Der verbotene Schlüssel

Originaltitel: The Skeleton Key
Herstellungsland: USAUSA
Erscheinungsjahr:  2005
Regie: Iain Softley
 

Darsteller

Figur

Kate Hudson  Caroline Ellis
Gena Rowlands  Violet Devereaux
John Hurt  Ben Devereaux
Peter Sarsgaard  Luke Marshall
Joy Bryant  Jill
Tom Uskali  Robertson Thorpe
Jen Apgar  Madeleine Thorpe
Ronald McCall  Papa Justify
Jeryl Prescott Sales  Mama Cecile
Forrest Landis  Martin Thorpe
Jamie Lee Redmon  Grace Thorpe
Tonya Staten  Audrey
  
Genre: Grusel, Okkult
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 Deutsches HD DVD-Cover, erschienen bei Universal

Inhalt

Die junge Hospiz Pflegerin Caroline nimmt einen gut bezahlten Job im Hause des Südstaaten Ehepaars Devereaux in Louisiana an. Sie soll sich um den alten Ben kümmern, der seit einem Schlaganfall beidseitig gelähmt ist und nicht mehr sprechen kann. Von Luke, dem netten Anwalt des Paares, erfährt Caroline, Ben habe höchstens noch einen Monat zu leben, und Violet, Bens Frau, sei mit seiner Pflege überfordert. Zwar hat Caroline sogleich den Eindruck, dass etwas Rätselhaftes vorzugehen scheint im alten Herrenhaus der Devereauxs, dennoch nimmt sie ihre Arbeit auf und bezieht ein Zimmer im Haus. Caroline erhält von Violet einen Schlüssel, der sämtliche Schlösser des Hauses öffnen soll. Als sie eines Tages auf den Dachboden geht, entdeckt sie dort eine verborgene Tür, die der Schlüssel allerdings nicht zu öffnen vermag. Violet teilt ihr mit, sie selber habe auch keinen Schlüssel zu der Tür und wisse nicht, was sich in jenem Raum dort droben befände. Ebenso rätselhaft scheint der Umstand zu sein, dass sich im gesamten Haus keine Spiegel befinden. In ihrem Alter brauche man keine Spiegel mehr, erklärt Violet Caroline, man müsse sich seine Falten ja nicht noch im Spiegel anschauen. Aber sie habe nichts dagegen, wenn Caroline einen Spiegel für sich verwende.

In der folgenden Nacht stürzt Ben, der zumindest noch seine Arme bewegen kann, bei einer scheinbaren Panikattacke aus seinem Fenster, wird aber nicht großartig verletzt weil sein Aufprall vom durch den schweren Regen aufgeweichten, morastigen Boden gedämpft wird. Als Caroline seinen Rollstuhl holen will, entdeckt sie einen Hilferuf, den Ben auf seiner Bettwäsche hinterlassen hat. Was geht nur vor im Hause der Devereauxs? Plante Ben etwa einen Fluchtversuch? Und wenn ja, vor was fürchtet sich der alte Mann so? Liegen die Antworten etwa in jenem mysteriösen Raum unter dem Dach?

Während Anwalt Luke zu Besuch ist, verschafft sich Caroline mittels eines Tricks Zugang zu dem Raum und entdeckt dort allerlei Gruseliges: offenbar handelt es sich um Utensilien für Voodoo-Zeremonien oder ähnliches. Sie findet unter anderem ein Buch mit dem Titel „Receipt Book of Papa Justify and Blessed Teachings“ und eine alte Schallplatte, auf deren Label „Papa Justify's Conjure of Sacrifice“ zu lesen ist. Caroline hört sich die Platte an. Scheinbar handelt es sich um eine „bluesige“ Teufelsbeschwörung. Von ihrer Freundin Jill erfährt Caroline, die aus New Jersey stammt und sich nicht mit den okkulten Umtrieben, die einstweilen in den Südstaaten der USA herrschen, auskennt, dass sie wahrscheinlich einen Hoodoo-Raum entdeckt habe. Hoodoo ist eine magische Praktik, die nicht mit dem Voodoo verwechselt werden sollte, weil der ja eine Religion sei, aber eben auch Elemente dessen beinhalte. New Orleans sei das Zentrum des Hoodoo, der auch im 21. Jahrhundert noch starke Verbreitung in den Südstaaten hätte, aber im Grunde harmlos sei, wenn man nicht daran glaube. Jills Tante praktiziere das auch, ihre Utensilien erwerbe sie in einem Hinterhofgeschäft eines Waschsalons. Obschon Jill ihr davon abrät, sucht Caroline den Laden auf und erfährt dort, der verängstigte Ben Devereaux sei wahrscheinlich mit einem Fluch belegt. Zwar glaubt Caroline nicht wirklich daran, setzt aber auf die Kraft der Suggestion und führt mit Ben ein Reinigungsritual durch. Siehe da, Ben beginnt zu sprechen. Doch bevor er sich genauer äußern kann, unterbricht Violet die Zeremonie.

