Bhoot
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Inhalt
Vishal ist auf der Suche nach einer Wohnung für sich und seine Frau Swati. Er findet eine passende im 12. Stock eines Appartmenthauses. Der Makler erzählt von der Vormieterin der Wohnung, die vom Balkon in den Tod gestürzt ist. Vishal ist nicht abergläubisch ("Was kann das Haus dafür wenn jemand stirbt.") und nimmt das Appartment. Um Swati nicht zu beunruhigen verschweigt er ihr den Tod der Vormieterin.
Nach einigen seltsamen Vorkommnissen erfährt Swati , dass die junge Frau gestorben ist. Sie bekommt Schlafstörungen und Alpträume, sieht Erscheinungen einer Frauengestalt und erleidet fast einen Nervenzusammenbruch. Vishal glaubt zunächst, es mit einem psychologischen Problem zu tun zu haben. Doch Swatis Zustand verschlechtert sich weiter und als die Polizei auf die beiden aufmerksam wird, nachdem ein Wachman brutal ermordet wurde, sucht er Hilfe bei einer Expertin für das Übernatürliche.
Kommentar
Bhoot (dt. Geist) entstand während der Asia-Horror-Welle die Ende der 90er Jahre von der japanischen Romanverfilmung "Ringu" losgetreten wurde, und von Remakes, Fortsetzungen und Ripp-offs nur so wimmelte. Der Film war in Indien sehr erfolgreich und ist unverständlicherweise noch nicht im deutschsprachigen Raum veröffentlicht worden. Wenn man als Freund des Horrorgenres seine Grenzen in Richtung Bollywood erweitern möchte und dann Filme wie den leider nur durchschnittlichen Kaal oder den grottenschlechten "Dhund: Der Nebel" vorgesetzt bekommt, erscheint einem ein gelungener Streifen wie Bhoot geradezu wie ein Meisterwerk.Der Film hat eine schön unheimliche Athmosphäre, mit Kameraeinstellungen aus ungewöhnlichen Perspektiven wird schnell der Eindruck erweckt, dass die handelnden Personen beobachtet werden.
Swatis Visionen und Alpträume kommen überraschend und sind teilweise schon bizarr, etwa wenn sie mit ihrem Mann im Kino sitzt und sich plötzlich alle Leute zu ihr umdrehen (es läuft übrigens Spider-Man, vorangegangen war eine kleine Diskussion weil Vishal keine Lust auf einen "dämlichen romantischen Film" hatte, den Swati dem "idiotischen Actionfilm" vorgezogen hätte).
Der Soundtrack enthält immer wieder verfremdetes Schreien und Stöhnen (klingt gruselig) und die Schockszenen werden mit lauten Musikeinsätzen verstärkt.
Es werden nur wenige Effekte eingesetzt, diese sind aber sehr gut gemacht und technisch auf neuestem Stand. Gewalttätige Szenen gibt es praktisch garnicht, bis auf die Leiche des Wachmannes die mehrmals gezeigt wird (unblutig) und der Tod der jungen Frau, was aber auch nur angedeutet wird.
Der Film bricht mit 2 Traditionen die dem Bollywoodkino nachgesagt werden: erstens wird auf Sing- und Tanzeinlagen verzichtet (was zur Folge hatte, dass das Soundtrackalbum wie Blei in den Regalen liegen blieb); zweitens zeigt Hauptdarstellerin Urmila Matondkar Mut zur Hässlichkeit wenn sie mit dunklen Augenrändern wie ein Pandabär, knurrend und grollend die Besessene gibt (da die Hindi-Filmindustrie ganz auf die Stars vor der Kamera ausgerichtet ist, sind die Charaktere üblicherweise auch nach größten Anstrengungen immer perfekt durchgestylt).
Von den Schauspielern war ich angenehm überrascht. Ajay Devgan kannte ich nur aus dem bereits erwähnten Kaal und danach hätte ich ihm eine so nuancierte Darstellung nicht zugetraut (sein Blick als er die Leiche des Wachmannes findet ist Gold wert). Urmila Matondkar spielte 2005 in "Naina", der indischen Version von "Gin gwai" (aka "The Eye") die Hauptrolle wo sie ein wenig nervte, hier agiert sie aber überzeugend. Rekha ist in Indien eine Institution und hat seit 1970 jedes Jahr (außer 2004) mindestens einen Film gedreht Hierzulande kennt man sie aus dem "E.T."-Verschnitt "Sternenkind" und der Fortsetzung "Krrish". Als Bhoot gedreht wurde war Rekha 48 oder 49 Jahre und sieht großartig aus (bis auf den violetten Lippenstift), bei der Ausstrahlung die sie im Blick hat passt die Rolle des Mediums perfekt.
Da die Story einige lose Fäden hinterläßt und der Film auch keinen so ausgefallenen Höhepunkt hat, wie z.B. die Fernseherszene in "Ringu", ist der Film bei weitem nicht perfekt, zeigt aber deutlich, dass aus Indien mehr zu erwarten ist als nur romantische Dramödien mit Sharukh Khan in der Hauptrolle.
Filmreview von: Bad Moon / Alle Reviews von Bad Moon
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Der Film ist in diversen internationalen Auflagen als DVD erschienen. Die US-Fassung von Spark Media ist codefree und hat leicht verständliche englische Untertitel.
Filmbewertung
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