The Mothman Prophecies - Tödliche Visionen
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Inhalt
John Klein scheint die Sonne aus dem Allerwertesten. Besser könnte es gar nicht laufen für den Starreporter von der „Washington Post“. So eben haben er und seine wunderbare Frau Mary sich den lang gehegten Wunsch vom Eigenheim am Stadtrand der US-Hauptstadt erfüllt, nun ist man auf dem Rückweg und mächtig in Feierlaune. Alles scheint perfekt, bis Mary plötzlich einen seltsamen Schatten über die Straße huschen zu sehen glaubt und das Lenkrad des Wagens verreißt. Zwar überstehen sowohl John wie auch Mary den Unfall relativ unbeschadet, doch die Untersuchung bringt einen bislang verborgen gebliebenen Gehirntumor bei Mary zutage – inoperabel. John kann nichts weiter tun, als dem Siechtum seiner Frau beizuwohnen. Nach ihrem Tod findet John in ihrem Krankenzimmer seltsame, düstere Zeichnungen, die Mary vor ihrem Ableben angefertigt hat. Alle zeigen das gleiche Motiv in verschiedenen Darstellungen: eine dunkle, vogelähnliche Gestalt mit stechenden roten Augen…
Zwei Jahre gehen ins Land. Um das Geschehene vergessen zu können, stürzt sich John in seine Arbeit, doch bis jetzt ist er nicht über den Verlust hinweg gekommen. Traurig und allein bewohnt er sein Traumhaus, das er dereinst für sich und Mary erworben hatte. Dankbar nimmt er einen Auftrag an, der ihn für einige Tage aus Washington herausbringt, doch auf dem Weg dorthin geschieht merkwürdiges. Sein Auto gibt plötzlich und scheinbar ohne jeden Grund den Geist auf, und John findet sich in einer unbekannten Kleinstadt wieder. Das Obskurste an der Sache aber ist, er kann sich überhaupt nicht daran erinnern, wie er eigentlich hierher kam. Als er bei einem Anwohner anklopft und darum bittet, telefonieren zu dürfen, blickt er in den Lauf eines Gewehres. Der erboste Mann, Gordon Smallwood ist sein Name, ruft die Polizistin Connie Mills zu Hilfe, der er sagt, Klein streife bereits seit Tagen um sein Haus herum. Aber das kann doch gar nicht sein, oder? Mills schenkt Klein Glauben und führt diesen zu einem Hotel.
An seinem Fahrzeug kann kein Fehler gefunden werden, erfährt der Journalist nicht ganz unerwartet am nächsten Tag, doch kommt ihm auch zu Ohren, dass sich seltsame Sichtungen und merkwürdige Visionen in dem Städtchen in der letzten Zeit häuften. Es wird von einem mysteriösen Wesen mit stechend roten Augen berichtet. Etwa einem solchen, wie es auf Marys sinistren Zeichnungen zu sehen war? Zufall?
