The Descent - Abgrund des Grauens
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Inhalt
Sechs junge Frauen aus England - die traumatisierte Sarah, die vor einem Jahr bei einem Unfall Ehemann und Tochter verloren hat, die toughe Extremsportlerin Juno, die burschikose Holly, die Schwestern Becca und Jessica und die Lehrerin Beth, die Sarahs beste Freundin ist – machen Urlaub im Nordosten der USA in den Appalachian Mountains. Höhepunkt des Trips soll eine Höhlenexkursion sein. Doch da der Anführerin Juno der Abstieg in die touristisch erschlossene Grotte, die eigentlich das Ziel des Sextetts sein sollte, als zu langweilig erscheint, wählt sie eine anderes, bislang noch unerforschtes Höhlensystem aus, lässt den Rest der Gruppe hierüber aber im unklaren. So wähnen sich die jungen Frauen zunächst in trügerischer Sicherheit und ergeben sich der Faszination der unterirdischen Bergwelt.
Als sie schließlich einen extrem schmalen Felsspalt durchkriechen müssen, verhakt sich Sarah und bleibt stecken. Sie erleidet eine klaustrophobische Panikattacke, kann aber in letzter Sekunde von Juno aus der misslichen Lage befreit werden. Doch es kommt noch schlimmer, denn ein plötzlich einsetzender Erdrutsch versperrt der Gruppe nun den Rückweg. Doch die Frauen bleiben zuversichtlich, denn schließlich wissen sie, dass drei Ausgänge aus dem unterirdischen Labyrinth führen sollen und die Tour bei der Bergwacht angemeldet wurde, die folglich nach ihnen sucht, wenn sie nicht wieder auftauchen und sich zurückmelden würden. Doch weit gefehlt, denn Juno gesteht ihren Freundinnen kleinlaut, dass sie sich gar nicht in der vermuteten Unterwelt befinden und somit gänzlich auf sich gestellt sind. Doch die Damen raufen sich schnell wieder zusammen und beschließen, auf eigene Faust einen alternativen Ausgang zu finden. Wild entschlossen überwinden sie freeclimbend Schwindel erregende Abgründe, bis Holly schließlich abstürzt und sich schwer verletzt.
Da aber einer alten Regel zufolge ein Unglück selten allein kommt, erweist sich schon bald, was Sarah zuvor vermutete: die sechs Frauen sind nicht allein untertage! Im unterirdischen Labyrinth existieren kalkweiße, menschenähnliche Kreaturen, welche offenbar blind ihre Beute ähnlich den Fledermäusen auf der Basis von Schallwellen orten und grauenhafte Laute ausstoßen. Diese Wesen haben offenbar großen Appetit auf menschliches Fleisch und blasen nun zum zornigen Halali auf die Gruppe der jungen Frauen, die nun entsprechend nach und nach dezimiert wird. Doch das Frischfleisch erweist sich als zäher als erwartet…
Kommentar
Na das ist doch mal was: entgegen aller Trends und Klischees des gängigen Horrorkinos, welches den Rezensenten mit seinen Abziehbildern des Slasher Films vergangener Tage, seinen stumpfen, sinnlosen Folterfilmen und den zumeist kreuzdämlichen Teenage-Bodycounts zumeist wenig zu begeistern vermag, stemmt sich ein junger Regisseur aus dem UK und reanimiert mit „The Descent“ ein Subgenre, welches seit den 1970’er Jahren kaum toter sein könnte: den Survival Horror nämlich, dem sein Landsmann John Boorman dereinst mit seinem grandiosen Schocker „Beim Sterben ist jeder der Erste“ (OT „The Deliverance“) einen genialen Meilenstein setzte. Neil Marshall, Drehbuchautor und Regisseur in Personalunion, bezeichnete seinen Film auch als „Deliverance goes underground“ und hat damit nicht mal Unrecht. Gelangweilte Großstädter suchen das Abenteuer und begeben sich nun, wo jeder Fluss vermessen, jeder Berggipfel erklommen und jeder Meter Seemeile kartographiert ist, in das Innere der Erde um den letztmöglichen Abenteuerkick zu erleben. Und was ihnen hierbei widerfährt, stellt