Excalibur

Originaltitel: Excalibur
Alternativtitel: Excalibor - Das Schwert des Königs
Herstellungsland: USAUSA, GroßbritannienGroßbritannien
Erscheinungsjahr:  1981
Regie: John Boorman

Darsteller

Figur

Nigel Terry  King Arthur
Helen Mirren  Morgana
Nicholas Clay  Lancelot
Cherie Lunghi  Guenevere
Paul Geoffrey  Perceval
Nicol Williamson  Merlin
Robert Addie  Mordred
Gabriel Byrne  Uther Pendragon
Keith Buckley  Uryens
Katrine Boorman  Igrayne
  
Genre: Fantasy, Klassiker, Abenteuer
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Inhalt

Britannien im finsteren Mittelalter: Nachdem er von dem Zauberer Merlin das Königsschwert Excalibur erhalten hat, gelingt es Uther Pendragon, das Land zu einen und selbst zum Herrscher aufzusteigen. Beim großen Friedensfest erweckt aber Igerne, die Gattin seines neuen Verbündeten, des Herzogs von Cornwall, sein Interesse. Dank Merlin verbringt er in Gestalt Cornwalls mit Igerne, beobachtet von deren kleiner Tochter Morgana, eine Liebesnacht, die nicht ohne Folgen bleibt. Neun Monate später wird ein Sohn geboren: Arthur! Da taucht Merlin auf und verschwindet mit dem Kind, das ihm Uther vor dem Stelldichein versprochen hatte. Uther verfolgt ihn, gerät aber in einen Hinterhalt seiner nun wieder zahlreichen Feinde. Tödlich verwundet, rammt er Excalibur in einen Stein, und ab jetzt heißt die Losung: Der soll neuer König sein, der das Schwert aus dem Fels zu ziehen vermag.

Jahre später ist das Schwert noch an Ort und Stelle und Britannien ohne König, da zieht es Arthur eher zufällig aus dem Stein. Merlin nimmt sich des jungen Mannes an, und dank seiner Erziehung vermag Arthur die Macht zu übernehmen und das Land erneut zu Einheit und Frieden zu führen. Er gründet die Tafelrunde und heiratet die schöne Ginevra, die sich aber noch vor der Hochzeit in Arthurs ersten Ritter, den Strahlemann Lanzelot, verliebt. Das kann natürlich nicht lange gutgehen, zumal Arthurs zauberkundige Halbschwester Morgana immer wieder versucht, Merlin seine Geheimnisse zu entlocken und gleichzeitig Unfrieden am Hof von Camelot zu stiften: jeweils mit Erfolg! Arthur wird auf die Liebe von Ginevra und Lanzelot aufmerksam, und während er die beiden in flagranti im dunklen Tann erwischt, gelingt es Morgana, Merlin auszuschalten und ihm den wichtigsten Zauber zu entlocken. Danach verführt sie in Gestalt Ginevras Arthur – wie dessen Vater ihrer beider Mutter – und bringt Mordred zur Welt, der nach ihrem Willen dermaleinst Arthur stürzen soll.

Wieder vergehen die Jahre: Nach dem Ehebruch Ginevras, dem Verschwinden Merlins und Arthurs Inzest mit Morgana siechen König und Land gleichermaßen dahin. Abhilfe, so ist sich Arthur sicher, kann nur der heilige Gral schaffen. Die Ritter der Tafelrunde machen sich auf die Suche, doch immer mehr von ihnen fallen den Kriegern des inzwischen herangewachsenen Mordred in die Hände. Fast geht es auch Parzival so, einem ehemaligen Schützling von Lanzelot, da erreicht er in einer Art Nahtoderlebnis die Gralsburg. Doch er scheitert, er ergreift die Flucht, bevor sich ihm das Geheimnis des Grals erschließt. Erst beim zweiten Besuch auf der Gralsburg vermag Parzival dem Gral standzuhalten und dessen Geheimnis zu ergründen. Arthur wird geheilt, und auch Merlin kann sich nun zumindest teilweise Morganas Bann entziehen. Arthur greift zu Excalibur und sammelt seine Ritter zur großen Entscheidungsschlacht gegen Mordred ...

