Om Shanti Om

Originaltitel: Om Shanti Om
Herstellungsland: IndienIndien
Erscheinungsjahr:  2007
Regie: Farah Khan

Darsteller

Figur

Shahrukh Khan  Om Prakash Makhija / Om Kapoor
Arjun Rampal  Mukesh 'Mike' Mehra
Kiron Kher  Bela Makhija
Shreyas Talpade  Pappu Master
Deepika Padukone  Shanti Priya / Sandi
Bindu  Kamini
Javed Sheikh  Rajesh Kapoor
Satish Shah  Partho Roy
Nitish Pandey  Anwar
Shawar Ali  Shawar
Asawari Joshi  Mrs. Kapoor
Nassar Abdulla  
  
Genre: Komödie, Grusel
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Inhalt

Bombay 1977, der Kleindarsteller Om Makhija himmelt den Superstar Shanti Priya an. Als bei Dreharbeiten ein Feuer außer Kontrolle gerät und Om Shanti aus den Flammen rettet, kommen die beiden sich endlich näher. Doch dann belauscht Om ein Gespräch zwischen Shanti und dem Produzenten Mukesh, wobei er erfährt, dass die beiden schon länger heimlich verheiratet sind. Als sie ihm eröffnet, dass sie schwanger ist und darauf besteht die Ehe öffentlich bekannt zu machen, setzt Mukesh die Kulissen in Brand und schließt Shanti in dem Gebäude ein. Om versucht Shanti zu befreien, kann aber nicht bis zu ihr vordringen. Er wird von einer Explosion aus dem Haus geschleudert und muß mitansehen, wie das ganze Filmset in Flammen aufgeht. Kurz darauf stirbt er im Krankenhaus an seinen Verletzungen.
2007, Bombay heißt inzwischen Mumbai, Om wurde als Sohn eines Filmstars wiedergeboren und ist selber ein erfolgreicher Darsteller geworden. Er wird von Erinnerungen an sein früheres Leben gequält, die komplett zurückkehren als Mukesh wieder auftaucht, der die letzten 25 Jahre in Amerika gelebt hat. Om will Mukesh dazu bringen den Mord an Shanti zu gestehen, deren Leiche nie gefunden wurde. Er gibt vor einen gemeinsamen Film drehen zu wollen und sucht heimlich nach einer Doppelgängerin von Shanti, diese findet er in der Nachwuchsdarstellerin Sandi. Mukesh wird von den Erscheinungen der vermeintlichen Shanti fast in den Wahnsinn getrieben, kommt dem Komplott dann aber auf die Schliche. Om hat das alte Filmset wieder herrichten lassen und dort kommt es dann zum Showdown.
Wird sich die Geschichte wiederholen, oder gibt es diesmal ein Happy-End?

