Dark Water - Dunkle Wasser

Originaltitel: Dark Water
Herstellungsland: USAUSA
Erscheinungsjahr:  2005
Regie: Walter Salles
 

Darsteller

Figur

Jenifer Connelly  Dahlia Williams
Dougray Scott  Kyle Williams
Ariel Gade:  Cecilia Williams
Pete Postlewhaite  Veeck
Jeff Platzer  Tim Roth
John C. Reilly  Murray
Camryn Manheim  Lehrerin
Perla Haney-Jardine  Natasha
Elina Löwensohn  Dahlias Mutter
  
Genre: Thriller
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 Deutsches DVD-Cover, erschienen bei Buena Vista Home Entertainment / Touchstone Home Entertainment

Inhalt

Dahlia Williams hat es nicht leicht. Die Scheidung von Ehemann Kyle und der damit einhergehende Sorgerechtsstreit um die gemeinsame Tochter Cecilia zerren an den Nerven, zumal die junge Frau zu Migräneattacken neigt und noch allerlei nicht recht aufgearbeitete Psychopäckchen aus der eigenen Kindheit und Jugend mit sich herum zu schleppen hat. Doch auch unter diesen Umständen versucht Dahlia ihrer kleinen Tochter eine gute Mutter zu sein und mit ihr ein neues Leben zu beginnen. Weil der Scheidungsprozess für sie auch einen sozialen Abstieg bedeutet, bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich in eine heruntergekommene Wohnung im tristen und scheinbar stets verregneten New Yorker Vorstadthochhausghetto Roosevelt Island einzumieten. Etwas anderes kann Dahlia sich nicht leisten. Ein Lichtblick immerhin, die Grundschule, die nur zwei Blocks entfernt ist und die die kleine Cecilia fortan besuchen soll, gilt als eine der besten der Stadt. Doch ein beunruhigender Wasserfleck an der Decke und ein extrem missmutiger Hausmeister namens Veeck sorgen schnell für neuen Verdruss.

Cecilia findet sich in der neuen Schule nicht besonders gut zurecht. Zudem bereitet Dahlia der Umstand Sorgen, dass sich das Mädchen offenbar eine imaginäre Freundin namens Natasha fantasiert. Ist der Druck, den der Zerriss der Familie mit sich bringt, zu viel für die Kleine? Bedenken bereiten ihr darüber hinaus das aggressive Vorgehen Kyles im Sorgerechtsstreit, der offenbar der Strategie folgt, Dahlia als psychisch labil darzustellen. Sie wendet sich an Scheidungsanwalt Jeff Platzer, der selber geschieden ist, sich mit diesem Umstand aber ganz offensichtlich auch noch nicht recht hat abfinden können.

Bald häufen sich merkwürdige Ereignisse. Ständig tropft es von der Decke, der ärgerliche Fleck, der bald eine beinahe hypnotische Wirkung auf Dahlia und Cecilia hat, wird größer und größer. Aus der Wohnung über ihnen ertönen seltsame Geräusche, obschon diese den Angaben Veecks und des Verwalters Murray zufolge bereits einige Zeit unbewohnt sein soll. Die Mutter der Familie, die dort gewohnt hat, soll angeblich Alkoholikerin sein und in irgendeiner Trinkerheilanstalt vor sich hin vegetieren, der Vater sei Russe und habe das Kind, das ebenfalls auf den Namen Natasha hört, schließlich mit nach Russland genommen. Doch immer wieder hat Dahlia beunruhigende Visionen von der mysteriösen Natasha, deren Einfluss auf Cecilia auch immer unheimlicher wird. Als Dahlia eines Tages in die unheimliche Wohnung eindringt, findet sie sämtliche Wasserhähne aufgedreht und das halbe Apartment unter Wasser stehend vor. Hausmeister Veeck tut kund, dies sei das Werk jugendlicher Rowdies, die sich in der leerstehenden Wohnung träfen, um Drogen zu konsumieren. Es wird versprochen, einen Klempner zu engagieren um den Schaden zu beseitigen. Doch nichts geschieht!

