Joan Lui - Eines Tages werde ich kommen und es wird Montag sein
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Inhalt
Eines Tages kommt Joan Lui auf die Erde zurück. Die Welt hat sich in seiner Abwesenheit sehr zum Negativen entwickelt. Direkt vor seinen Augen wird Emanuela Carboni, die Tochter eines Industriellen, entführt. Er wird von der Polizei verhört, doch schnell merken alle, dass er anders ist. Er fängt an zu singen und begeistert die Massen zum Tanzen. Innerhalb kürzester Zeit wird er mit Hilfe seiner geschäftstüchtigen Managerin Judy Jackson zum absoluten Superstar. Bei einer Jetset-Veranstaltung in der Tempeldisco fegt er die Schönen und Reichen durch einen Orkan heraus, statt dessen kommen Bettler und Kranke und werden geheilt. Der Präsident will Joan Lui für seine Taten auszeichnen. Als Lohn fordert er zwei Kamerateams und einen Knopf, mit denen er sich jederzeit in alle Fernsehkanäle einschalten kann. Yarac, der Kopf eines internationalen Verbrechersyndikats und Teufel in Person, lässt Joan entführen. Yarac, der von Joan in der Tempeldisco von seiner unheilbaren Krankheit kuriert wurde, will versuchen, ihn für seine diabolischen Zwecke zu gewinnen, um die Joan verliehene Macht des Fernsehens auszunutzen. 40 Tage lang Zeigt er ihm all die Herrlichkeiten seines Imperiums und seiner Macht. Joan will ihm am Montag seine Antwort live im Fernsehen sagen, doch er schweigt, was viele als Appell an jene Politiker interpretieren, die zu viel reden, aber nichts bewirken. Am folgenden Montag hingegen gibt er jedoch seine Antwort, indem er Yaracs illegalen Dioxinhandel aufdeckt. Doch Yarac duldet keinen, der sich gegen ihn stellt. Am Telefon teilt er Joan mit, dass er am nächsten Montag live in der Sendung erschossen wird, doch ...
Kommentar
"Adriano Celentano ... sein größter Film ... die Krönung seines Schaffens." Mit diesem Spruch wurde der Film hierzulande auf Video vermarktet. Ich kann dem nur voll zustimmen, doch hier scheiden sich die Geister. Einige finden zu dem Film offenbar keinen Zugang, doch wer ihn verstanden hat ist begeistert. Italiens Superstar Adriano Celentano (Asso, Serafino, der Schürzenjäger), der hier das Buch schrieb, Regie führte, für den Schnitt verantwortlich war und als Hauptdarsteller tätig ist, wo er als Jesus der Neuzeit auf die Erde kommt, inszenierte diesen Film als gelungene Mischung aus Rockmusical, Bibeldrama und Komödie. Celentano gibt etliche tolle Songs zum Besten, der Soundtrack ist absolut genial und passt wie die Faust aufs Auge. Die Songs wurden wie Videoclips geschnitten und betten sich nahtlos in die Handlung ein. Der Humor besteht aus Wortakrobatik und Situationskomik, er wird nicht wie in anderen Celentano-Filmen klamaukhaft oder albern. Dafür nimmt sich der Film selbst zu ernst, er will eine Botschaft vermitteln, einen Appell an die Menschheit, besser und aufrechter miteinander umzugehen. Gespickt wurde das ganze mit unzähligen Anspielungen an die Bibel, die jedoch in der deutschen Schnittfassung fast gänzlich zum Opfer fallen. Ursprünglich hatte der Film 163 Minuten, wurde dann aber vom Produzenten gegen den Willen Celentanos auf 125 Minuten runtergeschnitten und drastisch verändert, was zu einem Rechtsstreit führte, so dass der Film in Italien nicht mehr im Kino gezeigt wurde. Die deutsche Schnittfassung basiert auf der langen Fassung, die Celentano geschnitten hatte, lief aber nur noch 113 Minuten.Hier eine nicht vollständige Aufzählung der entfernten oder geänderten Szenen:
- Ankunft von Joan Lui im Zug. Über 5 Minuten, die komplett fehlen, der Film beginnt bei uns erst danach, dabei hat es das Bild vom Zug immerhin auf die Rückseite des Video-Covers gebracht.
- Etliche Gewaltszenen und Elendszustände aus der dritten Welt wurden geschnitten.
- Die Vorgruppe in der Tempeldisco bekam ein anderes Lied.
- Der Alptraum von Joans Managerin Judy, in der sie sich selbst erhängt, fehlt.
- Emanuela Carboni kommt in der deutschen Fassung nur am Anfang vor, wo sie entführt wird, in der Langfassung wird ab und an über sie berichtet und Joan Luis Fernseh-Appell "Du sollst nicht töten!" führt zur Freilassung, unerstützt somit die Kraft seiner Worte.
- Musikstücke gehen teilweise länger.
- Im Original deckt Joan einen illegalen Embyohandel auf, wo die gefrorenen Embryos auch gezeigt werden, in Deutschland wurde daraus ein Dioxinskandal.
- Mindestens ein Lied fehlt komplett, in der Joan vom Paradies träumt. Teile des Traums werden zwar später in der deutschen Fassung gezeigt, doch kann man dies so nicht zuordnen.
- Sämtliche Kreuzigungsszenen, die ab und an eingespielt werden, wurden entfernt.
- Das Ende ist härter und eindrucksvoller, auch wird in Deutschland abgeblendet, wo Joan den Saal verlässt, dies geht eigentlich weiter, so dass er dorthin zurückkehrt, wo er herkommt.
Im Film spielt auch Celentanos Frau Claudia Mori mit, die hier als kommunistische Reporterin zu sehen ist. Auf Grund der vielen Kleinigkeiten, die man beim ersten mal übersieht, und des teilweise vielleicht verwirrend wirkenden Schitts empfehle ich den Film öfters zu sehen, um ihn ganz zu verstehen. Ein Film, der durch seine mitreißende Musik und seine eigene Art begeistert. Adriano Celentano als rockender Messias der Neuzeit ist einfach genial, unbedingt ansehen. Leider wurde dieses Meisterwerk noch nicht auf DVD ausgewertet.
Filmreview von: Marcus Littwin / Alle Reviews von Marcus Littwin
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Der Film ist bei VPS Video und bei Ariola Express / VPS Video auf VHS erschienen.
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