Kommentar

Komödie, Romantik-Drama, Krimi, Musical, Gruselfilm, diese Mischung ist für einen Hindi-Film (seriös für: Bollywood-Schmonzette) nicht ungewöhnlich. Wer glaubt diese Filme sind zu laut, zu bunt, zu übertrieben, dem wird hier in aller Deutlichkeit gesagt: Ja, das stimmt! Genieße es!
Regisseurin Farah Khan ist erklärter B-Movie Fan und das merkt man ihren Filmen auch an. Spektakuläre Action, wilde Prügeleien, Helden die in Zeitlupe durchs Feuer gehen und noch weiterschießen auch wenn die Jacke brennt, Farah setzt das alles gezielt in Szene und hält mit westlichen Standards locker mit.
Die Gesangs- und Tanzeinlagen sind nicht zu breit ausgewalzt, bis auf „Deewangi Deewangi“ der zwar mit beachtlichen 30 Gaststars aufwartet aber nicht zur Handlung beiträgt. Zum „Wer erkennt Wen?“ spielen ist das zwar lustig und die Musik ist auch flott-modern, wer sich aber noch nie mit Bollywood beschäftigt hat dürfte leicht gelangweilt sein. Für „Dard-E-Disco“ hat Hauptdarsteller Shahrukh Khan sich einen beachtlichen Sixpack antrainiert, nicht schlecht für einen 42 Jährigen, der üblicherweise eher zum Doppelkinn neigt.
Der Blick auf die Filmindustrie ist durchaus selbstkritisch und –ironisch ohne dabei bloßzustellen.
Der 70er Jahre-Teil des Films ist (wie der gesamte Film) perfekt ausgestattet, allerdings konzentriert sich die Handlung hier hauptsächlich auf den Romantic-Comedy Bereich und wirkt stellenweise bis zur Parodie überdreht und Over-acted.
Der Gegenwartsteil hat zu Beginn auch ein paar Komödienelemente, diese werden aber mit fortschreitender Handlung immer spärlicher gestreut. Die Liebesgeschichte findet praktisch nicht mehr statt, obwohl am Ende angedeutet wird, dass Om und Sandi wohl ein Paar werden. Interessant sind die sich häufenden Horror- und Gruselelemente zum Schluss hin. Da ist einmal die (urkomische) Szene in der Kirron Kehr (die Filmmutter von Shahrukh Kahns Charakter) die unheimliche Prophetin gibt um Mukesh zu erschrecken „Du darfst dort niemals hineingehen! Sie wartet da drin auf dich! SHANTI WARTET AUF DICH!“, Erinnerungen an den verrückten Ralph aus Freitag der 13. werden wach. Asiahorror wie in „Ju-on“ oder „Ring“ haben wir auch, wenn Sandi in der Garderobe sitzt und zwischen ihren ins Gesicht gekämmten Haaren hindurchstarrt.
Dann gibt es eine Musical-ähnliche Szene in der die Musik zu dem neuen Film vorgestellt wird, wo in dem Song „Dastaan e Om Shanti Om“ die Geschehnisse rekapituliert werden und Sandi als Shanti-Kopie erscheint, „Das Phantom der Oper“ lässt grüßen.
Am Ende dann, nachdem Mukesh eröffnet hat, dass er das Komplott durchschaut, taucht Sandi/Shanti auf und führt die Charaktere wie auch die Zuschauer in die Irre. Ist es Sandi die nur ihre Rolle spielt? Ist sie gar die Wiedergeburt von Shanti? Oder ist Shanti von den Toten auferstanden? Deepika Padukone, die aus der Modelszene kommt und hier erstmals in einem Film spielt, agiert perfekt als Todesengel "Du zahlst für Deine Sünden! Du wirst sterben!", unbeweglich wie seinerzeit Carrie - Des Satans jüngste Tochter dasteht während das Set um sie herum in Flammen aufgeht und mit wissendem Blick zu dem klirrenden Kronleuchter den Bösewicht seiner gerechten Strafe zuführt.
Fazit: Für Fans ein Muss! Der durchschnittliche Filmfreund dürfte mit dem Genremix, dem gewollten Over-Acting den Insiderwitzen und der Laufzeit von 162 Minuten schlichtweg überfordert sein, und die Ignoranten, die immer noch glauben anhand des Produktionslandes erkennen zu können ob ein Film gut ist oder nicht, können sich sowieso ein Kondom über den Kopf ziehen. Alle Anderen: Euch kann nichts passieren, es ist nur ein Film.

Filmreview von: Bad Moon / Alle Reviews von Bad Moon

Veröffentlichungen

Der Film ist bei Rapid Eye Movies / AL!VE als Special Edition Doppel DVD und als Einzel DVD erschienen.

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Weitere Kommentare zum Film

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Zoltan, 18.12.10
Bisher hatte ich für Bollywood-Produktionen nie wirklich Interesse gahabt, das waren für mich immer irgendwelche Schmachtfetzen. Auf Anraten von Bad Moon hab ich mir dann jetzt "Om Shanti Om" mit meiner Frau angesehen und wir waren beide mehr als begeistert. Was für eine fesselnde Story mit wirklich genialen Ideen. Ich war total geschockt, als die beiden Hauptdarsteller in der Mitte des Films gestorben sind, ich will aber jetzt nicht zu viel verraten. Der Film ist auch für nicht Bollywood-Fans eine klare Empfehlung, Umsetzung und Look sind hochwertig, der Film emotional, spannend und mitreißend und selbst die Musik- und Tanzeinlagen machen Spass. Der Film macht auf jeden Fall süchtig nach mehr.
 
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