selbst die Nerven hartgesottener Hardcorefans auf die Probe.Rund hundert Minuten nimmt sich Marshall insgesamt Zeit uns das Fürchten zu lehren, wobei er die Spannung sehr behutsam aufbaut um es dann so richtig krachen zu lassen. Die erste Hälfte des Films nutzt er fast ausschließlich dazu, das Verhältnis der Frauen untereinander auszuloten. Dies macht er aber wiederum so geschickt, dass einem bereits hier die eine oder andere Gänsehaut den Rücken runter kriecht. Schnell erkennt der Zuschauer, dass es reichlich knirscht im Gefüge der Gruppe und sich scheinbar so manche Leiche im Keller finden lässt. Somit ist der Höllentrip auch ein Abstieg in die eigenen Abgründe. Doch wenn die Damen wieder Tageslicht sehen wollen, müssen sie zusammenarbeiten, anders lässt sich der unheimliche unterweltliche und reichlich düstere Parcours, bei dem Höhenangst und Klaustrophobie sich immer wieder die finstere Kralle reichen, nicht überwinden. Wie sie sehen, allein schon der Schauplatz des Schreckens ist für einen Horrorfilm perfekt gewählt, denn wo begegnen einem die Urängste eher als in einer dunklen unbekannten Höhle, die end- und ausweglos erscheint? Zudem wird die Gefahr, in der die Gruppe steckt, immer offensichtlicher, immer greifbarer. Spätestens von dem Moment an, wenn Holly sich beim Sturz in die Felsspalte schwer verletzt, steigert Marshall die Spannung dermaßen, dass man sich Sorgen darum macht, ob der Film denn nun im folgenden auch zu halten vermag, was er bislang verhieß.
Doch das kann er, und wie! Explosionsartig lässt Marshall die Hölle über die jungen Frauen hereinbrechen, indem er sie von den Höhlenbewohnern attackieren lässt, unheimlichen, stets hungrigen Kreaturen, die sich dem Leben in der ewigen Nacht der Grotte scheinbar perfekt angepasst haben und nun nach dem Fleisch der Freundinnen jagen. Wer jetzt meint, na ja, nun kommen sie doch noch zum Tragen, die üblichen Horrorklischees um Monster, Mutanten und Menschenfresser, der geht vollkommen fehl, denn was vielleicht der größte Verdienst der wirklich großartigen Spielleitung Marshals ist, das Auftauchen der fiesen Kreaturen wirkt in keiner Weise unglaubwürdig! Überhaupt, was dieser Tage Heerscharen von Regiedeppen in stumpfen Teenie-Horror Streifen so gern tun, nämlich die Schreckensmomente in ihren Filmen zu ironisieren, darauf verzichtet Neil Marshall glücklicherweise gänzlich. „The Descent“ ist komplett humorfrei geraten, dafür aber so gnadenlos nihilistisch, wie es nur geht. Und genau das macht den Film zu einem echten, nachvollziehbaren Schreckerlebnis. Und weil, wie ich ja bereits an anderer Stelle dargelegt habe, die Figuren nicht nur so sorgfältig eingeführt worden sind, sondern vom Macher auch noch todernst genommen werden, erfährt der gebannte Zuschauer ein echtes Verlustgefühl, wenn die Frauen da oben auf der Leinwand ihre (Film)Leben lassen müssen. Überhaupt trägt die weibliche Besetzung einen riesigen Anteil zum Gelingen des Films bei, denn zum einen ist da natürlich der Umstand, dass eine Frauengruppe prinzipiell klischeefreier aufspielen darf als eine Männerhorde und somit authentischer wirkt, zum anderen wissen die Darstellerinnen wirklich hervorragend mit ihren Rollen umzugehen, verpassen ihren Charakteren Dreidimensionalität, auch ein Umstand, den man im aktuellen Horrorkino nur noch relativ selten findet. Und wenn Sarah, die keinesfalls strahlende Heroine des Films, im wahrsten Sinne des Wortes ein Blutbad nimmt und endlich ihr Verlusttrauma abstreift, hat der Zuschauer das Gefühl, dass ihr somit auch jegliche Menschlichkeit abhanden gekommen ist. Am Ende scheint sie sich kaum noch von ihren Jägern zu unterscheiden.