Schließlich schaltet sich der Anwalt Platzer ein und beginnt zu recherchieren. Zunächst einmal sorgt er dafür, dass der Wasserschaden endlich repariert wird, dann kann er aufdecken, dass die kleine Natasha nicht mit ihrem Vater in Russland lebt. Ihrem Instinkt und beklemmenden Visionen folgend entdeckt Dahlia schließlich die Leiche des kleinen Mädchens im Wasserspeicher auf dem Dach des Hochhausgebäudes. Dahlia beschließt nun, möglichst bald aus dem sinistren Mietshaus wieder auszuziehen, doch der Geist Natashas hat sich die beherzte Frau nun als neuen Mamaersatz auserkoren….

Kommentar

Zwei Namen müssen hier zunächst fallen, nämlich Koji Suzuki und Hideo Nakata! Ersterer ist der geistige Vater der vielgerühmten „Ringu-Saga“ um den Rachegeist Sadako, der sich seine Opfer über ein fatales Videoband sucht, zweiterer ist der Mann, der dies genial gruselig und enorm erfolgreich auf die Leinwand zauberte. Auch „Dark Water“, im Original „Honogurai mizu no soko kara“ benannt, stammt aus der Feder Suzukis und ist eigentlich nur eine Kurzgeschichte aus der eben jener Herr Nakata auch einen Film gemacht hat. Und weil Hollywood eben Hollywood ist und Trends eben bis zum geht nicht mehr ausgeblutet werden müssen, schickten sich die Produzenten an und ließen auch aus dieser Nippon Vorlage ein US Remake erstehen. Ist dieser Umstand nun als verwerflich zu betrachten? Könnte man zunächst einmal annehmen, wenn nicht, wie im Falle „Ringu“, sich äußerst kreative Köpfe der Sache angenommen hätten und mit dem Remake das Original durchaus übertroffen hätten. Nun mag der geneigte J-Horrorfan der Meinung sein, dies ginge ja wohl gar nicht, denn das schaurige Original lebe ja zunächst einmal von der Tradition der japanischen Spukgeschichte, die sich so gar nicht eins zu eins in den US amerikanischen Thrill adaptieren ließe, zudem sei Nakata ein Meisterregisseur, dessen Handschrift sich sowieso nicht kopieren ließe. Ja, ja und noch mal ja, grundsätzlich gebe ich euch Recht! Doch sind die Leute in Hollywood auch nicht dumm und haben diesen Umstand selbst begriffen. Deshalb bogen sie die Vorlagen auch so weit zurecht, bis am Ende Filmstoffe dabei herauskamen, die hier im Westen ein jeder nachvollziehen kann. Gore Verbinskis „The Ring“ ist für meine Wenigkeit weitaus gruseliger und beängstigender, als es Nakatas Vorlage jemals sein könnte, ähnlich verhält es sich mit „Dark Water“, für den man den brasilianischen Vielkönner Michael Salles engagierte, dessen bekanntestes Werk der grandiose Film „Die Reise des jungen Che“ ist. Liegt es daran, dass ich aus dem westlichen Kulturkreis stamme? Mag ich deshalb die eigentlich gescholtenen Remakes der Yankees lieber oder sind sie einfach besser gemacht als die Originale?

