Dracula
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Inhalt
Der Anwalt Jonathan Harker reist nach Transsilvanien, um einem gewissen Grafen Dracula ein Grundstück in England zu verkaufen. Der Vampirfürst ist aber nicht nur an dem von Harker präsentierten Haus, sondern vor allem an Lucy, einer Freundin seiner Verlobten Mina, interessiert, deren Photographie er in einer Zeitung entdeckt und die er als Reinkarnation seiner längst toten Frau identifiziert hat. Dracula reist nach England, Harker fällt Draculas Bräuten in die Hände.
In England sucht Dracula Lucys Nähe und macht sie rasch zu einem Kind der Nacht, doch ihr Arzt van Helsing durchschaut die Zusammenhänge und greift zum Pflock. Danach startet er zusammen mit Lucys Verlobtem Arthur die Jagd auf Dracula. Der wiederum hat schon ein neues Opfer im Auge: Mina...
Kommentar
Dan Curtis’ „Dracula“, 1973 für das amerikanische Fernsehen inszeniert, ist inhaltlich sicher ein Meilenstein in der wechselvollen Filmkarriere von Bram Stokers untotem Grafen. Nicht nur, daß sich das Drehbuch von Richard Matheson, dem Autor der Genre-Klassiker „Die unglaubliche Geschichte des Mr. C“ und „Ich bin Legende“, mehr als die meisten angelsächsischen Dracula-Verfilmungen davor und danach an Stokers Vorlage orientierte, es enthielt auch neue Akzente, die seitdem aus dem Dracula-Kosmos nicht mehr wegzudenken sind: Erstmals wurde das Geschehen hier an Vlad Tepes, den historischen Dracula, angebunden, erstmals erschien eine der Protagonistinnen als Wiedergeburt der vor langer Zeit verstorbenen Frau Dracula. Der alte Blutsauger als schauerromantischer Liebender war damals eine wirkliche innovative Idee, die allenfalls in Robert Siodmaks „Draculas Sohn“ (1943) präfiguriert war, hier aber zum ersten Mal – und dazu im Rahmen der (freilich natürlich gestutzten) Romanhandlung – richtig ausgestaltet wurde.
Curtis’ Film hatte also alle Voraussetzungen, ein großer Klassiker des Vampirfilms zu werden, fristet de facto aber ein Dasein in der zweiten Reihe. Woran liegt’s? Die Antwort ist in diesem Fall erstaunlich einfach: So wegweisend der Film im Ansatz ist, so enttäuschend ist er in der Ausführung. Die Inszenierung ist ziemlich konventionell und über weite Strecken eher langatmig geraten und leidet in nahezu jeder Einstellung unter den spartanischen Produktionsbedingungen: Draculas Wölfe sehen Schäferhunden erstaunlich ähnlich, und die Nachtszenen wurden offensichtlich bei Tag aufgenommen. Auch die Schauspieler sind fast durchgehend schwach, am ehesten zeigt noch Nigel Davenport als van Helsing eine gewisse Präsenz. Jack Palance, mit dem Curtis bereits eine mißglückte TV-Version von „Jekyll & Hyde“ gedreht hatte, hinterläßt in der Titelrolle einen zwiespältigen Eindruck. Optisch paßt er nicht schlecht als Dracula, und den kalten Jäger und Patriarchen verleiht er überzeugend Gestalt: In den späten Hammer-Filmen könnte man ihn sich durchaus als Ersatz für Christopher Lee vorstellen, wenn der sich nicht – fast – bis zum bitteren Ende von diversen Geldkoffern immer wieder dazu hätte bewegen lassen, das alte Cape erneut überzustreifen. Palance ist – ähnlich wie Lee – ein ausgesprochen physischer Dracula, wenn ihm auch dessen Eleganz abgeht. Wie im ersten Hammer-Dracula geht der Graf auch hier am liebsten zu Fuß, statt die Gestalt zu wechseln, doch wo Lee schreitet, stapft Palance: Den Adel der Figur vermag er kaum zu vermitteln, und auch in den romantischen Szenen wirkt er meist eher deplaziert und hölzern. Überzeugend ist er wiederum als selbst verletzlich wirkender Rächer, eine Facette, die Hammer nie berücksichtigte.
So blieb es anderen überlassen, das einzufahren, was Curtis und Matheson gesät hatten, vor allem natürlich Francis Ford Coppolas „Bram Stoker’s Dracula“ (1992), der sowohl den Bezug auf Vlad Tepes als auch den Reinkarnationsgedanken von diesem Film übernahm, darstellerisch und formal aber in einer ganz anderen Liga spielte und umgehend zu dem Klassiker wurde, der schon Dan Curtis’ „Dracula“ hätte werden können, wäre man nur etwas ambitionierter zu Werke gegangen und wären die Umstände andere gewesen. Sehenswert ist er trotzdem.
Filmreview von: Ruthven / Alle Reviews von Ruthven
Veröffentlichungen
Der Film ist in mehreren Auflagen bei KSM / Best Entertainment, Best Entertainment und bei Power Station auf DVD erschienen. Die DVDs sind aber inhaltlich alle identisch.
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Die brennenden Augen von Schloss Bartimore
Stand: 12.03.2010 13:05:44
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