Das letzte Ufer

Originaltitel: On the Beach
Herstellungsland: USAUSA
Erscheinungsjahr:  1959
Regie: Stanley Kramer

Darsteller

Figur

Gregory Peck  Cpt. Dwight Lionel Towers
Ava Gardner  Moira Davidson
Fred Astaire  Dr. Julian Osborne
Anthony Perkins  Lt. Cmdr. Peter Holmes
Donna Anderson  Mary Holmes
John Tate  Admiral Bridie
Harp McGuire  Lt. Sunderstrom
Lola Brooks  Lt. Hosgood
John Meillon  Ralph Swain
Lou Vernon  Bill Davidson
Kevin Brennan  Dr. King
  
Genre: Science-Fiction, Klassiker
Film suchen bei: eBay, OFDb, IMDb, Amazon.de
Werbung
Zu Amazon

Inhalt

Das Unfassbare ist geschehen: Die Atommächte der Erde wetzten die Sichel und lieferten sich das Grande Finale – den nuklearen dritten Weltkrieg! Die nördliche Hemisphäre ist komplett entvölkert und verstrahlt. Leben ist nur noch in der Südhälfte Australiens möglich. Dorthin, an das sprichwörtliche letzte Ufer, ist das amerikanische Atom-U-Boot Sawfish unterwegs. Die Besatzung unter Captain Towers hat das Inferno überleben können, weil sie sich mit ihrem Kahn bei Kriegsausbruch auf hoher See befand.

Im Süden Australiens führen die Menschen tatsächlich noch ein recht normales Leben, wenn auch unter Einschränkungen und dem bangen Bewusstsein, das der Wind den Fallout auch über dieses letzte Refugium der Menschheit bringen könnte. Schon hört man erste Berichte über Fälle von Strahlenkrankheit, die immer näher kommen. Mit dem Norden des Kontinents gibt es bereits keinen Kontakt mehr. Die Menschen ahnen, dass ihnen vermutlich nur noch Monate, wenn nicht Wochen bleiben. Dennoch versucht man irgendwie weiterzumachen, so lange es eben möglich ist.

Towers bekommt den australischen Verbindungsoffizier Holmes zugeteilt, mit dem er sich gut versteht. Über ihn lernt er die schöne Moira Davidson kennen, die die Aussicht auf das kommende Ende vorzugsweise mit Partys und Alkohol verdrängt und sich somit einen liederlichen Ruf erworben hat. Er lernt auch den Physiker Osborne kennen, der die Dramatik der Lage sehr deutlich macht und darauf hinweist, dass es keinen Sinn macht, sich Illusionen hinzugeben.

Mit Holmes und Osborne an Bord machen Towers und seine Crew sich auf eine letzte Mission um die These zu untersuchen, dass Niederschläge und Witterung die Atmosphäre auf der Nordhälfte des Erdenrunds allmählich „entstrahlen“ würden und somit eventuell doch noch Hoffnung für die letzten Menschen bestehen könnte. Gleichzeitig sollen sie die Quelle eines kryptischen Funksignals ergründen, welches sinnlose Morsezeichen aus der Gegend der Stadt San Diego sendet. Osborne stellt Messungen an und realisiert, dass der Grad der Strahlung weiterhin zunimmt und es somit auch keine Hoffnung mehr für Australien geben kann. Als die Sawfish die Westküste der USA erreicht, erblicken die Männer zum ersten Mal die menschenleeren Großstädte des Landes. Ein Matrose aus San Francisco entfernt sich unerlaubt von Bord um seine letzten Tage wenigstens in vertrauter Umgebung verbringen zu können. In San Diego wird der Offizier Sunderstrom ausgestattet mit einem Strahlenschutzanzug an Land geschickt, um noch das Rätsel um das Funksignal aufzulösen, welches sich schließlich in einer Coca Cola Flasche (ja,ja, Coke spielt auch nach der Apokalypse noch eine Rolle) findet, die sich in der Zugschnur einer Jalousie verfangen hat und vom Wind hin und her geschaukelt wird und dabei immer wieder unregelmäßig eine Morsetaste streift.

Zurück in Australien werden Towers und Moira ein Paar. Osborne erfüllt sich seinen großen Traum und nimmt noch einmal an einem Autorennen mit seinem alten Ferrari Rennwagen teil und gewinnt sogar. Doch das Ende ist nahe. Osborne vergiftet sich schließlich mit den Abgasen seines Wagens, Holmes und seine Frau schlucken die von der Regierung ausgegebenen Todespillen um sich die Qualen der Strahlenkrankheit zu ersparen. Towers lässt seinen Männern die Wahl, ob sie lieber in Australien bleiben möchten um hier vielleicht noch einige Zeit leben zu können, oder zurück in die USA um schließlich daheim zu verrotten. Die Männer entscheiden sich für letzteres, der loyale Towers stimmt zu und verlässt schweren Herzens seine große Liebe Moira um mit seinem Schiff und seiner Mannschaft die letzte Reise anzutreten…