Kommentar

Eine geballte Ladung Mythologie ist das und eine enorme Stoffmasse, die Regisseur John Boorman seinem Publikum hier um die Ohren knallt: In gerade einmal gut zwei Stunden scheucht er uns – zumindest rudimentär – durch die gesamte Artussage, von der Zeugung des legendären Großkönigs bis zum Ende und zur Verklärung seiner Herrschaft. Ursprünglich hatte Boorman Tolkiens „Herrn der Ringe“ verfilmen wollen, das scheiterte aber an den Rechten und wohl auch an dem prognostizierten Budget: zum Glück, möchte man hinzufügen, denn so wandte er sich der Artusepik zu, und das ist – mit Verlaub – der eindeutig stärkere Stoff.

Die Geschichten um König Arthur sind ein Garant für Bestseller, seit ihm Geoffrey of Monmouth im 12. Jahrhundert einen prominenten Platz in seiner „Historia regum Britanniae“ einräumte. Boorman beruft sich als Vorlage auf „Le Morte Darthur“ von Sir Thomas Malory, eine aus dem 15. Jahrhundert stammende voluminöse Sammlung von Geschichten rund um die Ritter der Tafelrunde, die eher lose durch die Biografie Arthurs miteinander verzahnt sind, dessen Leben und Sterben immerhin im Zentrum der ersten und der abschließenden Passagen stehen. Tatsächlich geht Boorman mit seiner Quelle aber sehr frei um, er nimmt die zentralen Eckpunkte der Sage – Arthurs Geburt und Aufstieg zum König, die ménage à trois zwischen Arthur, Ginevra und Lanzelot, die Suche nach dem Gral und die entscheidende Auseinandersetzung mit Mordred – und bastelt sich die Versatzstücke von Malory und auch anderen mittelalterlichen Dichtern so zusammen, dass eine recht stringente Handlung um Arthur entsteht. Ein Beispiel für diese Vorgehensweise ist Boormans Auslegung der Gralsgeschichte: Der siechende Gralskönig aus der Überlieferung wird hier mit dem Britenkönig gleichgesetzt und so noch stärker an die Artuswelt gekoppelt, als dies in der mediävalen Tradition der Fall war.

Was den Film besonders auszeichnet, ist der Stilwille seines Schöpfers. Boorman versucht nicht, historisch akkurate Bilder zu schaffen – an dem erklärten Anspruch, die Artussage auf ihren geschichtlichen Kern zurückzuführen, ist Antoine Fuqua 2004 mit seinem ansonsten ganz soliden „King Arthur“ völlig gescheitert –, vielmehr kreiert er hier eine eigene Epoche, die anders als in den meisten Verfilmungen davor und danach keine schlichte Heraufbeschwörung des verklärten Mittelalterbildes der Romantik ist, sondern den Glanz und die Pracht mit reichlich Schmutz und Blut kontrastiert und immergrüne Wälder neben verdorrte Einöden stellt. „Excalibur“ schwelgt in den verschiedenartigsten – und doch auch als Ganzes in sich stimmigen – Bildern, untermalt von Musik Richard Wagners und Carl Orffs wie auch vom Original-Score des brillanten Trevor Jones. Bei aller Opulenz ist „Excalibur“ eigentlich kein Mainstream-Film, zu sehr bricht er von der Kameraführung bis zur Ausstattung mit den Sehgewohnheiten des breiten Publikums. Die Kulissen und die Kostüme sehen immer etwas anders aus als in den Märchenbüchern unserer Kindertage, und gerade die Zentralfigur Merlin steht im Widerspruch zu der Darstellungstradition: Hier haben wir keinen Greis mit langem, weißem Bart und spitzem Hut, wie man sich den typischen Zauberer so vorstellt, sondern einen Mann mittleren Alters, der eine eng anliegende Metallkappe trägt und trotz seines kurzgeschnittenen braunen Bartes seltsam geschlechts- und alterslos wirkt. Merlin, so merken wir, gehört nicht wirklich dazu, er ist Handelnder und Zuschauer, ein Außenstehender, der die meist bedeutungsschwangeren und pathetischen Dialoge fast in Serie ironisch bricht – dies ist nicht zuletzt auch der darstellerischen Leistung Nicol Williamsons geschuldet, der mit leisen Gesten spielt, sich aber hier und da selbst dem Slapstick nicht versagt.

