Batman Begins

Originaltitel: Batman Begins
Herstellungsland: USAUSA
Erscheinungsjahr:  2005
Regie: Christopher Nolan
 

Darsteller

Figur

Christian Bale  Bruce Wayne / Batman
Michael Caine  Alfred
Liam Neeson  Henri Ducard
Katie Holmes  Rachel Dawes
Gary Oldman  Jim Gordon
Cillian Murphy  Dr. Jonathan Crane
Tom Wilkinson  Carmine Falcone
Rutger Hauer  Earle
Ken Watanabe  Ra's Al Ghul
Mark Boone Junior  Flass
  
Genre: Science-Fiction, Fantasy
Sequels: Batman Begins (2005)
The Dark Knight (2008)
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 Deutsches DVD-Cover, erschienen bei Warner Home Video

Inhalt

Nachdem er als Kind die Ermordung seiner Eltern mit ansehen mußte, ist dem Milliardärsprößling Bruce Wayne klar, daß er in seiner Heimatstadt Gotham, einem von Kriminellen beherrschten Moloch, das Gesetz selbst in die Hand nehmen muß. Im fernen Osten läßt er sich innerhalb der Organisation des selbsternannten Tugendterroristen Ra’s Al Ghul zum Elitekämpfer ausbilden, bricht aber am Ende mit dessen Gesellschaft. Nach Gotham zurückgekehrt, beginnt er mit Hilfe seines Butlers Alfred und des Techniktüftlers Lucius Fox, als maskierter Held Batman dem Verbrechen den Kampf anzusagen. Und er kommt gerade zur rechten Zeit, denn nicht nur der Würgegriff der Mafia, sondern auch der Superschurke Scarecrow bedroht die Stadt mehr als je zuvor. Doch der ist nur der Vorbote, denn am Ende erscheint Ra’s Al Ghul auf der Bildfläche…

Kommentar

Batman war immer ein Außenseiter unter den Superhelden des Verlages DC, denn anders als Superman, Green Lantern und wie sie alle heißen verfügt er über keinerlei Superkräfte, vor allem aber war er zumindest zu Beginn kein strahlender Held, sondern ein mit Identitätsproblemen behafteter, zynischer Selbstjurist, der in seiner Widersprüchlichkeit eher ins Konkurrenzhaus Marvel gepaßt hätte. Dieser frühe, bald verwässerte Ansatz wurde zum Ausgangspunkt der beiden Tim-Burton-Filme „Batman“ (1989) und „Batmans Rückkehr“ (1992); Burtons Nachfolger Joel Schumacher orientierte sich dann aber in seinen Klamotten „Batman Forever“ (1995) und „Batman & Robin“ (1997) eher an der berühmt-berüchtigten TV-Serie der 1960er Jahre, erreichte allerdings nie deren parodistischen, mitunter fast anarchischen Charme und gab den Flattermann derart der Lächerlichkeit preis, daß Christopher Nolan, einige Jahre später mit der Wiederbelebung beauftragt, keine Möglichkeit zu einer Fortsetzung sah, sondern lieber noch einmal ganz von vorne anfing. „Batman Begins“ basiert, wie schon der erste Burton-Batman, lose auf einem Comic-Roman vor Frank Miller (in diesem Fall: „Batman: Year One“) und ist der Start einer gänzlich neuen Batman-Reihe, die dem Helden seine Düsternis und Ernsthaftigkeit zurückgeben sollte. Das ist Nolan auch gelungen, und entsprechend groß war der Zuspruch aus Fan-Kreisen und insgesamt auch des Feuilletons. In der Tat hat Nolan viel richtig gemacht: Der Film ist üppig, aber nicht selbstzweckmäßig-übertrieben ausgestattet, bildgewaltig und bis in die Nebenrollen glänzend besetzt, wenn man mal von Katie Holmes absieht, die, wie eine Abiturientin aussehend, als Staatsanwältin und Sandkastenliebe des deutlich älter wirkenden Christian Bale reichlich deplaziert wirkt (nicht umsonst wurde sie in der Fortsetzung als einzige umbesetzt). Ansonsten füllen alle Darsteller ihre Rollen akkurat aus, etwa der wunderbare Michael Caine als Alfred oder der kaum minder wunderbare Morgan Freeman als Lucius, deren von trockenem Humor durchzogene Kommentare die Handlung hier und da etwas aufhellen, dazu Gary Oldman als integrer Polizist Gordon, dessen Werdegang teilweise mit dem Batmans parallelisiert wird (einige der wenigen wirklichen Übernahmen aus „Batman: Year One“) und Cillian Murphy, der dem hierzulande eher unbekannten Superschurken Scarecrow ein eindrucksvolles Leinwanddebüt beschert.