Was diesen Film in besonderer Weise so anders macht als die meisten Vertreter des zeitgemäßen Horrorfilms, ist seine schiere Hoffnungslosigkeit. Nirgends scheint es einen Ausweg zu geben, dies macht auch die kurze Traumsequenz am Ende des Films noch einmal mehr als deutlich. Der Überlebenskampf der Frauen wird schließlich zur Selbstzerstörung. Das ist nicht nur ein starker, sondern tatsächlich auch ein realistischer Ansatz.
„The Descent“ ist ein Schreckensfilm wie ich lange keinen gesehen habe. Blutig, düster, von der Farbgebung her an die apokalyptischen Höllenmalereien des späten Mittelalters erinnernd, begleitet von einer simplen, aber äußerst konsequent eingesetzten musikalischen Untermalung, humorlos und zutiefst pessimistisch. Und genau deshalb macht er mir Spaß. Allerdings ist er aus eben diesem Grunde wohl auch nicht so geeignet für den bierseligen Videoabend mit den Freunden. Übrigens, am besten wirkt der Film im Kino. Selbst wer ihn schon von der DVD oder aus der Glotze kennt, sollte die Gelegenheit wahrnehmen, ihn sich noch einmal im Kino anzuschauen, wenn er sie denn hat. Mit „The Descent“ wird das Lichtspielhaus zu einem wahrhaft finsteren Ort, ungelogen! Der beste britische Horrorfilm seit „28 Days later“!
Filmreview von: Wollo / Alle Reviews von Wollo
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Die DVD gibt es in mehreren Editionen via Universum Film/UFA, unter anderem als Steelbook Edition oder als Doppel de Luxé DVD. Nicht zu empfehlen ist die FSK 16 Version, denn hier fehlt natürlich einiges an Thrill. VHS, HD DVD oder Blue-ray sind in Deutschland bislang nicht erältlich, allerdings gibt es eine amerikanische Blue-ray vom Lions Gate Label. Und wer das Besondere braucht, der begebe sich zur britischen 20th Century Fox, dort ist der Film auch im UMD Format erhältlich.
Filmbewertung
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The Descent 2 - Die Jagd geht weiter (Uncut)
Stand: 18.05.2012 04:13:14
The Descent 2 - Steelbook - Ungeschnitten
Stand: 18.05.2012 04:02:34
High Tension - Single Version
Stand: 18.05.2012 01:55:00
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Weitere Kommentare zum Film
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| erik, 13.09.08 |
| ich fand den Film sehr gut. die story ist ok, die caraktere werden gut eingefürt, und die spannung hält von anfang bis kurz vor ende.die monster waren cool (sahen ein bisschen aus wie der Fichmensch von hellboy.) die spannung war sehr klaustrophobich, leider war das ende zu hecktich. aber ich hab gehört das eine Fortsetzung geplant ist. |
| Wollo, 14.09.08 |
| Yep, es wird definitiv eine Fortsetzung geben! Dazu muss man wissen, dass der Film in den US von A ein alternatives Ende hatte und wohl an der Stelle aufhörte, wo wir Europäer die Traumsequenz, in der Sarah vermeintlich aus dem höllischen Labyrinth ausbrechen konnte, als quasi Happy End vorgesetzt bekamen. Die Handlung des zweiten Teils setzt wohl unmittelbar an der Stelle ein. Sarah begibt sich zum örtlichen Gesetzeshüter, um ihm mitzuteilen was ihr wiederfuhr, dieser glaubt ihr natürlich nicht und zwingt sie dazu, mit einem neuen Trupp abermals in die