Gemeinsam mit Connie macht sich John an die Nachforschungen und stößt bald auf den Autor Alexander Leek, der Bücher über unerklärliche Phänomene verfasst. In einem dieser Werke ist auch die Rede vom „Mothman“ (Mottenmann), einer Art Schicksalsboten des Unheils. Ganz allmählich wandelt sich John vom Skeptiker zum Bekenner und lässt sich auf die Vorstellung des unheimlichen Wesens ein. Er führt Telefongespräche mit einer Stimme, die sich als Indrid Cold vorstellt, und die sich nach menschlichem wie technischem Ermessen als nicht menschlich erweist, vorhergesagte Todesfälle treffen zu. Allmählich erkennt Klein die ihm zugedachte Rolle im Schicksalsspiel zu deuten, und wenn ihn nicht alles täuscht, haben alle Hinweise mit dem Einsturz einer Brücke über den Ohio River zu tun, auf der gerade Connie ihren Dienst tut…
Kommentar
Wow, auf gewinnende Art und Weise ist der Film als „altmodisch gruselig“ zu bezeichnen. Es fließt quasi kein Blut, wir sehen kaum großartig angelegte Spezialeffekte von Monstren und Mutanten, der Horror spielt sich größtenteils in der eigenen Vorstellungswelt ab, aber da klickt er sich ein und weiß uns zu ängstigen. Der Mottenmann ist ein Phänomen wie Nessie, E.T., Yeti und die lieben Verwandten, will sagen, es gibt tatsächlich Leute, die schwören Stein und Bein darauf, dieses Wesen gesehen haben zu wollen. Gerade in den Jahren 1966/67 soll er in den Ortschaften Point Pleasant und Gallipolis mehrere hundertmal gesehen worden sein. Schließlich stürzte die die beiden Orte auf den zwei Seiten des Ohio Flusses verbindende Silver Bridge tatsächlich ’67 ein, wobei 46 Menschen ihr Leben ließen. Anderen Aussagen zufolge will man den Mottenmann in den Jahren 1985 bis 1987 im ukrainischen Tschernobyl dutzendfach gesehen haben. Diese Mitteilungen sind sogar verbürgt in hochoffiziellen Akten. Haben wir es hier also tatsächlich mit einem übersinnlichen Mahner zu tun, vielleicht einem Erzengel, der letztlich ein Bote der Apokalypse ist? Alles Quatsch?„I want to believe“ stand immer auf dem Poster mit der Fliegenden Untertasse, welches in Agent Moulders Büro des im Keller des Headquarters der US Bundespolizei FB I beheimateten Geheimarchiv zu finden war. Wovon hier die Rede ist? Na, natürlich von den „X-Files“, oder hierzulande besser bekannt als „Akte x“, der beinahe Mutter aller „Mystery“ Serien der letzten 15 Jahre (die wahre Initialzündung aber war David Lynchs Serie „Twin Peaks“, aber die Geschichte erzähle ich ein anderes Mal!) Tatsächlich kommt dieser Mottenmann dahergeflattert wie eine überlange X-Files Episode, in der Richard Gere zu Agent Moulder und Laura Lynney, die Polizistin Connie, zu Dana Scully mutieren. Aber das geht schon in Ordnung, denn ich mochte die X-Files, zumindest die ersten vier Staffeln, danach lief es etwas aus dem Ruder. Exakt die Stimmung der legendären Serie wusste eben Regisseur Mark Pellington auch mit seinem Film zu vermitteln. Zwar halten sich die Schockmomente in Grenzen, doch die düstere Atmosphäre der gesamten Inszenierung weiß zu überzeugen. Pellington beging nicht den Fehler, seinem Indrid Cold, dem Mottenmann, ein Gesicht und ihn somit möglicherweise der Lächerlichkeit Preis zu geben. Auch lässt die Sorgsamkeit der Verfilmung kein störendes Pathos erkennen, das den Streifen hätte zugrunde richten können. Stattdessen weiß gerade die relativ nüchterne, teilweise beinahe dokumentarisch anmutende Spielleitung zu gefallen. Fred Murphy, ein alter Hase im Kameragewerbe, liefert wunderbar beklemmend düstere Bilder, die im Gedächtnis bleiben, selbst am Schluss noch, als der Film ein wenig ins angestaubte Katastrophengenre abzudriften droht. Pellington und Murphy gelang das Kunststück, bei aller Phantastik die Glaubwürdigkeit der Geschichte zu erhalten und kein riesenhaftes Getose zu präsentieren, denn das echte Leben geht nun einmal meistens anders als Hollywood es normalerweise zeigt. Nun könnte man den „Mottenmann“ gerade deshalb unter diesen Umständen auch als unspektakulär bezeichnen und hätte damit vielleicht sogar nicht einmal unrecht, dennoch beharrt der Rezensent darauf, das genau dieser Umstand den Film auszeichnet und ihn im besten altmodischen Wortsinn als unheimlich oder meinethalben gruselig wirken lässt.