Und dennoch – dennoch will keine wirkliche Begeisterung aufkommen, hat der Film doch einige Schwächen, vor allem in der Dramaturgie: Er wirkt eher wie ein Pilotfilm, läßt sich sehr viel Zeit, die Ursprungsgeschichte zu erzählen, so daß für die eigentliche Handlung hinterher eher wenig Zeit bleibt. Damit erinnert „Batman Begins“ an so manchen Erstlingsfilm von Superheldenreihen, etwa an die ähnlich gepriesenen „Superman“ (1978), „X-Men“ (2000), „Spider-Man" (2002) und „Iron Man“ (2008), aber eben nicht an Tim Burtons ersten „Batman“: der springt gleich ins Geschehen und liefert die Vorgeschichte in einem fragmentarischen Rückblick, der genug erklärt und genug offenläßt (und in seiner Kürze auch der Vorlage ähnelt, widmete Bob Kane Batmans Werdegang doch ganze zwei Comicseiten). Christopher Nolan wählte den umgekehrten Weg: Bis Bruce Wayne sich erstmals kostümiert, vergeht eine geschlagene Stunde, und die ersten gut vierzig Minuten sehen wir, wie er seine Eltern verlor und sich in Asien zum Superhelden schulen läßt: Gerade diese Asienszenen sind an Klischee und Flachheit schwerlich zu unterbieten, die Weisheiten, die Waynes von Liam Neeson gespielter Lehrmeister von sich gibt, könnten allesamt einem etwas martialischen Sack mit Glückskeksen entstammen, und die Ausbildung unterscheidet sich kaum von den Initiationsgeschichten unzähliger Karate- und Kung-Fu-Filme. Generell nimmt sich der Streifen etwas arg ernst, ihm fehlt das Spielerische, das Burtons Filme bei aller Düsternis immer bewahrten, und das bleibt nicht ohne Auswirkungen auf den Erzählfluß. Bei allem Respekt vor dem – überwiegend erfüllten – Anspruch, den dunklen Ritter nach den mätzchenreichen Materialschlachten Schumachers zu rehabilitieren: Die Motivation des Helden kommt über Küchentischpsychologie kaum hinaus. Das wäre nicht weiter schlimm – in anderen Superheldenfilmen wird nicht mehr geboten –, wenn „Batman Begins“ in seiner ersten Hälfte nicht mit einer gar so bedeutungsschweren Weitschweifigkeit daherkäme, wo einige Andeutungen nicht nur gereicht hätten, sondern effektiver gewesen wären, denn gerade die anfängliche Ausführlichkeit tut der Glaubwürdigkeit des Folgenden keinen großen Gefallen.

Fahrt nimmt der Film mit Bruce Waynes Rückkehr nach Gotham und seinen ersten Schritten und Rückschlägen als Batman auf, hier gelingt Nolan dann der Spagat zwischen Pathos und Feuerwerk, Action und Erzähltempo werden bis zum Finale gekonnt gesteigert, und Christian Bale erweist sich als würdiger Nachfolger Michael Keatons und verleiht Batmans gespaltener Persönlichkeit eine nicht ganz so nuancierte, aber stets greifbare Authentizität. Hätte man die erste Dreiviertelstunde um die Hälfte gekürzt, wäre vielleicht schon „Batman Begins“ der große Wurf geworden, als der „The Dark Knight“ (2008) jetzt mit einigem Recht, aber vielleicht etwas zu viel Enthusiasmus gefeiert wird. So ist er ein insgesamt gelungener Auftakt und die geglückte Revitalisierung einer Figur, die als Kinoheld schon Geschichte zu sein schien.

Filmreview von: Ruthven / Alle Reviews von Ruthven

Trailer zum Film

Veröffentlichungen

Der Film ist bei Warner Home Video in mehreren Auflagen auf DVD, Blu-ray und HD DVD erschienen.

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