Überhaupt hat Boorman bei der Besetzung Mut und Treffsicherheit bewiesen, nicht umsonst sind viele der damals noch weitgehend unbekannten Akteure später weltberühmt geworden: etwa Patrick Stewart als Arthurs Schwiegervater Leondegranz, Liam Neeson als Ritter Gawein, Helen Mirren als Morgana und Gabriel Byrne als Uther. Den Lanzelot gibt Nicholas Clay als zunächst lässigen Siegertypen, der mehr und mehr an seiner Liebe zu Ginevra und der damit verbundenen Untreue gegenüber Arthur zerbricht. Am meisten gegen den Strich besetzt ist Nigel Terry als Arthur, ein nicht sonderlich attraktiv und heroisch wirkender Mime, der sich die Rolle aber gänzlich zu eigen macht: Anfangs ein arg begriffsstutzig wirkender Naivling, erleidet sein Arthur immer wieder Rückschläge, Terry zeigt ihn als oft unsicheren, cholerischen Monarchen und lässt auch den inneren Zwiespalt dieses Mannes erkennen, der seiner großen Aufgabe nur für kurze Zeit gerecht wird, weil er weder ganz Mensch noch ganz König sein kann. Erst der Gral weist ihm endgültig seinen Platz zu, er bringt zur Sprache, was vorher schon in der Bildgestaltung recht plakativ zur Schau gestellt wurde: „Der König und das Land sind eins“, ist Arthur obenauf, blüht das Land in den sattesten Farben, darbt er, geht auch das Königreich zugrunde. Spätestens hier erweist sich Arthur als mythologische Gestalt, und mit dem Gral nimmt er diese Bestimmung endgültig an.

Natürlich, bei einem Film, der sich derartig weit aus dem Fenster lehnt, muss man Argumente gegen ihn nicht lange suchen. Bei aller vorhandenen Ironie wird die Pathoskeule schon sehr geschwungen (allerdings: Welcher Stoff erlaubt das, wenn nicht dieser?), er erzählt seine Geschichte in einer atemberaubenden Geschwindigkeit (dafür mögen auch die Produzenten mitverantwortlich sein), weshalb die Handlung oft nur mühevoll zusammengehalten werden kann und die meisten Nebenfiguren Staffage bleiben. Der Bildersprache kann man auch nicht gerade Subtilität vorwerfen, einigen Trickeffekten ist ihr Alter schon deutlich anzusehen, und dass Merlin (ebenso wie später Morgana) in jeder Situation den gleichen Zauberspruch benutzt, mag auf die Dauer doch verwundern.

Sei’s drum: Boorman hat viel gewagt und eigentlich alles gewonnen. Mit „Excalibur“ hat er einen der besten Fantasy-Filme überhaupt geschaffen – ein stilisiertes und dennoch jederzeit glaubwürdiges, bildersattes Paralleluniversum – und die wohl beste, in jedem Fall die umfassendste filmische Adaption der Artussage! Wer hingegen die von Boorman so zwingend beschworene Welt einmal dekonstruiert bekommen möchte, sei an zwei frühere Filme verwiesen, die auf jeweils ganz andere Weise ähnlich gelungen sind wie der hier besprochene: Zum einen Robert Bressons „Lancelot, Ritter der Königin“ (1974), der in allem das exakte Gegenteil von „Excalibur“ ist, und natürlich Monty Pythons „Die Ritter der Kokosnuss“ (1975) – in ihrer jeweiligen Sparte sind alle drei Klassiker. Für „Excalibur“ gibt es jedenfalls trotz leichter Abzüge in der B-Note die volle Punktzahl!

Filmreview von: Ruthven / Alle Reviews von Ruthven

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Veröffentlichungen

Der Film ist bei Warner Home Video auf DVD erschienen.

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