Akte X - Der Film

Originaltitel: The X Files
Alternativtitel: The X-Files
Blackwood
Fight the Future
The X Files: Fight the Future
Herstellungsland: KanadaKanada, USAUSA
Erscheinungsjahr:  1998
Regie: Rob Bowman
 

Darsteller

Figur

David Duchovny  Special Agent Fox Mulder
Gillian Anderson  Special Agent Dana Scully
William B. Davis  Raucher
Martin Landau  Dr. Kurtzweil
Mitch Pileggi  Assistant Director Walter Skinner
Jeffrey DeMunn  Ben Bronschweig
Blythe Danner  Jana Cassidy
Terry O’Quinn  Darius Michaud
Armin Mueller-Stahl  Conrad Strughold
  
Genre: Science-Fiction, Thriller, Grusel
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 Deutsches DVD-Cover, erschienen bei 20th Century Fox Home Entertainment

Inhalt

Wer vielleicht mal das eine oder andere Review des Rezensenten gelesen hat, dem wird sicherlich aufgefallen sein, dass er sich bereits an mehreren Stellen dazu bekannt hat, ein echter Fan der legendären TV Serie „The X-Files“, hierzulande bekannt als „Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI“, zu sein, die Fox TV neun Jahre lang im Zeitraum von 1993 bis 2002 produziert und ausgestrahlt hatte. Hierzulande lief die Serie auf Pro7 und wurde später zum Teil auf deren Recyclingkanal Kabel1 wiederholt. Die gruselige TV Reihe um die beiden FBI Agenten Dana Scully und Fox Mulder, die sich mit allerlei paranormalen Phänomenen, Verschwörungen und einer möglichen Bedrohung der Erde durch außerirdische Invasoren herumschlagen mussten, hat einen Ruf wie Donnerhall, gilt als düster, rasant, intelligent und setzte ganz sicher neue Maßstäbe, was die qualitative Arbeit für das Pantoffelkino anbelangte. Das alles ist auch definitiv wahr! Heerscharen von Fans, die so genannten „X-Philes“, verehren noch heute die Reihe kultisch. Auf dem Höhepunkt des Erfolges der „X-Files“ hatte sich Macher und Erfinder Chris Carter überreden lassen, aus dem Stoff nebenher auch noch einen Kinofilm zu entwickeln, der logisch und chronologisch in den Serienablauf eingebaut werden sollte. Letztlich entschied man sich dafür, die Handlung zwischen die fünfte und die sechste Season zu legen.
Anlässlich des bevorstehenden Kinostarts des zweiten abendfüllenden Films mit dem Titel „Akte X – Jenseits der Wahrheit“, welcher nun, sechs Jahre nach dem offiziellen Ende der Serie entstanden ist, möchte ich hier nun über den ersten Film berichten.

Fans und Kenner der Serie werden sich sicher noch erinnern: Zum Ende von Season 5 explodiert das legendäre Kellerbüro Moulders, die X-Akten des FBI werden zerstört, die Abteilung offiziell aufgelöst. Mulder begann an seinen Überzeugungen zu zweifeln. Nun ist im Film das ungleiche Duo, die skeptische, analytische Dana Scully und Fox Mulder, der allen Rätseln des Universums aufgeschlossen ist, zu einer anderen Aufgabe abkommandiert worden. In Dallas sollen sie ein Gebäude durchsuchen, das einer Drohung zufolge in die Luft gejagt werden soll. Die beiden lokalisieren zwar den Sprengsatz, können aber die Detonation nicht verhindern. Als Opfer unter den Trümmern gefunden werden, lastet man dies dem X-Tandem an, waren sie doch für die Evakuierung des Hauses verantwortlich. Doch ein gewisser Dr. Kurtzweil, der sich Fox gegenüber als alten Freund seines Vaters zu erkennen gibt, bringt „Spooky“ Mulder auf die Spur einer monströsen Verschwörung. Sind die aufgefundenen Leichen tatsächlich der Explosion, die bislang für einen terroristischen Anschlag gehalten wurde, zum Opfer gefallen, oder wurde hier nur eine Straftat vorgetäuscht um die unglaubliche Wahrheit zu vertuschen, die das Schicksal der Menschheit für immer verändern könnte, und gleichzeitig die beiden einzigen Menschen, die in der Lage wären, das Komplott aufzudecken, aus dem Verkehr zu ziehen?
Mulder verabschiedet sich von seinen Zweifeln und stürzt sich wieder unbeirrbar in seine persönliche Mission, dem Auffinden von Beweisen für außerirdisches Leben und er Klärung der Frage, was tatsächlich dereinst mit seiner Schwester passierte, die er von eben jenen Außerirdischen entführt glaubt! Er folgt den Spuren, die ihn zu einem tödlichen Virus führen (Fans wissen beim Stichwort „Schwarzes Öl“ sogleich Bescheid) und schlussendlich in die Antarktis, wo er verzweifelt um das Leben seiner Kollegin Scully kämpfen muss. Und doch, die Wahrheit liegt irgendwo… na sie wissen schon!

