror-Version von "Und täglich grüßt das Murmeltier", "Matrix" und "Der Himmel über Berlin" zu drehen, zusätzlich gewürzt mit einer kräftigen Prise "Blade" - klingt verwirrend? Ist es auch.Das ist leider das Problem des Films: Er will einfach zu viel auf einmal. Dabei ist die Ausgangsidee wirklich spannend und originell. Aber leider wird der erste Hinweis auf die Lösung schon viel zu früh gegeben. Und dann schlägt die Story noch so viele Haken und Volten, bis am Ende jede Logik über Bord gegangen ist und das vage Gefühl sich breitmacht, einem Bluff aufgesessen zu sein. Das endgültige Ende ist dann endgültig nur noch banal.
Dabei ist das Ding gar nicht schlecht gemacht, die Schauspieler sind okay, die Optik ansprechend (viele Blautöne), auch die Creatures gar nicht übel (sind aber zu Beginn in ihrer schattenhaften Erscheinung beeindruckender als später, wenn man sie deutlicher zu sehen bekommt). Aber als Produzent steckt ja auch Stan Winston hinter dem Projekt, Special-Effects- und Make-up-Profi bei Filmen wie Das Ding aus einer anderen Welt
, Jurassic Park oder der Terminator-Serie.
Dem eher unerfahrenen Regisseur gelingt es jedoch nicht, die Storyline angemessen zu bündeln. Es hätte durchaus genügt, eine einzige Geschichte (die von den täglichen Toden) konsequent zu Ende zu erzählen, anstatt Dutzende Handlungsebenen kurz anzureißen und ineinander zu verschachteln, ohne bei einer einzigen wirklich einmal "dranzubleiben". Eine vielversprechende Prämisse wurde hier bedauerlicherweise ziemlich verschenkt. Was hätte daraus für ein Film werden können! Eine moderne Variante des Sisyphos- oder des Tantalos-Mythos z.B., eine düstere Tour de Force hinunter zu den Abgründen der menschlichen Existenz, die ultimative Konfrontation mit der größten Angst unsres Daseins: Wieviel Tod steckt in jedem einzelnen Tag unseres Lebens? (Wie in dem Sprichwort, das einmal im Film zitiert wird: "Träume, als würdest du ewig leben - lebe, als müßtest du heute sterben!") Stattdessen: eine leidlich interessante Kampf-mit-Dämonen-Story, die gegen Ende mehr und mehr in vertrauten Fahrwässern schippert.
Was übrig bleibt, ist allerdings noch immer ein gut gemachter und nicht unspannender Mystery-Gruselfilm. Nicht mehr und nicht weniger. Aber weniger wäre mehr gewesen...
Filmreview von: Seward / Alle Reviews von Seward
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Veröffentlichungen
Der Film ist bei Universum Film / UFA / Falcom Media auf DVD erschienen.
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