Allmählich beginnt sich Caroline zu fürchten. Die schauerliche Geschichte um Papa Justify und Mama Cecile, die vor gut 90 Jahren Dienstboten des korrupten und skrupellosen Geschäftsmannes Thorpe waren, der dereinst das Herrenhaus bewohnte, und die in jenem obskuren Dachbodenzimmer die magischen Rituale des Hoodoo praktizierten und schließlich einem Lynchmob zum Opfer fielen, nachdem dies entdeckt worden ist, tut ein übriges. Im Spiegel soll man die Gespenster derer noch sehen können, weshalb es im Haus auch keine Spiegel gibt (allerdings entdeckt Caroline jede Menge Spiegel auf dem Dachboden.) Die beherzte Pflegerin beschließt, den verängstigten Ben in Sicherheit zu bringen, doch der Fluchtversuch scheitert zunächst, so versteckt sie den alten Mann in einem Schuppen und flieht schließlich mit einem Boot durch die Sümpfe, gehetzt von einer Flinten schwingenden Violet, die nun äußerst hysterisch zu sein scheint.

Caroline sucht den Anwalt Luke auf und beschwört diesen, ihr und Ben zu helfen, da klingelt sein Telefon und Violet Devereaux ist am anderen Ende. Luke gibt vor, das Gespräch aufzeichnen zu wollen und verschwindet im Nebenzimmer. Nun muss die schöne Caroline erkennen, dass es ein Fehler war, den vermeintlich patenten Anwalt aufzusuchen, denn auch dem sind die magischen Praktiken des Hoodoo nicht unbekannt….

Er überwältigt Caroline und verschleppt sie erneut in das Haus der Deverauxs, wo sie sich alsbald im Hoodoo-Raum wieder findet und bald erkennen muss, dass es gar nicht um Ben Devereaux ging, sondern vielmehr um sie selber, und das möglicherweise ein furchtbares Schicksal auf sie wartet, wenn sie denn an den Hoodoo glaubt…

Kommentar

Zugegeben, der Film folgt nicht immer so recht den Regeln der Logik und braucht auch eine ganze Weile, bis er einigermaßen in Fahrt kommt, dennoch handelt es sich hierbei um eine der erfreulicheren US Horrorproduktionen der letzte Zeit. Und dies aus folgenden Gründen:

Zunächst einmal ist es lobenswert, dass Regisseur Iain Softley („K-Pax“) und Drehbuchautor Ehren Kruger („The Ring“) entgegen dem Trend weder an einem Remake eines asiatischen Films, noch an einem hippen Teenage Bodycount Streifen oder einem sinnlos brutalen Folterfilm versucht haben und auch auf die trendige, Realismus verheißende Wackelkamera und die üblichen superschnellen Schnitte verzichtet haben. Tatsächlich fließt sogar kaum Blut, somit könnte man den Film schon beinahe als altmodischen Gruselfilm im besten Wortsinn bezeichnen, und tatsächlich, „Der verbotene Schlüssel“ steht auch vollkommen in der Tradition der amerikanischen Gothic Horrorfilme a la Halberins „White Zombie“ oder Torneurs „I walked with a Zombie“. Freilich handelt es sich hierbei nicht um einen Zombiefilm der Romero oder Danny Boyle Art, vielmehr um einen Steifen, in welchem ein altes Geheimnis im Mittelpunkt steht, okkulte Magie und zauberkundige Bösewichte. Diesen Umstand darf man schon beinahe als erfrischend bezeichnen, als Laune machend! Immer wieder schön, wenn es Leute gibt, die sich so gänzlich gegen den Trend stemmen und auch mal was anders machen, als es das Diktat der Marktwirtschaft vorgibt. Freilich, einen großen Kinohit haben Softley und Kruger damit nicht landen können. Doch sie haben eine tolle, großartig unheimliche Atmosphäre erschaffen können. Das permanente Regenwetter, die Sümpfe Louisianas, in denen der alte Aberlaube förmlich greifbar ist und die Voodoo/Hoodoo Legenden ihr Unwesen treiben, das spukige Südstaatenhaus mit seinen huschenden Vorhängen, knarzenden Treppen und quietschenden Türen, das hat was! Peter Mindels Kameraarbeit fügt hier ein Gutstück hinzu. Er lässt sein Arbeitsgerät immer wieder wie ein Gespenst durch das Haus fliegen und liefert tolle, atmosphärisch starke Bilder von der verregneten, unheimlichen Sumpflandschaft Louisianas.