Kommentar

Natürlich war es Erfinder/Drehbuchautor/Produzent Chris Carter und Regisseur Rob Bowman durchaus bewusst, dass das Projekt „The X_Files – The Movie“ sehr leicht hätte scheitern, ja gar nach hinten losgehen können und die frenetischen Fans der Serie verprellen, was insgesamt auch sicher dem weiteren Verlauf der Reihe im TV geschadet hätte, doch hätte, hätte, hätte, letztlich hat sich der Spagat ausgezahlt, den das Team ging, als es seinen Kinofilm chronologisch zwischen zwei Seasons platzierte und sie so miteinander verwebte. Wieso Spagat, mag sich nun manch einer fragen, das klingt doch eher nach sicherer Bank, aus einer so erfolgreichen TV-Show auch einen kommerziell erfolgreichen Film für die große Leinwand zu produzieren, oder? Ja und Nein, denn generell muss hier einfach anders kalkuliert werden.

Freilich sollte der Film in der Blockbuster-Liga spielen, und das sollte man ihm schon ansehen. Deshalb machte die 20th Century Fox ihr Geldsäckel auch weit auf und drückte Herrn Bowman rund 60 Millionen Dollar in die Hand, die er ausgeben durfte. Mit dem Geld ging der Mann gut um, der Film ist optisch 1a umgesetzt. Wenn man nun aber so viel Schotter in einen Film investiert, dann will man aber nicht nur den geneigten Fan in die Lichtspielhäuser locken, denn der kommt ja sowieso, schon allein weil ihm im Vorfeld die Antworten auf so einige offene Fragen, die sich bislang aus den ersten fünf Staffeln der Serie ergeben hatten, verhießen wurden. Man wollte auch Leute ansprechen, die vielleicht erst jetzt neugierig geworden waren, wo es die „X-Files“ eben auch auf der großen Leinwand gab, und nun auch sie danach trachteten, Teil dieses finsteren popkulturellen Phänomens zu werden, die aber in der Glotze vielleicht nur mal sporadisch oder sogar noch nie einen Blick riskiert hatten, die folglich von der übergeordneten Handlung um die Verschwörer, Mulders entführter Schwester und der Alien-Invasion gar keinen Schimmer hatten. Andererseits wollte man aber die Jünger der Serie genau so wenig enttäuschen, die ihre klare Linie schon wieder erkennen sollten, auch wenn der Film für vollkommene Eigenständigkeit stehen sollte. Zudem tat sich das Problem auf, dass „Akte-X“ 1998 es längst zu weltweiter Popularität gebracht hatte, der Film also auch international ordentlich Reibach machen sollte, in vielen Ländern, die einen wichtigen Markt darstellen, die fünfte Season der Serie aber noch gar nicht ausgestrahlt worden war, weil zumeist die Synchronisationen in die jeweilige Landessprache einigen Aufwand erforderten und man im Prinzip zumeist um ein Jahr hinterher hing (beispielsweise im deutschsprachigen Raum seinerzeit).