Kommentar

Die Kaninchen haben gesiegt!
Hä?
Na ja, gottlob kam es ja in Wirklichkeit doch ein wenig anders als in diesem 1959 nach einem Bestseller des Autoren Nevil Shute entstandenen Hollywoodfilm, und die Menschheit teilt sich auch noch nach dem Jahr 1964, dem Jahr nämlich, in dem die Filmhandlung spielt, den blauen Planeten mit den langohrigen Artverwandten von Meister Lampe. Was blubbert der Rezensent denn da bloß dauernd von Kanickeln oder Hasen? Das lässt sich leicht erklären: In einem bösen Witz aus dem Buch lässt Autor Shute einen Wissenschaftler sagen: „Nächstes Jahr werden in Australien nur noch Kaninchen, das widerstandsfähigste Tier, herumlaufen und alles Futter auffressen..." Daraufhin erwidert empört ein General: "Kaninchen! Nachdem wir so viel Zeit und Geld aufgewendet haben, um sie zu bekämpfen, erfährt man jetzt, dass sie zum Schluss gewinnen!"
Regisseur Stanley Kramer hat diesen zynischen, aber gar nicht mal üblen Scherz leider nicht in den Film übernommen, wie er auch manch anderes Detail aus dem Buch änderte, so lässt er beispielsweise einen aberwitzigen Zufall den dritten Weltkrieg auslösen, irgendein Verantwortlicher am roten Knopf sieht auf einem Radarschirm einen verdächtigen Fleck und zögert nicht eine Sekunde, seine „verdammte Pflicht“ zu tun! Im Buch hingegen ließ Shute das Land Albanien Atomraketen auf die Städte Neapel und Tel Aviv abfeuern. Daraus ergab sich schließlich das finale Feuerwerk, dass die Menschheit über die Wupper schickte.

Freilich zeigt uns Kramer den Krieg nicht. Die Handlung setzt da ein, wo die Sawfish Australien erreicht, und die Lage in Australien gibt tatsächlich nicht den geringsten Hinweis darauf, dass die Menschheit in wenigen Monaten vom Angesicht der Erde gefegt sein dürfte. Man vergnügt sich fröhlich am Strand, trinkt auf Festen den letzten guten Wein, geht zum Angeln, züchtet Rösser, leistet sich riskante Autorennen (wo Benzin doch eigentlich rationiert ist!) oder Liebschaften. Zudem scheint der Krieg überhaupt gar keine Verwüstung angerichtet zu haben. In den Großstädten San Francisco und San Diego sehen wir zwar keine Menschenseele mehr, aber erstaunlicherweise auch nicht eine Leiche, und derer dürfte es in dem Fall ja eigentlich Millionen geben. Auch ist keinerlei Zerstörung sichtbar, keine Trümmer, keine ausgebrannten Hausfassaden, die Städte scheinen einfach nur menschenleer zu sein. Klar, der Film ist 1959 entstanden und letztlich muss man ihn auch von seiner reichlich biederen Machart als einen typischen Mainstream Film seiner Zeit bezeichnen, da wollten sich die Macher wohl einfach nicht so weit aus dem Fenster lehnen und das Publikum mit den wahren Schrecknisse des thermonuklearen Vernichtungskrieges zu schockieren, aber letztlich wäre das ehrlicher gewesen. So sehen wir im Prinzip im Vordergrund eher das Liebsdrama zwischen dem heroischen Offizier Towers, der von Gregory Peck, einem Riesenstar seiner Zeit, ein wenig hölzern dargebracht wird, und der Lebedame Moira, die wiederum hinreißend von der schönen Ava Gardner gespielt wird. Ansonsten stehen der labile Holmes, verkörpert von Anthony Perkins, dem netten Psychopaten aus dem Bates Motel in Hitchcoks „Psycho“, und seine Frau (Donna Anderson, mir total unbekannt) im Fokus, ebenso wie der trinkfeste Wissenschaftler Osborne, der recht überzeugend von Fred Astaire gegeben wird, der ja ansonsten eher im seichten Komödienfach unterwegs war.

Den wahren Schrecken vom Untergang der Menschen zeigt uns Kramer erst in den letzten Minuten des Films, wenn die Menschen geduldig Schlange stehen um sich die von der Restregierung ausgegeben Selbstmordpillen abzuholen. Wenn Mensch am Ende seiner Tage plötzlich vorsichtshalber wieder der Religion zuwendet (man kann ja nie wissen), aber auf den Veranstaltungen der Heilsarmee täglich weniger Leute erscheinen bis am Ende einsam und verwaist das Transparent mit der Aufschrift „There is still Time“ im Wind schaukelt. Gerade dieses Bild kommt dann doch sehr beklemmend daher.

Auch wenn der Film angesprochene Schwächen aufweist, so muss man ihn doch unbedingt als Klassiker des Science Fiction oder Endzeit Films bezeichnen, der sicher zu seiner Zeit manch einen Zeitgenossen kräftig erschreckt haben wird. Der hehre Ansatz Kramers, nämlich auf dem Höhepunkt des kalten Krieges den Menschen die Augen zu öffnen, was für Auswirkungen ein dritter mit Atomwaffen ausgefochtener Weltkrieg haben könnte, ist ein unbestreitbarer Verdienst für die Filmhistorie. Gerade weil der Film kein Happy End zu bieten hat, setzt er sich doch unbedingt für das Überleben der menschlichen Spezies ein. Und wenn man sich mal die Weltlage so anschaut, so kann man eigentlich nur zu der Überzeugung gelangen, dass der Film zwar reichlich altmodisch und sogar altbacken daherkommt, von seiner Kernaussage aber heuer noch genau so aktuell ist wie 1959 oder 1964.

