Blutgericht in Texas
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Inhalt
Kirk, Pam, Jerry, Sally - zwei Pärchen - und Franklyn, Syllys im Rollstuhl sitzender Bruder, sind in einem alten Kleinbus unterwegs durch das ländliche Texas. Franklyn fühlt sich wie das fünfte Rad am Wagen und nervt den Rest der Gruppe entsprechend. Die fünf sind auf der Suche nach dem alten Wohnsitz von Sallys und Franklyns Großvater. Am vergammelten Haus angekommen, stellt sich schnell die Langeweile ein, so dass die Umgebung um das Anwesen erkundet wird. Die ersten beiden ziehen los um am Bach, der ganz in der Nähe sein soll zu, zu baden. Wasser finden sie zwar keines, dafür aber eine abgelegene Farm. Dort stoßen sie auf Lederfratze (ein grunzender Hüne mit einer Maske aus Menschenhaut), der den beiden liebend gerne zuerst eins mit einem Fäustel auf den Schädel gibt und sie dann mit der Kettensäge in handlichere Stücke zerlegt. Nach und nach fallen alle dem irren Killer mit der Maske zum Opfer. Bis auf Sally. Diese entkommt Lederfratze nach einer spannenden Verfolgungsjagd durch die Nacht. Sally flüchtet sich zu der Tankstelle, an der sie tagsüber zusammen mit den anderen nach dem Weg zum Anwesen gefragt hatten. Doch der Besitzer gehört zusammen mit Lederfratze und einem geistig unterbelichteten Freak, den die fünf tagsüber als Anhalter mitgenommen hatten, zu einer degenerierter Kannibalenfamilie. Sally wird zurück zum Haus gebracht und gefoltert. Ein an eine Mumie erinnernder Großvater soll Sally zum Schluss mit dem Hammer erledigen. Doch dieser ist aus Altersschwäche dazu kaum noch in der Lage. Sally gelingt abermals die Flucht aus dem Schreckenshaus und schafft es bis zu einer nahe gelegenen Landstraße, wo ...
Kommentar
Nachdem junge Filmschaffende wie George A. Romero mit Die Nacht der lebenden Toten und Wes Craven mit Das letzte Haus links ein neues und deutlich härteres Zeitalter des Horrorfilms einläuteten, schickte sich der junge Tobe Hooper (Blutrausch, Poltergeist) in seinem Debütwerk an, die Meßlatte noch mal ein ganzes Stück höher zu hängen und die Zuschauer zu schocken.
Anstatt eines friedlichen Landlebens mit gottesfürchtigen Menschen gibt es hier eine degenerierte Kannibalenfamilie, die fünf Reisende richtig übel zusetzt. Als Vorlage diente der Serienmörder Ed Gein, der nicht nur mordete, sondern auch Gräber schändete und sich aus menschlichen Körperteilen Gesichtsmasken, Polsterbezüge und Möbel anfertigte. So ist auch im Film das heruntergekommene Haus der Kannibalen dreckig und mit aus Knochen gefertigten Möbeln gespickt, eine wahrhaft furcheinflößende Kulisse, die eine klaustrophobische Atmosphäre schafft. Hier erwartet den fünf jungen Reisenden der blanke Terror, der in einer bis dato noch nie gezeigten Intensität gezeigt wird. Hierbei ist der Blutgehalt jedoch wirklich moderat, auch wenn der deutsche Titel "Blutgericht in Texas" anderes erwarten lässt. Die direkten Verstümmelungen mit Kettensäge und Hammer werden nicht explizit gezeigt, nur deren Folgen. Die Bilder sind aber von einer solchen Intensität, dass dies absolut nicht notwendig ist und für meinen Geschmack eher negativ gewesen wäre, mein Kopfkino reicht aus um mir vorzustellen, was da abgeht.
Das avisierte Budget von 60.000 US-Dollar konnte nicht ganz eingehalten werden und stieg auf über 80.000 Dollar, was immer noch sehr günstig war. Es wurde viel improvisiert und mit einfachsten Mitteln ein Maximum an Wirkung herausgeholt, also ein echtes B-Movie. So wurden aus Kostengründen echte Tierknochen für die Kulissen verwendet, was bei den extrem Hohen Temperaturen im Sommer 1973 in Austin, Texas zu fast unerträglichen Arbeitsbedingungen führte, es stank bestialisch, ebenso wie Gunnar Hansen (Mosquito), der unter seinem Kostüm und seine Maske immer geschwitzt hatte. Da nur ein Kostüm und eine Maske zur Verfügung stand, konnte sie während der 32 vollgepackten Drehtage nicht gereinigt werden, er musste also immer wieder in seine verschwitzten und stinkenden Klamotten einsteigen.
Doch der Aufwand hat sich gelohnt, der Film war finanziell sehr erfolgreich (was sich für die Crew finanziell leider nie ausgezahlt hat), der Film avancierte weltweit zum Kultfilm und hat das Horrorgenre nachhaltig beeinflusst. Er wurde auch im Museum of Modern Art aufgenommen. Grausamer als die Gewalt im Film ist jedoch die deutsche Justiz mit ihm umgegangen, denn trotz seiner filmhistorischen Bedeutung war er in seiner ungekürzten Fassung bis 2011 beschlagnahmt, obwohl es mittlerweile sehr viel blutigere Filme mit einer FSK 16 Freigabe gibt.
Der Film vermag auch heute noch zu fesseln, auf Grund der gezeigten Gewalt ist er jedoch nicht für jeden empfehlenswert. Leicht besaitete mit einem empfindlichen Magen sollten lieber die Finger davon lassen.
Filmreview von: Marcus Littwin / Alle Reviews von Marcus Littwin
Veröffentlichungen
Der Film ist auf Video bei VPS Video erschienen, auf DVD in etlichen gekürzten und ungekürzten Auflagen bei Laser Paradise und KSM Media.
Die wohl beste Veröffentlichung ist die mit umfangreichen Bonusmaterial ausgestattete 3-Disc-Edition mit neuem Filmtransfer auf Blu-ray und DVD von Turbine Medien, die jedoch nur über MPI in Österreich veröffentlicht wurde.
Filmbewertung
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Weitere Kommentare zum Film
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| erik, 02.02.09 |
| Einer der besten Horrorklassiker die ich bis jetzt gesehen habe.Die Story ist super-gut umgesetzt worden,so das der Film sehr spannend und Nerven aufreibend ist,Leatherface sieht sehr gruselig aus(Besser als im Remake)und das kreichen seiner Kettensäge läst die Spannung noch höher steigen.Der Film kommt fast ohne Blut aus was das Verbot in Deutschland ein wenig fragwürdig macht. |
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