Mit all diesen Umständen hatte man sich auseinanderzusetzen und ging somit schon ein ziemliches Risiko ein, gerade bei dem für damalige Verhältnisse gewaltigen Budget (heute ist in Hollywood ja beinahe eine doppelte Summe Standard!) Dennoch, die Macher haben sich nicht verzockt. Der Film funktioniert von der ersten bis zur letzten Sekunde hervorragend, und zwar auf fast allen Ebenen. Auch wenn die TV Serie stets recht aufwendig produziert worden ist und ordentlich Geld verschlang, hier ist definitiv alles eine Spur größer und gewaltiger als gewohnt. Blockbuster-Kino halt, das der Fan aber dennoch untrüglich als Teil der X-Saga wieder erkennen wird, ja quasi als unausweichliches Bindeglied zwischen Staffel 5 und 6 ansehen muss. Tatsächlich wird hier manch eine Antwort auf offene Fragen geliefert, die der der Serie in Unkenntnis gegenüberstehende Zuschauer vielleicht nicht immer so ganz kapiert oder spektakulär finden mag, wie er eben auch manch einen Insiderwitz nicht nachvollziehen kann, dennoch wird auch er seinen Spaß an dem Film haben können. Klar treten alte Bekannte in dem Film auf wie beispielsweise Walter Skinner, der Vorgesetzte von Scully und Mulder, oder der mysteriöse, kettenrauchende „Krebskandidat“, der tief in die Verschwörung verstrickt ist. Bowman und Carter binden aber auch neue Figuren in ihren Plot ein, wie beispielsweise Dr. Kurtzweil, der vom großen Martin Landau gespielt wird, oder Conrad Strughold, ebenfalls eine skrupellose Figur aus dem Kern der Verschwörer, mit einer lässigen Boshaftigkeit hervorragend gespielt von Armin Müller-Stahl, der sowieso nie was falsch macht. David „Mulder“ Duchovny und Gillian „Scully“ Anderson merkt man die Routine bei der Verkörperung ihrer Figuren an, sie harmonieren prächtig, spielen voller Freude auf, und die Chemie zwischen ihnen stimmt, wie man immer so schön sagt. Bleibt nur die offene Frage, kriegen sie sich nun am Ende oder nicht? Wer die Serie weiter verfolgt hat wird’s eh wissen, allen anderen wird es nicht verraten.

Zieht man nun ein Fazit, kann man nur sagen, der erste X-Akten Ausflug ins Kino ist geglückt, der Film thrillt, unterhält, ist clever aufgebaut, schöpft seine Möglichkeiten aus und verursacht dem Nichtkenner der Serie nicht allzu viele Rätselfalten auf der Stirn, wenngleich dieser auch nicht alles verstehen kann. Er verband gekonnt den Übergang von der fünften zur sechsten Staffel und muss in der übergeordneten Handlung, der die Serie neun Seasons und eben diesen einen Kinofilm lang folgte, unbedingt als eigenständiges Kapitel betrachtet werden. Zwar konnte der Kinofilm nach Meinung des Rezensenten unmöglich die seiner Meinung nach großartigsten Einzelfolgen der wirklich hervorragenden Serie übertreffen (welche das jetzt sind und warum das so ist, erkläre ich jetzt lieber nicht, denn das würde hier wahrlich jeden Rahmen sprengen), aber das war mir von vorn herein klar, und deshalb gibt es da auch nichts zu mäkeln.

Bleibt nun nur noch abzuwarten, ob auch das zweite Kinoabenteuer Mulders und Scullys in ähnlicher Weise auf allen Ebenen geglückt ist wie dieses, ob das Phänomen „Akte X“ sechs Jahre nach dem offiziellen Serienende noch zu fesseln weiß. Es heißt ja, man wolle zwar an die Serie anknüpfen, dennoch soll nicht die übergeordnete Handlung fortgeführt werden sondern eine eigene Geschichte erzählt werden, die eben sechs Jahre nach dem Finale der Serie den Faden aufknüpft. Eines dürfte auf jeden Fall im deutschen Fanlager für Verdruss sorgen: Duchovny hat eine neue Synchronstimme! Man munkelt, die Fox konnte sich nicht mit dessen Standardsprecher Benjamin Völz einigen, der wohl zu hoch gepokert hat. So bekam Johannes Baasner den Job, den man hauptsächlich als Sprecher von Ben Affleck kennt. Anderson wird gottlob noch immer von der tollen Franziska Pigulla synchronisiert. Eine andere Stimme kann ich mir für Dana Scully wirklich nicht vorstellen, muss ich sagen.

Filmreview von: Wollo / Alle Reviews von Wollo

Trailer zum Film

Veröffentlichungen

DVD und VHS sind in verschiedenen Auflagen bei der 20th Century Fox zu haben.

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