Im vorliegenden Fall fällt die Antwort gar nicht so schwer. Die im Grunde recht simple Geistergeschichte, die sich übrigens gar nicht mal so stark von „Ringu“ unterscheidet, macht die Faszination dieses amerikanischen Films weniger aus als die Geschichte, die nebenher erzählt wird und doch im Prinzip im eigentlichen Fokus steht. Es geht hier nämlich in der Hauptsache um den Horror, der entsteht, wenn eine Familie zerbricht. Darum, wie aus ehemals Liebenden Kontrahenten werden, die sich notfalls bis aufs symbolische Messer bekämpfen um dem Ex-Partner damit weh zu tun, ihm auch noch das/die Kind(er) vorzuenthalten. Um Einsamkeit und (Selbst)Lügengebilde, wie im Falle des Advokaten Platzer, die sich die Verlassenen zurechtzimmern um zumindest nach außen hin den Status Quo zu bewahren. Um den sozialen Abstieg, den zwangsläufig zumindest einer der beiden ehemaligen Partner erleben wird/muss, und die Kälte und die Einsamkeit, die dann folgt. Und auch der Spukgeschichte um den gar nicht mal so bösen Geist der kleinen Natasha geht eine Familientragödie voraus: ein vernachlässigtes Mädchen, das sich über den eigenen tragischen Tod hinaus nichts sehnlicher wünscht als familiäre Bindung, das ist starker Tobak! Somit ist „Dark Water“ formell eher ein aufgrund seiner Inszenierung nahezu episches Drama denn klassischer Horrorstoff. Und als solches funktioniert es auch hervorragend.

Hinreißend agiert die sowieso immer tolle Jennifer Connelly in der Rolle der überforderten Dahlia, die allein schon einen Extrapunkt in der Bewertung wert ist. Die Oscar Gewinnerin von 2002 (beste Nebenrolle in Ron Howards grandiosem „A Beautiful Mind“) ist nicht nur eine Augenweide und eine zurecht gefeierte Darstellerin, die Aktrice ist auch ihre gesamte Karriere hindurch dem phantastischen Film auf besondere Weise verbunden geblieben. Erste schauspielerische Sporen verdiente sie sich in Dario Argentos schwülem wie blutigen Horror-Spektakel „Phenomena“ und in Jim Hensons „Reise ins Labyrinth“, in welchem sie ihren kleinen Bruder aus der Fuchtel des bösen David Bowie befreite. Ferner war sie im düsteren und tollen Sci-Fi Film „Dark City“ zu sehen, in der Comic Verfilmung „Hulk“ oder der Hubert Selby Adaption „Requiem for a Dream“. Tolle Frau! Ferner begeistert Tim Roth in der Rolle des geschiedenen Scheidungsanwalts Jeff Platzer. Bestimmt spielt er gegen sein Bösewichtimage an und ist mit Brille und Bart fast gar nicht zu erkennen. Und sehenswert wie eigentlich immer ist auch Pete Postlewaite als knurriger Hausmeister Veeck, der auf der Originaltonspur mit seinem mürrischen, brummigen Slang kaum zu verstehen ist. Die Entdeckung des Films aber ist die kleine Ariel Gade, die Dahlias Tochter Cecilia spielt. Sicher die beste Kinderdarstellerin im Genre seit Dakota Fenning als „Spookie Kid“ (zu Recht) auf sich aufmerksam machte.
Auch sollte die musikalische Begleitung des Films erwähnt werden, für die der erfahrene Filmkomponist Angelo Badalamenti gewonnen werden konnte, der normalerweise für David Lynch in etwa den Anteil am Gelingen seiner Filme inne hat, den Danny Elfman zu den famosen Tim Burton Streifen beiträgt.

„Dark Water – Dunkle Wasser“ ist ein guter Film, der weniger von seinen phantastischen Elementen lebt als von seinen realistischen. Wir sehen grandiose Schauspieler unter einer präzisen Regie, eine Tragödie, die nachvollziehbar ist und die musikalisch exzellent unterlegt ist. Einen phantastischen Film, der doch nur Vehikel ist, um eigentlich eine andere, alltägliche Geschichte zu erzählen. Hideo Nakata vermochte dies eben nicht in gleicher Weise!

Filmreview von: Wollo / Alle Reviews von Wollo

Trailer zum Film

Veröffentlichungen

Die DVD gibt's bei Buena Vista Home Entertainment / Touchstone Home Entertainment, die auch eine UMD Version veröffentlichten. Alle weiteren Formste sind bislang im deutschsprachigen Raum nicht zu kriegen.

Filmbewertung

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