Die Schauspieler unterwerfen sich dieser Philosophie und halten sich mit ihren Darstellungen angenehm zurück. Gerade Richard Gere, der ja oftmals zu glauben scheint, er verleihe seinen Figuren mehr Tiefe, je mehr er einstweilen vollkommen überzogen herumkaspert, weiß in diesem Film zu überzeugen wie selten. Man nimmt ihm den gebrochenen Reporter, der mit seiner neuen „Aufgabe“ weit über sich hinauswächst und neuen Lebensmut fasst, vollkommen ab. Ich wüsste nicht, wann ich ihn mal besser gesehen habe als in eben diesem Film, obschon sicherlich nie ein Method Actor aus ihm werden wird. Laura Lynney weiß ihre Rolle als Kleinstadtpolizistin ebenfalls recht gut und angenehm sparsam zu spielen, zumal die Chemie zwischen ihr und Gere stimmt. Die stärkste Leistung aber bringt Will Patton, der sich bestechend klischeefrei als Gordon Smallwood vom Flinten schwingenden Redneck zum Bezeuger des Unheilsboten wandelt.
Alles super also? Nun ja, einen kleinen Haken gäbe es da schon noch, und der lässt sich genau an der Stelle finden, die ich eben schon einmal angespielt habe. Ist der Mottenmann am Anfang ein unheimliches, düsteres und Angst einflößendes paranormales Etwas, so wandelt er sich im Laufe des Films zu einem schlichten Überbringer schlechter Nachrichten, was mit Verlaub ein wenig ernüchternd wirkt. Und genau an der Stelle kippt der Film dann eben auch um und wandelt sich in einen etwas holprigen, wie für das Fernsehen gedrehten Katastrophenfilm, bei dem „lediglich“ eine Brücke einstürzt. Da wäre sicherlich noch ein wenig mehr herauszuholen gewesen, andererseits aber ist es eben auch genau das Element, welches den Film letztlich sympathisch macht und eben nicht Hollywood Megalomanie verbreitet.
Fazit: Wer eher altmodisch anmutende Horrorfilme mag, bei denen sich die Schrecknisse hauptsächlich in der Fantasie des Zuschauers abspielen, der wird in diesem Film sicherlich gut unterhalten werden. Wer sich aber ohne Schlachtermesser, kübelweise verspritztes Ketchup und reichlich zur Schau gestellte Metzgereiabfälle nicht gruseln mag, der muss sich wohl seinen Bodycount anderswo abholen. Die unheilvolle Atmosphäre, die gute Kameraarbeit und auch die prima Darsteller wissen über die kleineren Mankos hinweg zu trösten, und alle Fans von Scully und Moulder werden sowieso begeistert sein. Keine verschenkten anderthalb Stunden, das, insgesamt ein guter Film!
Filmreview von: Wollo / Alle Reviews von Wollo
Trailer zum Film
Veröffentlichungen
Auf DVD ist der Film bei Concorde und bei EuroVideo erhältlich, auf VHS ebenfalls bei EuroVideo. Wer lieber die Originalfassung im NTSC Format haben möchte, der greife zur US Columbia TriStar Home Entertainment Edition.
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Stand: 18.05.2012 05:05:30
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Weitere Kommentare zum Film
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| Staudenmaier007, 11.01.10 |
| Ein guter Ansatz und ein abseits der Masse spannendes Thema - nur fesseln konnte mich der Streifen nicht. Da haben mich Filme wie "Sixt Sense" oder "Mirrors" mehr begeistert. 3/5 Punkte. |
| Lycana6393, 05.02.10 |
| Ich fand den Film echt gut, aber irgentwas hat gefehlt find ich. Alles ist gut gemach, die story bietet wirklich was und auch die effekte und schauspieler können sich sehen lassen. Nur irgentwie hab ich bei dem film and viel gedacht nur nich an den film, and manchen stellen zumindest. von mir gibt es 4 schädel, weil der film alles gibt was ein guter film haben muss, nur irgentetwas hat gefehlt. Irgentwas schockierendes. |
| Gruselmonster, 21.10.11 |
| Mir persönlich hat der Film sich einfach zu sehr hingezogen. Im Grunde fand ich ihn nicht schlecht, aber hätte man etwas gekürzt, wäre meiner Meinung nach die Spannung besser aufrecht erhalten worden. So bin ich ehrlich gesagt zwischendurch eingeschlafen... |
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