Übrigens, anno 2000 drehte „Highlander“ Regisseur Russel Mulcahy mit dem für das TV konzipierten Zweiteiler „USS Charleston – Die letzte Hoffnung der Menschheit“ ein Remake vom letzten Ufer, in dem Armand Assante und Rachel Ward die Hauptrollen spielte. Über die Qualität dieser Verfilmung, die 2001 auf RTL gezeigt und danach mehrfach bei VOX wiederholt wurde, kann ich leider nichts sagen da ich ihrer bislang nicht ansichtig wurde.

Filmreview von: Wollo / Alle Reviews von Wollo

Veröffentlichungen

Die deutsche DVD ist bei der MGM erschienen, andere Formate sind nicht erhältlich.

Filmbewertung

Unser Gesamteindruck:
Durchschnittliche Besucherwertung:   (7 Stimmen)
Eigene Bewertung zum Film abgeben:  
Amazon-Angebote:
U.S.S. Charleston - Die letzte Rettung der Menschheit
Preis: 55,55 EUR neu (gebraucht ab 49,99 EUR)
Stand: 01.10.2014 16:16:33
Wunschpreis: EUR Nur neue Artikel
Sturmfahrt nach Alaska
Preis: 3,94 EUR neu (gebraucht ab 4,00 EUR)
Stand: 01.10.2014 13:26:44
Wunschpreis: EUR Nur neue Artikel
Der gefährlichste Mann der Welt
Preis: 12,66 EUR neu (gebraucht ab 11,24 EUR)
Stand: 01.10.2014 16:08:38
Wunschpreis: EUR Nur neue Artikel
Flammen über Fernost (The Purple Plain) (Pidax Film-Klassiker)
Preis: 10,90 EUR neu (gebraucht ab 9,95 EUR)
Stand: 01.10.2014 16:32:16
Wunschpreis: EUR Nur neue Artikel
The Chase [UK Import]
Preis: 4,15 EUR neu (gebraucht ab 3,15 EUR)
Stand: 01.10.2014 17:36:59
Wunschpreis: EUR Nur neue Artikel
Die Produktpreise und die Produktverfügbarkeit sind zum angegebenen Datum / Zeitpunkt korrekt und können sich ändern. Die Preis- und Verfügbarkeitsangaben, die auf amazon.de zum Zeitpunkt des Kaufs angezeigt werden, gelten für den Verkauf dieses Produktes. Gewisse Inhalte, die auf dieser Webweite erscheinen, stammen von Amazon EU Sarl. Diese Inhalte werden so, wie sie sind zur Verfügung gestellt und können jederzeit geändert oder entfernt werden.

Weiterführende Links

Nock kein Link vorhanden.

+ Neuen Link eintragen

Unsere Filmbörse

In unserer Filmbörse kannst du Filme und filmbezogene Artikel kostenlos zum Verkauf anbieten. Es fallen keine Einstellgebühren und keine Verkaufsprovisionen an.

Derzeit sind keine Angebote zu diesem Film vorhanden.

Empfehlungen

Wenn dir dieser Film gefallen hat, empfehlen wir auch:

Am Rande des Rollfelds (FrankreichFrankreich, 1962)
OT: La Jetée, Regie: Chris Marker
Mit: Jean Négroni, Davos Hanich, Hélène Chateleain, Jaques Ledoux, ...

The Last Man on Earth (ItalienItalien, USAUSA, 1964)
OT: The Last Man on Earth, Regie: Ubaldo Ragona, Sidney Salkow
Mit: Vincent Price, Franca Bettoia, Emma Danieli, Giacomo Rossi-Stuart, ...


Eigene Filmempfehlung hinzufügen.

Weitere Filmtipps aus dem Bereich Science-Fiction

Die Insel der Krebse (DeutschlandDeutschland, 1975)
Die totale Erinnerung - Total Recall (USAUSA, 1990)
Constantine (USAUSA, 2005)
Weltraumschiff 1 startet... (DeutschlandDeutschland, 1937)
Das Geheimnis der Burg in den Karpaten (TschechoslowakeiTschechoslowakei, 1981)
Attack of the Crab Monsters (USAUSA, 1957)
Kite Liberator - Angel of Death (JapanJapan, 2007)
Die Kinder der Verdammten (GroßbritannienGroßbritannien, 1963)
Forever Young (USAUSA, 1992)
Bad Taste (NeuseelandNeuseeland, 1987)

Weitere Kommentare zum Film

Es wurden noch keine Kommentare zu diesem Film abgegeben.
 
Eigenen Kommentar zum Film schreiben.

Mitglied beim Toplinks Banner-XChange