unheimliche Uterwelt des höllischen Labyrinthes abzusteigen. Meines Kenntnisstands stand Neil Marshall aber nicht mehr als Regisseur zur Verfügung und auch sonst hatte sich an der Crew gegenüber des formidablen ersten Filmes manches geändert, so dass ich dem Projekt von meiner Warte aus zumindest vorerst eher skeptisch entgegen blicke. Gesichert ist, es sollen sämtliche Darstellerinnen des ersten Teils wieder mit von der Partie sein und in Rückblenden, welche in der eigentlichen Höhlenexpedition gefilmt worden sind und wähend des Chaos verloren gingen, zu sehen sein. Wer da jetzt an "Blair Witch" denken mag, wird sicherlich nicht ganz unrecht haben, orakel ich jetzt mal, empfinde das auf der einen Seite als 'ne zumindest brauchbare Idee, andererseits hege ich natürlich die Befürchtung, hier wird einmal mehr nur dem Götzen Mammon genüge getan und Fortsetzung als reine Geldmaschine betrachtet, was zweiflsohne bedeuten würde, der künstlerische Wert des großartigen Films und seiner Grundidee bliebe vollkomen außen vor. Einer Legendenbildung de Films wäre somit, zumindest aus meiner Sicht, ein Vorschub getan, und das wäre mehr als bedauerlich. Doch vielleicht gehe ich in all meinen Befürchtungen einfach nur fehl und ein zweiter Teil von "The Descent" kommt ähnlich befriedigend daher wie "28 Weeks later", der das Original mit Sicherheit nicht getoppt hat, aber anknüpfte und überzeugen konnte. Bis ich mich vom Ergebnis überzeugen kann, füchte ich schlimmeres! |
| Staudenmaier007, 21.01.10 |
| Ok ich bin ehrlich - der Film ist mir einfach zu lieblos und die Geschichte zu konstruiert. Schon allein der Schicksalsschlag einer der Protagonistinnen scheint völlig aus dem Zusammenhang und nichts mit der Geschichte zu tun zu haben. Das eine Gruppe erfahrerer Höhlenforscher bzw. deren Anführerin ohne Mitteilung an die Polizei oder die Gruppenmitglieder eine völlig unerforschte Höhle betritt ist völliger Blödsinn. Das was dort auf sie wartet eine Mischung aus Gollum und den Aussätzigen von Clive Barkers Kurzgeschichte "Der Mitternachts Fleischzug". Nur zwei Szenen konnten mich kurzfristig in ihren Bann ziehen. Als die eine Frau in der engen Röhre eingeklemmt war und das Ennde der Geschichte als sich herausstellte das die erfolgreiche Flucht nicht geglückt - sondern nur eingebildet/geträumt war. 3/5 Punkte |
| Gruselmonster, 22.05.11 |
| ich finde diesen Film großartig. Ich mag sowieso Survival Horror, aber dieser sticht auch besonders hervor. Die Figuren sind angenehm tiefgängig und die Atmosphäre klaustrophobisch-bedrohlich. Die Handlung spielt im Dunklen, ohne dass man nur noch verwackelte Schemen in der Schwärze ausmachen könnte. Die Spannung lebt mehr von Stimmung und Gruppendynamik, auch wenn es durchaus ein paar Schockeffekte gibt. SPOILER! Gut finde ich auch, dass die Höhlenmonster hier realistische Kräfte besitzen und nicht so unbesiegbar stark sind wie Filmmonster es sonst meist sind. Auch dass man auf ein Happy End verzichtet und sich stattdessen für einen menschlichen Abgrund entschieden hat, finde ich mutig und sehr positiv. Gäb es doch mehr solcher Filme ;) |
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