Der nächste Grund ist das hervorragende Ensemble! Ich habe mich ehrlich gefreut, die große Gena Rowlands endlich mal wieder zu sehen, die hier als undurchsichtiger und schließlich richtig böser Drachen Violet Devereaux wirklich glänzen darf. Wenn ich mal so richtig darüber nachsinne, glaube ich durchaus, ich habe noch nie einen richtig schwachen Film mit ihr gesehen, zumindest kann ich mich nicht daran erinnern. John Hurt, ein ebenfalls mehr als verdienter Mime, hätte man sicher eine etwas größere Rolle gewünscht als die des todkranken Ben Devereaux, andrerseits kommt ihm hier die besondere Aufgabe zu, seine Panik nahezu ohne sprachliche Unterstützung zum Ausdruck bringen zu müssen, eine gefangene Seele darzustellen, was er über seine Mimik großartig zu lösen vermag. Auch Peter Saarsgard, der den Anwalt Luke zum Besten gibt, tut seinen Job sehr ordentlich, speziell im letzten Viertel des Films, in welchem er uns den Finstermann macht. Das größte Lob aber kommt der zauberschönen Kate Hudson zu, die ich bislang immer irgendwie nur als attraktiv, nicht aber als große Schauspielerin auf dem Zettel hatte. Sie stemmt den Hauptteil des Streifens allein und macht das wirklich fantastisch. Zwar wollte sich mir nicht immer so recht erschließen, mit welcher Motivation sich die Figur Caroline zur Heroine aufschwingt, doch das ist ja wohl eher dem Drehbuch und der Regie geschuldet, und hier muss es auch durchaus Abzüge in der Gesamtwertung geben, doch Frau Hudson macht das mit einer starken, ja bestmöglichen Performance locker Wett. Gern würde ich sie häufiger in solch starken Rolle sehen, doch in letzter Zeit hat sich die holde Dame lieber wieder für belanglose Liebeskomödien wie „Ein Schatz zum Verlieben“ hergegeben. Schade! Warum eigentlich? Das Charakterfach liegt ihr doch!

Der letzte Grund, warum dieser Film jede Berechtigung hat, auf dieser Seite gelistet zu werden, die da immerhin diebestenhororfilme.de heißt, ist die böse, originelle und gar nicht mal so vorhersehbare Schlusspointe des Films, die uns ein wirklich gelungenes Finale beschert!

Also, Strich drunter und schauen was auf dem Deckel steht: Ein ehrlicher Tribut an den klassischen Gruselfilm der guten alten Tage mit starken Darstellern und gewitztem, schönen Finale, mit tollen Bildern und einer stimmigen, unheimlichen Atmosphäre. Ein Okkult Thriller, ein Spukhausfilm, der spätestens ab der zweiten Hälfte spannend zu unterhalten weiß und immerhin nicht künstlich in die Länge gezogen wurde. Klar, die Wurst hat man hier nicht neu erfunden und mit der Logik hapert es manchmal, das aber wetzen die tollen Performances der Stars wieder aus. Ein gelungener Film, mit dem es sich seine Macher nicht leicht gemacht haben, wenngleich er auch in der ersten Hälfte etwas unentschlossen wirkt. Spätestens ab der Mitte aber überzeugt der Film als klassischer Gothicstreifen mit vielen Ingredienzien des amerikanischen Südstaatengrusels, wenn er auch nicht, aber dies ist kaum zu vermeiden bei diesem Subgenre, ohne Klischees auskommt. Aber mal ehrlich, das würden wir ja auch gar nicht wollen, oder?

Filmreview von: Wollo / Alle Reviews von Wollo

Trailer zum Film

Veröffentlichungen

DVD und HD DVD gibt es bei der Universal zu erwerben. Blue-Rauy und VHS Fans haben das Nachsehen, in ihren Lieblingsformaten ist der Film nicht eschienen.

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Staudenmaier007, 11.12.09
Eine schauspielerische Glanzleistung der Akteure. Eingepackt in eine spannende Geschichte bleibt der Zuschauer bis zum Schluss im Unklaren über das was das Böse wirklich im Schilde führt..............
 
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